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Formel 1 in Baku : Wo Menschenrechte keine Rolle spielen

Nur wenige Zuschauer waren beim ersten Trainingstag auf den Rängen an der Strecke. Bild: Reuters

Auch die neuen Formel-1-Besitzer scheren sich nicht um Menschenrechte und Pressefreiheit in Aserbaidschan. Stattdessen bieten sie 40 Millionen Argumente. Und dennoch ist die Zukunft des Rennens ungewiss.

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          Baku hat sich verändert. Die Stadt, die Menschen. Draußen in der Bucht von Bayil, am Nationalflaggenplatz, fehlt die Nationalflagge, seit einem halben Jahr schon. Von September 2010 bis Mai 2011 stand hier die höchste Flagge der Welt, dann wurde Aserbaidschan von Tadschikistan übertrumpft. Sieben Jahre später steht hier gar nichts, noch nicht mal der Mast. Der Baugrund soll zu stark nachgeben, heißt es. Was wäre das für ein Bild, wenn der einst höchste Flaggenmast der Welt, ein Symbol der Herrschaft Ilham Alijews niedersinken würde wegen tektonischer Verschiebungen unter kaspischem Schlamm?

          Alijew geht gerne auf Nummer sicher. Vor vierzehn Tagen hat sich der Präsident wiederwählen lassen, 86 Prozent Zustimmung, sogar einer der Gegenkandidaten hat Alijew gewählt. Sicher ist sicher. Und trotzdem, auch Veränderungen am Menschen fallen ins Auge. Die Männer vom Geheimdienst zum Beispiel, die an den Toren zur Rennstrecke stehen, haben in diesem Jahr keine Pins mit den Insignien ihres exekutiven Hauses am Revers. Die Bewacher der Formel 1, der Große Preis von Aserbaidschan startet am Sonntag um 14.10 Uhr MESZ (im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 und bei RTL), sind trotzdem unverwechselbar, den Sonnenbrillen und den Anzügen untrüglich postsowjetischen Schnitts sei Dank.

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