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Formel 1 in China: Qualifikation : Beste Aussichten für Sebastian Vettel

  • Aktualisiert am

Pole Position: Sebastian Vettel (Red Bull) Bild: dpa

Sebastian Vettel hat zum dritten Mal in dieser Formel-1-Saison die Pole Position erobert. Als Zweiter wird sein Red-Bull-Teamkollege Mark Webber in den Großen Preis von China gehen. Die Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Michael Schumacher wurden Vierter und Neunter in der Qualifikation.

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          Sebastian Vettel hat zum dritten Mal in dieser Formel-1-Saison die Pole Position erobert. Der Heppenheimer setzte sich am Samstag in Schanghai in der Qualifikation zum Großen Preis von China im Red Bull gegen seinen australischen Teamkollegen Mark Webber durch. Dritter wurde Ferrari-Pilot Fernando Alonso. „Ziemlich unglaublich. Ich bin extrem zufrieden“, sagte der 22 Jahre alte Vettel nach der Qualifikation.

          Gemischte Gefühle gab es dagegen bei Mercedes: Während Nico Rosberg nur eine Zehntelsekunde hinter Ferrari-Pilot Fernando Alonso Vierter wurde, musste sich Rekordweltmeister Michael Schumacher mit Rang neun unmittelbar vor Adrian Sutil im Force-India-Mercedes begnügen. Formel-1-Einsteiger Nico Hülkenberg kam im Williams-Cosworth in der Qualifikation nicht über Platz 16 hinaus. Drei Plätze dahinter bildete Virgin-Pilot Timo Glock auf Position 19 das deutsche Schlusslicht, war damit aber der beste Fahrer aus einem der drei neuen Teams.

          „Ich bin selbst überrascht“, sagte Rosberg anschließend. „Ich hätte nicht gedacht, soweit vorn zu stehen. Jetzt muss das Podium drin sein im Rennen.“ Schumacher dagegen muss auf den angekündigten Regen setzen. „Das Wetter soll unvorhersehbar sein. Das ist eine Möglichkeit, mich nach vorne zu kämpfen. Außerdem haben meine Starts zukletzt gut geklappt. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber der Abstand war noch nie so groß“, sagte der 41-Jährige mit Blick auf seinen Teamgefährten.

          Platz zwei: Mark Webber (Red Bull)

          Schumachers Rückstand von sieben Zehntelsekunden auf seinen Mercedes-Teamkollegen Nico Rosberg ist nicht darauf zurückzuführen, dass Rosberg in der Qualifikation für den Großen Preis von China - wie zunächst von Schumacher vermutet - auf den alten Heckflügel zurückgegriffen hatte. Das hatte der 41-Jährige zunächst als Grund genannt, sich später am Abend aber korrigieren müssen. „In unseren Meetings hatte ich verstanden, dass Nico den anderen Flügel verwenden würde, aber das war dann nicht der Fall, was ich aber nicht wusste“, sagte Schumacher.

          Rosberg und Schumacher mit neuen Flügeln

          Stattdessen hatte auch Rosberg den neu entwickelten Flügel verwendet und bezeichnete ihn als wirklichen Fortschritt. Er habe lediglich nach dem Vormittagstraining mal darüber nachgedacht, das alte Modell zu verwenden, sich dann aber dagegen entschieden, sagte Rosberg. „Ich bin happy, dass ich vor Michael stehe, aber ich bin auch zufrieden mit mir“, meinte Rosberg. „Super von Nico“, schwärmte Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug. „Seine Leistung hier war enorm.“

          Warum Schumacher, der nur auf Startplatz neun fuhr, so viel langsamer war als sein immerhin viertplazierter Teamkollege war ihm angesichts der gleichen technischen Voraussetzungen ebenso ein Rätsel wie nach einer ersten kurzen Analyse seinem Teamchef Ross Brawn. Er komme aus langsamen Kurven „nicht richtig raus“, meinte Schumacher. Da seine Abstimmung „ziemlich identisch“ mit der von Rosbergs Auto sei, müsse das Problem wohl bei ihm liegen.

          „Die Uhr lügt nicht“

          Die klare Nummer 1 war aber Vettel. „Ich weiß nicht, wo er die beiden letzten Runden rausgeholt hat. Er hat die ganze Zeit Probleme gehabt, und jetzt ist er voll da“, sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner. „Er ist mental so stark.“ Auch Webber, der zuletzt in Malaysia auf der Pole Position stand, lobte den Deutschen. „Das war eine tolle Runde von Seb. Ich habe alles gegeben, aber es war nicht genug. Die Uhr lügt nicht“, sagte der Australier.

          In allen Trainingseinheiten hatte Vettel über Probleme geklagt und intensiv mit seinen Mechanikern an der Lösung getüftelt. „Die hatten keine Mittagspause. Danke dafür“, sagte der Hesse. Zudem habe er sich beim Set-Up seines Boliden einiges bei Webber abgeschaut, der noch beim Abschlusstraining Bestzeit gefahren war. „Wir haben bewiesen, dass wir ein sehr schnelles Auto haben, egal auf welcher Strecke“, urteilte Vettel zufrieden.

          Ferrari kann den Red Bull nicht folgen

          Vor dem 4. von 19 WM-Läufen hat Vettel als Dritter hinter dem punktgleichen Alonso (beide 37) zwei Zähler Rückstand auf Felipe Massa (Ferrari/39). Rosberg folgt mit weiteren zwei Punkten Abstand auf Position fünf, Rückkehrer Schumacher hat bislang neun Punkte gesammelt. Ein Sieg in Schanghai würde Vettel erstmals in seiner Karriere den Sprung an die Spitze der Gesamtwertung garantieren.

          Alle vier Pole Positions hat Red Bull in dieser Saison abgeräumt. Nur technische Probleme verhinderten in den ersten beiden Rennen einen scheinbar schon sicheren Vettel-Sieg. Beim Rennen am Sonntag (9.00 Uhr MESZ/live im FAZ.NET-Formel-1-Ticker) könnte Regen wieder alles durcheinanderwirbeln. „Es wird regnen. Die Frage ist nur, wann“, sagte Vettel. Im vergangenen Jahr allerdings gewann der Red-Bull-Fahrer auf nasser Strecke in Schanghai. „Wir haben gute Erinnerungen. Wir sind gerüstet“, versicherte er. Das in beiden WM-Wertungen führende Ferrari-Team dürfte Mühe haben, den Vormarsch der Red Bulls zu stoppen. „Das ist im Moment das Maximum in der Qualifikation“, bekannte Alonso. Der Spanier versprach aber: „Unser Renntempo ist etwas besser.“

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