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Formel 1 in Belgien : Nur das Wetter stimmt

  • -Aktualisiert am

Skeptischer Blick: Michael Schumacher Bild: dpa

Nick Heidfeld muss in Belgien den Abflug seines Ersatzmanns Senna kommentieren - bleibt aber neutral. In Spa herrscht Schumacher-Wetter und doch haben die Mercedes-Piloten offenbar keine Fortschritte gemacht.

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          Schumacher-Wetter, sollte man meinen. In Spa-Francorchamps, wo vor zwanzig Jahren die Karriere des Formel-1-Rekordweltmeisters begann, wirbelte am Freitag die Laune der Natur. Mal regnete es, mal trocknete es ab, bevor der nächste Guss die 7,004 Kilometer lange Piste in den Ardennen unter Wasser setzte. Und so ließ sich nach den ersten beiden Trainingseinheiten nur dies erkennen: an der Hackordnung hat sich nichts geändert über die Sommerferien.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          In der kurzen Trockenheit setzte sich am Nachmittag Mark Webber mit seinem Red Bull an die Spitze vor Fernando Alonso im Ferrari und Jenson Button (McLaren-Mercedes). Warum sollte sich auch viel geändert haben? Zwei Wochen waren die Fabriken geschlossen worden. Wenn, dann reiften die Boliden nur in Gedanken. Ob sich langfristig geplante Verbesserungen wie neue aerodynamische Bausätze rentieren, ließ sich unter den ständig wechselnden Bedingungen kaum erkennen. Mercedes, mit Schumacher am Vormittag vor Teamkollege Nico Rosberg auf einer zunächst nur feuchten Piste der Schnellste, wurde am Nachmittag wieder eingefangen: Rang sechs (Rosberg) und elf (Schumacher) deuteten an, wo das deutsche Team steht. Immer noch auf Position vier.

          Dass Sebastian Vettel nur als Zehnter geführt wurde, deutet keinesfalls auf ein Steuerproblem hin. Eher auf ein unglücklicheres Timing, wenn der Hesse es denn wirklich auf eine Topzeit angelegt hatte. Aussagekraft hatte nur die Leistung von Sergio Perez im Sauber und von Nico Hülkenberg im Force India, als Teilzeitersatzmann von Adrian Sutil. Wer als junger Pilot unter solchen Umständen auf der sogenannten Fahrerstrecke von Spa-Francorchamps Siebter und Achter wird, hat kein Talentproblem.

          Dunkle Wolken: Fernando Alonso unter trübem Himmel in Spa

          Mit rund 300 Kilometern pro Stunde rasten die Schnellsten durch die Senke der berühmten „Eau Rouge“-Kurve hinauf zum Radillon-Bogen, bevor sie am Ende der folgenden ansteigenden Geraden, nach 1700 Metern 320 erreichten. Es wäre noch schneller gegangen, falls der Internationale Automobil-Verband den Einsatz des beweglichen Heckflügels in der Eau Rouge nicht untersagt hätte. Zum Wohle der Fahrer.

          „Das ist schon tückisch, im Training lupft man schon mal, aber im Qualifying drückt man durch“, sagte einer, der die Eau Rouge oft meisterte. Nick Heidfeld schaute am Freitag unfreiwillig zu. Er liegt im Rechtsstreit mit seinem Team Lotus-Renault. Eine Einstweilige Verfügung gegen die Entscheidung des Teams, den etablierten, im Fahrerlager geschätzten Heidfeld gegen den unerfahrenen Bruno Senna zu ersetzen, lehnte der Londoner High Court ab.

          Senna fliegt ab? Heidfeld bleibt neutral

          Allerdings müssen die streitenden Parteien bis zum 19. September eine Lösung in Freundschaft finden. Andernfalls wird es eine Hauptverhandlung geben. Heidfeld hält einen gültigen Fahrervertrag für 2011 in Händen und will sich nicht verdrängen lassen. Wenn doch sportliche Gründe für eine Versetzung in den Ruhestand nicht zu finden sind.

          Bislang fuhr der Mönchengladbacher mehr Punkte ein als sein Teamkollege Witali Petrow. Dass der Russe am Freitrag-Nachmittag Letzter wurde, hing nicht mit seinem Fahrvermögen zusammen. Das lag am Renault, den auch Senna nicht über Platz 17 hinaus zu steuern wusste. Hinter dem 27 Jahre alten Brasilianer blieben neben Petrow nur die Piloten der Debütanten-Teams von 2010, Lotus, Marussia-Virgin mit Timo Glock (19.) und HRT.

          Das war immerhin schon ein Fortschritt. Am Vormittag war Senna auf nasser Strecke in der achten Runde rückwärts in die Streckenbegrenzung geprallt. Heidfeld, als Experte für den Fernsehsender Sky direkt vor der Box von Renault am Mikrophon, blieb angesichts des Crashs neutral: „Da empfinde ich keine Schadenfreude. Das kann passieren.“

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