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Formel 1 in China: Das Rennen : Button und Hamilton im Regen eine Klasse für sich

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Britische Ausgelassenheit: Jenson Button feiert den zweiten Sieg in dieser Saison Bild: REUTERS

Weltmeister Jenson Button gewinnt den Großen Preis von China vor seinem McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton. Dritter wird Mercedes-Pilot Nico Rosberg. Im spannenden Regenrennen wird Sebastian Vettel Sechster und Michael Schumacher Zehnter.

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          Die Formel 1 lebt von ihrer Hektik. Wie fährt der Formel-1-Weltmeister also? In aller Ruhe. Jenson Button hat beim von regnerischen Bedingungen und Saftey-Car-Phasen geprägten Großen Preis von China seinen zweiten Sieg im McLaren-Mercedes eingefahren und die Führung in der Fahrer-Weltmeisterschaft übernommen. Zweiter wurde sein Teamkollege Lewis Hamilton, Dritter Mercedes-Pilot Nico Rosberg, der in der Weltmeisterschaft nun mit 50 Punkten Zweiter hinter Button (60) ist. Drei Mercedes-betriebene Fahrzeuge auf dem Podium - entsprechend angetan war Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug nach dem Rennen: „Das ist der siebzigste Sieg eines Mercedes-Motors seit 1997, Nico (Rosberg) Dritter hier und Zweiter in der Weltmeisterschaft - ein exzellenter Tag für uns“, sagte Haug.

          Sebastian Vettel, als Trainingsschnellster im Red Bull von der besten Startposition ins Rennen gegangen, fiel schon am Start zurück und beendete das Rennen als Sechster. Michael Schumacher, wie Rosberg mit einem modifizierten Heckflügel an seinem Mercedes unterwegs, beendete das Rennen nach einem Rempler, der das Chassis und die Fahrbarkeit des Boliden beeinträchtigte, als Zehnter. Nach dem Rennen war Schumacher alles andere als zufrieden: „Das Rennen war ein Pokerspiel, aber ich muss sagen, dass ich keinen besonders guten Job gemacht habe. Ich habe meine Reifen nicht genügend geschont, am Ende war ich beinahe auf Slicks unterwegs. Das war kein glückliches Wochenende für mich.“ Adrian Sutil im Force India wurde Elfter, Williams-Pilot Nico Hülkenberg 15. Timo Glock konnte im Virgin wegen eines Motorproblems nicht an den Start gehen.

          Als das Rennen los gehen sollte auf der riesigen Anlage außerhalb Schanghais, konnte es einer nicht erwarten: Fernando Alonso beschleunigte seinen Ferrari vom dritten Startplatz schneller als alle anderen - und früher. Der Fehlstart war so eindeutig, dass die Fernsehkameras schon während des Starts einfingen, wie Rennleiter Charlie Whiting anklagend den Zeigefinger auf Alonso richtete. Zudem wies auch Weltmeister Button, als Fünfter unmittelbar hinter Alonso in der Startaufstellung, per Funk auf das Fehlverhalten hin: „Alonso ist zu früh los.“

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          Die Qual der Reifenwahl

          Entsprechend kurz nur konnte sich Alonso über die gewonnene Führung freuen, die Strafe folgte auf dem Fuße. Nach der Zusatztour durch die Boxengasse reihte sich der Spanier zunächst im Hinterfeld ein. Weil Vitantonio Liuzzi, Sebastien Buemi und Kamui Kobayashi nicht ohne Vollkontakt durch die erste Kurve kamen und das Safety Car das Tempo der ersten Runden vorgeben musste, hielt sich der zeitliche Rückstand in Grenzen.

          Aus den Wolken über der Strecke regnete es unterdessen - mal stärker, mal schwächer. Intermediates für eine nasse Piste oder profillose Slicks? Zunächst schienen die Trockenreifen, die schon am Start aufgezogen worden waren, die bessere Wahl - an die sich aber Vettel, Webber, Lewis Hamilton und Schumacher nicht hielten. Kaum hatten sie sich für den Reifenwechsel entschieden, wurde die Strecke wieder trockener. Prompt mussten sie ihre Crews wieder zu Wechselspielchen bitten. Vettel und Hamilton duellierten sich bei der Rückfahrt auf die Piste in der Boxengasse, haarscharf rutschten sie an einer Kollision vorbei. Die Rennaufsicht begnügte sich nach dem Rennen mit einer Verwarnung wegen „gefährlichen Fahrens“ für beide Piloten.

          Im Regen sind die McLaren eine Klasse für sich

          Mercedes-Pilot Nico Rosberg dagegen vertraute seinem ersten Reifensatz und seinen Fahrkünsten. Der Lohn: Die Führung, die erste eines Mercedes-Piloten in einem Formel-1-Rennen seit 1955. Rosberg vorne, Schumacher im Mittelfeld - der Trend vom Saisonstart scheint bei Mercedes zur Dauereinrichtung zu werden. Von Dauer war Rosbergs Spitzenposition aber nicht, nach einem Fahrfehler musste sich der Wiesbadener hinter Jenson Button einreihen. Allerdings waren die McLaren so schnell, dass sich Rosberg auch ohne Fehler kaum an der Spitze hätte halten können. Button hatte wie Rosberg auf einen Reifenwechsel verzichtet. „Die Bedingungen haben mir sicherlich geholfen“, sagte Button nach dem Rennen. „Aber Glück war das nicht. Wir haben einfach die richtige Entscheidungen getroffen.“

          Kurz darauf rückte das Feld wieder eng zusammen - Jaime Alguersuari hatte den Frontflügel seines Toro Rosso in Einzelteile und Splitter zerlegt auf der Zufahrt zur Boxengasse verteilt, das Safety Car musste die Fahrer im Zaum halten, bis der Schutt beseitigt war.

          Und als das Sicherheitsfahrzeug wieder ging, kam der Regen zurück. Da war erst rund die Hälfte der 56 Runden absolviert - aber die deutlich spannendere Hälfte. Denn im Regen von Schanghai fuhren die McLaren-Piloten Button und Hamilton in einer eigenen Klasse. Dass dabei Button mit seinem überlegten Fahrstil - und zuletzt vollends abgenutzten Reifen - wieder vor dem famos kämpfenden Lewis Hamilton ins Ziel kam, dürfte dann in den kommenden Rennen in Europa wieder für ausreichend Hektik sorgen.

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