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Formel 1 in Baku : Hamilton behält im Chaos den Überblick

Der Sieger Lewis Hamilton nach seinem Erfolg in Baku. Bild: Reuters

Auf dem Kurs in Aserbaidschan kommt es zu vielen Zusammenstößen. Die Red Bulls scheiden aus. In der dramatischen Schlussphase unterläuft Vettel ein entscheidender Fehler, weshalb er nun die WM-Führung abgeben muss.

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          Lewis Hamilton hat nun 63 Formel-1-Rennen in seiner Karriere gewonnen – und der 63. Sieg, am Sonntag beim Großen Preis von Aserbaidschan in Baku, dürfte einer der glücklichsten gewesen sein. Bis elf Runden vor Schluss sah Sebastian Vettel im Ferrari wie der sichere Sieger aus. Doch in der 40. von 51 Runden wirbelte eine spektakuläre Karambolage der Red-Bull-Teamkollegen Daniel Ricciardo und Max Verstappen den Grand Prix am Kaspischen Meer durcheinander.

          Zwei Runden vor Rennende wurde Hamiltons Teamkollege Valtteri Bottas um den Sieg gebracht, als der linke Hinterreifen plötzlich Luft verlor – ein überfahrenes Trümmerteil hatte den Pneu aufgeschlitzt. Hinter Hamilton wurde Vettels Teamkollege Kimi Räikkönen Zweiter, der Mexikaner Sergio Perez im Force India Dritter. Vettel beendete das Rennen als Vierter. „Ein ziemlich emotionales Rennen“, sagte Hamilton, „ein verrücktes Rennen. Valtteri hatte großes Pech, aber ich nehme den Sieg.“

          Vor dem Start des Rennens war über die Auswirkungen des böigen Winds auf die Aerodynamik der Rennwagen spekuliert worden. Auf der Piste allerdings machten vor allem die Piloten viel Wirbel. In der zweiten Kurve fuhr der Russe Sergej Sirotkin dem Vordermann ins Heck, noch ohne größere Folgen, aber danach wurde es unübersichtlich. Räikkönen, der nach dem Start seinen sechsten Platz an Force-India-Pilot Esteban Ocon verloren hatte, zog vor Kurve drei nach innen, in eine Lücke, die Ocon nicht öffnen wollte.

          Formel 1

          Die Folge: Ocon wurde vom Ferrari in die Streckenbegrenzung gepfeffert und war alsbald beim Plausch am Straßenrand mit Sirotkin zu beobachten. Der hatte seinen Williams endgültig abstellen müssen, nachdem ihm Carlos Sainz junior im Renault rechts keinen Platz gelassen hatte und linker Hand Fernando Alonso im McLaren der Arbeit nachging. Alonsos McLaren verlor in der Folge die Bereifung auf der rechten Seite auf beiden Achsen, konnte sein Fahrzeug aber bis zur Box schleppen, über den „Depp“ Sirotkin fluchend. Zum Service war zuvor auch Räikkönen eingekehrt und hatte sich mit den weichen, der härtesten in Baku angebotenen Mischung, in den vom Safety Car aufgehaltenen Verkehr eingereiht – in der Hoffnung, nicht wieder stoppen zu müssen.

          An der Spitze des Feldes wartete Vettel nun vor Hamilton darauf, wann das Rennen wieder freigegeben würde. Vor einem Jahr waren die beiden in umgekehrter Reihenfolge hinter dem Safety Car unterwegs. Damals hatte Hamilton als Führender, der das Tempo vorgibt, Vettel zur Weißglut getrieben, bis der Deutsche seinen Ferrari gegen Hamiltons Mercedes rempelte. Ein Jahr später nun bewies Vettel, dass er das Spiel mit den Nerven der Konkurrenten ebenfalls glänzend beherrscht.

          Der Sieger Lewis Hamilton (Mitte) umrahmt vom Zweitplatzierten Kimi Räikkönen (links) und dem Drittplatzierten Sergio Perez.

          Als in Runde fünf klar war, dass die Fahrt wieder frei gegeben würde, bremste Vettel das Tempo herunter. Hamilton beschwerte sich, das sei „Stop-and-Go“ und doch gefährlich. Vettel hatte die Lage im Griff und setzte sich bei freier Fahrt an der Spitze ab. „Ein sehr gutes, kontrolliertes Rennen“ fuhr er, sagte der Hesse später. Doch in seinem Rücken bahnte sich das Chaos schon an.

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