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Formel 1 in Hockenheim : Rosberg rast dem Rest davon

Eine Klasse für sich: Nico Rosberg dominiert das Qualifying in Hockenheim Bild: dpa

Mit einer halben Sekunde Vorsprung fährt der deutsche Mercedes-Pilot in Hockenheim auf die Pole Position. Teamkollege Hamilton kracht früh in die Leitplanke und muss als 15. starten. Weltmeister Vettel landet abermals hinter seinem Teamkollegen.

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          Auf dem Weg zurück in die Boxengasse jubelte er den Fans auf der Tribüne zu, stellte seinen Mercedes ab, wuchtete sich aus den Auto und zeigte mit dem Daumen nach oben in die Fernsehkamera. Keiner war am Samstag so schnell wie Nico Rosberg beim Qualifikationstraining zum Großen Preis von Deutschland auf dem Hockenheimring. Der WM-Führende hat sich damit eine exzellente Ausgangssituation für das Rennen an diesem Sonntag (Start: 14 Uhr / RTL, Sky und im FAZ.NET-Liveticker) geschaffen. „Das ist großartig“, sagte Rosberg. „Aber ich hätte lieber einen offenen Kampf mit Lewis gehabt.“ Sein Teamkollege und härtester Widersacher im Titelrennen, Lewis Hamilton, startet jedoch nur als Fünfzehnter. Für ihn war das Qualifikationstraining nach einem Unfall schon nach sieben Minuten beendet. 

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Eingangs der Sachskurve blockierte bei Tempo 250 das linke Vorderrad seines Mercedes, das Heck brach aus und Hamilton drehte sich in die Streckenbegrenzung. Der Brite konnte selbst aussteigen, sein Wagen kam an den Haken und danach auf den Abschleppwagen. „Ich bin okay“, sagte Hamilton zunächst am Funk mit dem Kommandostand. „Ich bin auf die Bremse getreten, aber die Bremse hat versagt.“ Später klagte er über Knieschmerzen und wurde im Medizin-Zentrum an der Strecke untersucht. Währenddessen stand Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff vor dem Datenmonitor und suchte gemeinsam mit Technikdirektor Paddy Lowe nach der Ursache für den Abflug. War es vielleicht doch ein Fahrfehler? Die Verantwortlichen von Mercedes schlossen das aus und sagten, dass die Bremsscheibe vorne rechts gebrochen sei. „Für uns ist das einigermaßen erstaunlich. Die Bremsscheibe ist erst heute Früh ins Auto gekommen“, sagte Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff. 

          Start von der Pole Position: Rosberg hat allen Grund zum Strahlen Bilderstrecke

          Das Qualifikationstraining war zunächst unterbrochen, als es wieder freigegeben wurde, lautete die einzige Frage: Wer soll Rosberg aufhalten? Sebastian Vettel, der viermalige Weltmeister, kam dafür nicht in Frage. Im Mittelsektor, wo es auf Motorleistung ankommt, war er in seinem Red Bull rund eine halbe Sekunde langsamer als die Mercedes-Fahrer. Vettel geht lediglich als Sechster ins Rennen. Er war damit abermals langsamer als sein Teamkollege Daniel Ricciardo (5.). Unmittelbar hinter Rosberg waren weitere drei Fahrer mit Mercedes-Aggregaten im Zeitentableau: Valtteri Bottas (2.) und Felipe Massa (3./beide Williams) sowie Kevin Magnussen im McLaren. Für Ferrari-Star Fernando Alonso reichte es nur zu Platz sieben. 

          Respekt vor Regen und Hitze

          Am Sonntag steht den Teams ein Strategie-Rennen bevor, das von mindestens zwei Unbekannten beeinflusst wird. Die erste Frage ist, wie die sensiblen Reifen auf die Hitze reagieren. Am Samstag wurden in der Luft 33 Grad Celsius gemessen, zeitweise sogar 57 Grad Celsius auf dem Asphalt. Pirelli-Sportchef Paul Hembery geht davon aus, dass die Fahrer zwei Mal zum Reifenwechsel vorfahren müssen. Zum ersten Mal wohl schon nach wenigen Kilometern, weil die superweichen Pneus zwar um bis zu eine Sekunde schneller sind pro Runde, bei ihnen aber auch eher die Fetzen fliegen. Die zweite Frage ist, wann der Regen kommt. Die Meteorologen haben heftige Gewitter angekündigt, doch noch ist nicht sicher, ob sie während des Rennens oder erst danach über dem Ring auftauchen. 

          Ein Deutscher hofft in jedem Fall auf Hilfe von oben: Adrian Sutil (Sauber) beendete den Samstag als 16. „Das Auto hat von der Balance her nicht gepasst“, sagte der Mann aus Bayern.

          Die Startreihenfolge

          1. Nico Rosberg (Mercedes)
          2. Valtteri Bottas (Williams)
          3. Felipe Massa (Williams)
          4. Kevin Magnussen (McLaren)
          5. Daniel Ricciardo (Red Bull)
          6. Sebastian Vettel (Red Bull)
          7. Fernando Alonso (Ferrari)
          8. Daniil Kwjat (Toro Rosso)
          9. Nico Hülkenberg (Force India)
          10. Sergio Perez (Force India)
          11. Jenson Button (McLaren)
          12. Kimi Räikkönen (Ferrari)
          13. Jean-Eric Vergne (Toro Rosso)
          14. Romain Grosjean (Lotus)
          15. Lewis Hamilton (Mercedes)
          16. Adrian Sutil (Sauber)
          17. Esteban Gutierrez (Sauber)
          18. Jules Bianchi (Marussia)
          19. Pastor Maldonado (Lotus)
          20. Kamui Kobayashi (Caterham)
          21. Max Chilton (Marussia)
          22. Marcus Ericsson (Caterham)

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