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Formel 1 in Malaysia : Der erste Sieg macht Vettel nicht froh

Glücklich sieht anders aus: Die Doppelsieger Sebastian Vettel (rechts) und Mark Webber Bild: dpa

Vettel gewinnt das Rennen in Malaysia und ist dennoch zerknirscht, weil er die Absprache im Team ignoriert. Die Diskussion über die Bedeutung des Individuums in der Maschinerie kehrt zurück. Alonso indes nimmt sich selbst aus dem Rennen.

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          Der Sieger zerknirscht, voller Reue und am Ende offenbar überzeugt, um Entschuldigung bitten zu müssen: Sebastian Vettel hat zwar am Sonntag den Großen Preis von Malaysia in Sepang gewonnen. Der Formel-1-Weltmeister siegte in einem nervenzerreißenden Grand Prix vor seinem Teamkollegen Mark Webber und der Mercedes-Fraktion mit Lewis Hamilton vor Nico Rosberg trotz eines taktischen Fehlers.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Doch der erste Saisonsieg machte Vettel nicht froh. „Ich fühle mich nicht gut. Wenn ich eine Chance hätte, etwas anders zu machen, würde ich das tun“, sagte der Heppenheimer nach der Kritik von Webber und seinem Team. Vettel ignorierte demnach die Absprache im Team. Vor dem letzten von vier Boxenstopps hatte Teamchef Christian Horner die Piloten per Code angewiesen, die Positionen zu halten: Webber vor Vettel.

          „Daran hat sich Sebastian nicht gehalten. Das macht er immer so“, behauptete Webber. „Er hat seine Interessen über die des Teams gestellt“, berichtete Horner. „Man muss sich bewusst werden, dass es nicht nur eine Fahrer- sondern auch eine Konstrukteurs-Weltmeisterschaft ist. Sebastian hat es in seine eigenen Hände genommen.“

          Im Nachhinein hätte er, so seine Erklärung, gerne anders gehandelt: „Das war ein Fehler und ich möchte Mark um Entschuldigung bitten. Mir war das im Rennen nicht so bewusst, dass er auf die Reifen und auf das Auto achtete. Mir ist das erst klar geworden nach dem Rennen, als wir gesprochen haben. Stolz bin ich nicht.“

          Den Platz an der Sonne in Malaysia sichert sich der Weltmeister: Sebastian Vettel Bilderstrecke

          Aber zufrieden, dass der Red Bull diesmal sein Potential zeigte: Nach dem zweiten Grand Prix der Saison führt Vettel die Fahrerwertung mit 40 Punkten vor Kimi Räikkönen (31/Lotus), dem Auftaktsieger von Melbourne, und Webber (26) an. Das nächste Rennen findet am 14. April in China statt (9.00 Uhr MESZ / Live im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET).

          Die Formel 1 erlebte am Sonntag eines der kuriosesten Rennen der jüngeren Geschichte: Hier den Sieger, der sich nachher unwohl fühlte, weil er seinem Siegeswillen freien Lauf ließ. Und dort der Dritte im Bunde, Lewis Hamilton, der ein Unbehagen feststellte, weil er von einer Teamorder profitierte. Nico Rosberg war schneller am Sonntag, gehorchte aber der Ansage von Mercedes-Teamchef Brawn in den letzten Runden: Haltet die Positionen. Nun hat die Formel 1 ein altes Thema belebt: Die Diskussion über die Bedeutung des Individuums in der Maschinerie.

          Alonso rast früh ins Kiesbett: Feierabend

          Einer der größten Freunde des Solistentums mit Teamunterstützung, Fernando Alonso, hatte sich selbst aus dem Rennen genommen. Nach dem Start schoss der Spanier von Position drei aus zwar an seinem Teamkollegen Felipe Massa vorbei, scheiterte aber mit einer Attacke auf Vettel. Im ersten Kurvengeschlängel hielt der Hesse den Ferrari-Mann hinter sich und machte in einer engen Linkskurve „die Tür“ zu.

          Alonso verschätzte sich und touchierte das Heck des Red Bull. Dabei beschädigte er seinen Frontflügel. Statt in die Box zu fahren, blieb Alonso allerdings auf der Strecke, eine fatale Fehlentscheidung. In der zweiten Runde brach der Frontflügel unter dem aerodynamischen Druck ab und rutschte unter das Auto. Alonso konnte seinen Boliden nicht mehr auf der Piste halten und raste ins Kiesbett: Feierabend.

          Hamilton fährt beim alten Team McLaren vor

          Fehler machten auch die anderen, ärgerliche und solche, über die man schmunzeln kann. Force India rief beide Piloten, Adrian Sutil und Paul di Resta, gleichzeitig zum ersten Reifenwechsel. Beim zweiten kamen die Piloten zwar im gebührenden Abstand, doch beide mussten vor ihrer Aufgabe eine halbe Ewigkeit bis zum Service-Ende warten, statt dreieinhalb Sekunden.

          Jenson Button kam mit seinem McLaren nicht aus der Boxengasse heraus, weil das rechte Vorderrad nicht richtig fixiert worden war. Ob dagegen Hamilton Heimweh verriet, als er auf dem Weg zu seinem ersten Boxenstopp (8. Runde) bei seinem alten Team McLaren vorfuhr, ehe er dann doch den Weg zu Mercedes fand? Das kostete ihn zwar etwas Zeit, aber nicht so viel wie das taktische Missgeschick bei Red Bull.

          Würden die Fetzen bei Red Bull fliegen?

          Vettel kam zu früh zum ersten Service (5.). Die Piste, hier und da nach dem Regen kurz vor dem Start nass, war noch nicht reif für den Wechsel von den Intermediates (Reifen für feuchte Piste) zu den profillosen Slicks. Prompt riet der Rennstall Vettels Teamkollegen Mark Webber „draußen“ zu bleiben. Die Folge: ein Führungswechsel.

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