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Formel 1 in Italien : Verstappen beherrscht das Chaos-Rennen

  • -Aktualisiert am

Rad an Rad: Max Verstappen (r.) zieht beim Start an Lewis Hamilton vorbei. Bild: dpa

Im dramatischen Rennen von Imola bleibt Verstappen fehlerfrei. Hamilton muss sogar den Rückwärtsgang einlegen, schiebt sich aber zurück auf Rang zwei. Vettel und Schumacher fahren hinterher.

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          Verstappen vor Hamilton, das hatte die Formel-1-Szene erwartet vor dem Großen Preis der Emilia Romagna an diesem Sonntag in Imola. Die Vorhersage-Experten behielten Recht. Der Niederländer siegte im Red Bull vor Hamilton im Mercedes. Aber Rang drei von Lando Norris im McLaren vor Charles Leclerc (Ferrari) zeugt von einer spannenden Aufweichung der lange betonierten Hackordnung in der Königsklasse und darüber hinaus von der zweiten Grand-Prix-Geschichte der Saison, die viel mehr zu bieten hatte als das spannende Kopf-an-Kopf-Rennen: Pannen, Ausrutscher, Unfälle, ein Drama auch für die deutschen Piloten in zwei Akten.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Regen pünktlich zum Rennen. Das mögen einige Fahrer nicht, andere sehen darin eine rettende Laune der Natur. Die Perspektive hängt von der Qualität des Autos und vom Startplatz ab. Vorne, wo Hamilton vor Sergio Perez, Verstappen und Leclerc in der Startaufstellung stand, ist die Nässe eher eine ärgerliche Tücke, eine Gefahr, alle Chancen im Handumdrehen zu verlieren. Wenn doch der Bolide so schön läuft auf diesem engen Kurs. Der verzeiht keine Fehler, um ein paar Zentimeter hier oder da verschätzt, schon geht’s dahin. Auf nassem Asphalt sowieso. Aber weit hinten im Kreis von Mick Schumacher ist so ein Regen auf den ersten Blick ein Segen. „Ich liebe es“, hatte der Haas-Pilot mit Blick auf die Wettervorhersage erzählt, „unter diesen Bedingungen zu fahren.“ Manche fürchten es. Das Rennen hat sie bestätigt.

          Start: Verstappen zieht vom dritten Platz nach vorne, schießt mit Hamilton parallel über die Piste. Hinter ihnen folgt das Feld in einer großen Gischtfontäne. Die Rivalen um den WM-Titel lassen einander kaum Platz, keiner will zurückziehen. Hamilton hätte es tun sollen. Er hat die schlechtere Position, als sie in die zweite Kurve einbiegen. Die Autos touchieren sich, Hamilton verliert ein Stückchen des Frontflügels und seine Führung. Die Schnellsten blieben immerhin auf der Strecke.

          Formel 1

          Carlos Sainz gelang das nicht im Ferrari, aber er kam wieder zurück ins Rennen, während Nicholas Latifi in die Streckenbegrenzung krachte mit seinem Williams. Er blieb unverletzt wie alle an diesem Tag. Das Safety-Car fing das Feld ein, bremste es herunter. Das Tempo ist dann immer noch vergleichsweise hoch, aber die Brems- und Reifentemperaturen fallen. Und so versuchen die Piloten, den Gummis neue Hitze zu verleihen im Zickzackkurs. Rumms. Schon hing Mick Schumacher in der Mauer, verlor den Frontflügel, wurde 16., fiel aber zunächst ans Ende des Feldes, wo er einen anderen Deutschen „ablöste“: Sebastian Vettel. Der war zwar 13. beim Qualifying geworden. Aber wegen Bremsproblemen schafft es Aston Martin nicht, den Boliden des viermaligen Weltmeisters innerhalb der vorgeschrieben Zeit in der Startaufstellung für die Abfahrt vorzubereiten. Er musste in die Boxengasse zur Lösung des Problems, durfte dem Feld nur hinterhersausen und musste im Rennen zur Strafe noch einmal zehn Sekunden vor der Box „absitzen“.

          Auch das noch. Zieht man die Verzögerungen ab, hätte es wohl zu Rang sieben gereicht, das Ergebnis seines Teamkollegen Lance Stroll. Immerhin ging es leicht vorwärts am Wochenende für den Hessen. „Aber ich kann das Auto noch nicht so laufen lassen“, schilderte er seinen Gewöhnungsprozess an ein Auto, das laut Teamchef Otmar Zapfnauer „völlig anderes ist, als das, was Sebastian bislang gefahren ist“.

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