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Formel 1 in Malaysia: Qualifikation : Deutsche Fahrer kommen gut durch den Monsun

Beste Haftung: Mark Webber setzte auf Intermediate-Reifen und erzielte auf feuchter Piste die schnellste Zeit Bild: REUTERS

Guter Durchblick der deutschen Formel-1-Piloten: Im von Gewitterschauern geprägten Qualifikationstraining fährt Mark Webber im Red Bull auf die Pole Position. Rosberg wird Zweiter, Vettel Dritter, Sutil Vierter, Hülkenberg Fünfter, Schumacher Achter. Viel schlechter lief es für die Topteams Ferrari und McLaren.

          Zehn Minuten vor dem Beginn des Qualifyings kam der Regen, und er spülte einiges durcheinander bei der Ermittlung der Startaufstellung für den Großen Preis von Malysia an diesem Sonntag (10 Uhr/FAZ.NET-Formel-1-Ticker). Mark Webber (Red Bull) fuhr auf dem Sepang International Circuit überlegen mit 1,3 Sekunden Vorsprung zur Bestzeit. „Wir alle wurden heute richtig gefordert“, sagte der Australier. „Die Bedingungen waren richtig schwierig, es gab viel Aquaplaning da draußen.“ Gleich vier deutsche Fahrer gehen unmittelbar hinter Webber ins Rennen. Nico Rosberg (McLaren-Mercedes), Sebastian Vettel (Red Bull), Adrian Sutil (Force India) und Nico Hülkenberg (Williams) - das sind die Plätze zwei bis fünf. „Es war heute sehr schwer“, sagte Rosberg. „Es war das totale Chaos, es ging drunter und drüber. Aber wir haben es gut gemeistert.“

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Zum dritten Mal hat der Vierundzwanzigjährige in dieser Saison damit seinen berühmten Teamkollegen im Qualifikationstraining hinter sich gelassen. Michael Schumacher wurde Achter und bleibt bei seiner Rückkehr in die Formel 1 weiter in der Position des Jägers. Unzufrieden aber war wieder einmal nicht: „Wir haben alle Möglichkeiten - ich brauche mich nicht zu verstecken.“

          Andere muss man sehr wohl suchen in der Startaufstellung: Fernando Alonso und Felipe Massa ließen sich im ersten Qualifikationsdurchgang viel Zeit, um ihre Ferraris aus der Box rollen zu lassen. Zu viel Zeit - sie schieden beide aus. Der Spanier Alonso geht nur von Platz 19 ins Rennen, der Brasilianer Massa von Position 21. „Ich will trotzdem auf das Podium fahren“, sagte Alonso trotzig.

          Pole Position: Mark Webber (Red Bull)

          McLaren und Ferrari setzen auf den falschen Wetterbericht

          Trost fand er in den Ergebnissen von McLaren-Mercedes, das englische Team entschied sich ebenso für die falsche Taktik. Lewis Hamilton drehte sich gleich mehrfach und wurde lediglich 20., für seinen Teamkollegen Jenson Button reichte es zu Rang 17, nachdem er seinen Wagen nach zehn Trainingsminuten in den Kies setzte und der Konkurrenz danach von der Garage aus zusehen musste. „Der Regen hat mich sehr überrascht, wir hatten die falschen Reifen - und wir hätten früher rausgehen müssen“, sagte der 30 Jahre alte Engländer. „Aber Ferrari hatte offenbar den gleichen Wetterbericht.“

          Schon zum dritten Mal in dieser Saison startet nun ein Red Bull von der Pole Position, zum ersten Mal allerdings heißt der Fahrer Mark Webber. „Er hat heute am besten gepokert“, sagte Teamkollege Vettel. Als einziger Pilot vertraute Webber am Ende noch mal den Intermediate-Reifen und wurde dafür belohnt. „Zusammen können wir richtig zufrieden sein“, sagte Vettel. „Das Auto funktioniert, deshalb bin ich guter Dinge. Andere Leute hat es hart erwischt.“ Genau deshalb könnte er am Ende von diesem Rennen am meisten profitieren und den Rückstand im Gesamtklassement auf Alonso und Button erheblich reduzieren. Vorausgesetzt, sein Red Bull bleibt von technischen Defekten verschont.

          Auch Glock übersteht die erste Qualfikationsrunde

          Die Formel deutsch - noch nie wurde sie so deutlich wie an diesem Wochenende in Malaysia. Rosberg startet zum ersten Mal überhaupt aus der ersten Startreihe. „Es ist natürlich ein ganz spezielles Gefühl, dies in einem Silberpfeil zu schaffen.“ Direkt hinter ihm steht der Fore India von Sutil, der damit den Aufschwung fortsetzte, der sich schon in den vergangenen Wochen angedeutet hatte. „Ich bin sehr stolz. Das ist mein Wetter“, sagte der Siebenundzwanzigjährige. Neben ihm geht Hülkenberg in Position, der in seinem dritten Qualifying in der Formel 1 zum ersten Mal schneller war als Teamkollege Rubens Barrichello. Selbst Timo Glock erreichte erstmals überhaupt im Virgin den zweiten Durchgang im Qualifikationstraining und startet von Platz 16. Eine Vorentscheidung ist gefallen. Mehr aber auch nicht.

          Denn wenn der Regen kommt in Malaysia, dann heftig und unberechenbar. „Ich erwarte ein richtig schweres Rennen“, sagte deshalb auch Rosberg. Im vergangenen Jahr wurde der Grand Prix nach 32 von 56 Runden abgebrochen. Und auch in diesem Jahr sollte in Sepang niemand etwas auf Wettervorhersagen geben - das dürften jetzt auch Ferrari und McLaren gelernt haben.

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