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Formel 1 in Japan : Fehler von Vettel – Mercedes sichert WM-Titel

Enttäuschung bei den Ferrari-Piloten Charles Leclerc (links) und Sebastian Vettel Bild: Reuters

Ein Missgeschick am Start kostet Vettel die Chance auf den Sieg bei der Formel 1 in Japan. Auch für seinen Teamkollegen läuft es nicht gut. Ferrari verliert damit den großen Kampf der Rennställe in dieser Saison endgültig.

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          Einmal gezuckt nur und schon ist der Gegner auf und davon: Eine Startverzögerung kostete Sebastian Vettel am Sonntag die Chance, den Großen Preis von Japan zu gewinnen. Der Heppenheimer belegte Rang zwei im Ferrari hinter Valtteri Bottas im Mercedes und vor dessen Teamkollegen Lewis Hamilton. Da lächelte Toto Wolff, der Teamchef von Mercedes. Es ist vollbracht. Zum sechsten Mal in Serie hat der Formel-1-Rennstall die Konstrukteur-Weltmeisterschaft gewonnen. Dazu reichte in Suzuka der sechste Karriere-Sieg des Finnen Bottas. In der Geschichte der Formel 1 war dies bislang nur Ferrari in der Schumacher-Ära gelungen.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Mit herausragenden Starts hatte Vettel zuletzt das Beste aus schlechteren Startpositionen gemacht. In Suzuka aber kam er zunächst kaum weg von der Pole-Position. Die Hinterräder drehten selbst im zweiten Gang durch. Bottas zog vorbei in Führung. Wie das? Hat der Heppenheimer die Abfahrt antizipieren wollen und zu früh reagiert, seinen Fehler erkannt und die Abfahrt wieder verzögert? „Ja, es war mein Fehler“, sagte Vettel, „es dauerte so lange, bis die Rotlichter verlöschten.“ Als Frühstart wurde das „Zucken“ zwar nicht gewertet, aber der Vorteil nach dem Erfolg beim Startplatzrennen wenige Stunden war dahin.

          Und es kam noch schlimmer für die Scuderia. Die Ferrari-Phalanx wurde in der zweiten Kurve noch einmal angegriffen, Max Verstappen (Red Bull) versuchte, außen an Charles Leclerc, dem Zweitschnellsten des Startplatzrennens, vorbei zu kommen. Der Monegasse verteidigte sich, touchierte den Red Bull. Während Verstappen von der Piste kreiselte und sich als 18. wieder einreihte, setzte Leclerc mit einem leicht demolierten Frontflügel als das Rennen fort, gejagt von Hamilton. „Das ist gefährlich“, rief der Engländer über Funk. Ein Trümmerteil des Ferrari hatte sich gelöst. In der dritten Runde rief die Scuderia den jungen Piloten zum Nasen- und Reifenwechsel zur Box. Die Strafe folgte nach dem Rennen: eine Zehn-Sekunden-Strafe und 25.000 Dollar Bußgeld für den Verstoß gegen die Sicherheitsregeln.

          Formel 1

          Im Handumdrehen hatte sich die Aussicht auf einen Doppelerfolg von Ferrari aufgelöst: Vettel musste als Zweiter hart kämpfen, die Position halten zu können. Hamilton näherte sich von hinten. Leclerc fiel auf Rang 16 zurück, kam aber noch als Sechster ins Ziel. War der Zwischenfall mit Verstappen strafwürdig? Ja, befanden die Rennkommissare und gaben Leclerc nach dem Grand Prix zusätzlich zu den zehn Sekunden eine Fünf-Sekunden-Strafe, weil er das Untersteuern in Kurve zwei hätte antizipieren müssen. Leclerc fiel damit vom sechsten auf den siebten Rang nachträglich. Die Entscheidung half Verstappen aber auch nicht mehr. „Er ist mir ins Auto gefahren“, klagte der Niederländer, nachdem er das Rennen hatte aufgeben müssen und von der Box aus die Entwicklung beobachtete: Bottas setzte sich Runde um Runde von Vettel ab, Hamilton rückte dem Deutschen immer weiter auf die Pelle.

          Dahinter klaffte eine große Lücke, weil Carlos Sainz jr. im McLaren (15 Sekunden Rückstand), Alex Albon (Red Bull) und Pierre Gasly im Toro Rosso nicht folgen konnten. Verstappen ärgerte sich über Leclerc: „Das war kein hartes Rennfahren, das war nur dumm. Ich verstehe gar nicht, was er da gemacht hat in der zweiten Kurve. Mein Rennen ist vorbei. Normalerweise bekommt man ganz  schnell eine Strafe.“

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