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Formel 1 in Bahrein : Ein bisschen Genugtuung für Rosberg

  • -Aktualisiert am

Nico Rosberg ist beim abendlichen Training in Bahrein der Schnellste Bild: AP

Etappensieg für Nico Rosberg? Nach dem Streit der vergangenen Tage verweist der Mercedes-Pilot seinen Teamkollegen Lewis Hamilton zumindest im Freien Training zum Rennen in Bahrein schon mal auf den zweiten Platz. Dahinter lauert das Ferrari-Duo.

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          War das ein Etappensieg? Mercedes-Pilot Nico Rosberg ist beim Training der Formel 1 zum Großen Preis von Bahrein (Sonntag, 17 Uhr MESZ / Live bei RTl, Sky und im Formel-1-Ticker auf FAZ.NET) die schnellste Runde (1:34,647) gelungen. Er ließ seinen Teamkollegen Lewis Hamilton am Freitagabend unter Flutlicht auf der Rennstrecke in der Sakhir-Wüste um gut eine Zehntelsekunde hinter sich. Ein Start nach Ansage: „Ich glaube, ich habe Vorteile hier“, hatte Rosberg am Donnerstag behauptet.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          In Bahrein begann 2006 die Formel-1-Karriere des nun 29 Jahre alten Deutschen. Beim Debüt im Williams fuhr er die schnellste Rennrunde. 2014 belegte Rosberg im Silberpfeil beim Qualifikationstraining die Pole-Position vor Hamilton, verlor aber im Grand Prix seine Führung an den Briten. „Ich habe daraus gelernt“, sagte Rosberg Ende Februar. Er will mit einem Sieg im Königreich nach drei Niederlagen gegen Hamilton die Wende einleiten.

          Kein Zufall

          Allerdings zählen auch die Ferrari-Piloten nach den Trainingseindrücken vom Freitag zu den Siegkandidaten. Über eine Runde blieben Kimi Räikkönen als Dritter (+ 0,5 Sekunden) und Sebastian Vettel (Vierter/+0,6) zwar wieder deutlich hinter der Silberpfeilfraktion. Aber Vettel erlaubte sich einen Fahrfehler bei seinem Sprint. Und beim Dauerlauf, bei der Simulation des Rennens mit viel Benzin an Bord, zeigte sich, dass Ferraris Annäherung, dass also der Sieg von Vettel in Malaysia, kein Zufall war.

          Die sogenannten „Longrun“-Touren lassen auf ein spannendes Rennen schließen. Zumindest lagen beide Ferrari-Piloten mit den weicheren Reifen deutlich unter den Mercedes-Zeiten. Sie ermöglichen nicht nur kurzfristig ein höheres Tempo, sondern scheinen auch über die Distanz die bessere Wahl. Vettel, von einer kleinen Kollision mit dem Force-India-Piloten Sergio Perez wegen eines Bremsproblems kurz vor Ende der Trainingsläufe gestoppt, traute dem Ergebnis nicht: „Vielleicht hat Mercedes aber noch nicht alles gezeigt.“

          Das hörte sich in der Mercedes-Garage allerdings nicht so an: „Das Tempo von Ferrari auf dem Longrun ist sehr stark“, sagte Rosberg: „Das ist auf jeden Fall beunruhigend.“ Räikkönen und Vettel waren in dieser Reihenfolge am Nachmittag während der ersten 90 Test-Minuten am schnellsten gefahren. Dass erstmals ein anderer Rennstall die besten Positionen im Training vor einem Grand Prix in dieser Saison belegte, hing aber mit dem Sonderprogramm von Mercedes zu tun: Reifentests in der Hitze, bei einer Asphalttemperatur von etwa 52 Grad Celsius. In Malaysia soll unter anderem der starke Verschleiß der Grund für die Niederlage gegen Ferrari gewesen sein. In Bahrein wird die Streckentemperatur während des Rennens wegen des Starts kurz vor Sonnenuntergang nur bei gut 30 Grad Celsius liegen.

          Trotzdem scheint Ferraris „softe“ Wirkung auf die Pneus der Hinterachse Mercedes wieder gefährlich werden können. Denn die Streckenkonfiguration mit sechs mehr oder weniger scharfen Kurven führt zu einer besonderen Belastung der Gummibeläge auf den hinteren Walzen beim Beschleunigen.

          Und die übrigen Konkurrenz? Williams ist die dritte Kraft zur Stunde, Force India mit mit Nico Hülkenberg (15.) dagegen in der Bredouille. „In der schwersten Zeit meiner Karriere“, muss sich der Rheinländer mi einem Auto durchsetzen, dass erst kurz vor dem Saisonstart fertig wurde und kaum weiterentwickelt werden kann. Force India fehlt schlicht das Geld. Das ist bei McLaren-Honda nicht der Fall. Der zweimalige Weltmeister Fernando Alonso landete auf Rang zwölf. Der Spanier ist zwar anderes gewohnt. Aber sein berühmter Rennstall macht Fortschritte, wenn das Auto denn läuft. Teamkollege Jenson Button wurde, wegen zweier technischer Defekten lange ein Zuschauer, nur Vorletzter.

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