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Verstappen-Sieg in Formel 1 : Vettel zum Abschied so schlecht wie nie

Ein letztes Mal in Rot: Sebastian Vettel, hier Anfang Dezember, sagte in Abu Dhabi „Ciao“ bei Ferrari. Bild: Reuters

Sebastian Vettel fährt auch in seinem letzten Rennen für Ferrari nur hinterher und schafft es wieder nicht in die Punkteränge. Das Saisonfinale der Formel 1 in Abu Dhabi gewinnt Max Verstappen.

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          In zehn Runden vom Grand-Prix-Gewinner zum Arbeitssuchenden. Sergio Perez, vor einer Woche noch Sieger des Großen Preises von Bahrein, platzte der Kragen, als der Mercedes-Motor in seinem Racing Point den Geist aufgab am Sonntag in Abu Dhabi. Den Fluch über den Motor übertönte die Regie. Das Fazit des Mexikaners: „Ich bin raus.“

          So ist es. Perez ist schneller als etliche seiner Konkurrenten, die ein Cockpit im kommenden Jahr sicher haben. Doch Perez steht auf der Straße, muss weichen für Sebastian Vettel, der 2021 im von Racing Point in Aston-Martin umbenannten Boliden an den Start rollt. Perez ließ den Kopf hängen in der arabischen Dämmerung.

          Für Verstappen ein Feuerwerk

           

          Für Max Verstappen gab es ein Feuerwerk. Doch noch ein Sieg für Red Bull in dieser Saison, der zweite, mehr als vier Monate nach dem Sieg in Silverstone, der zehnte seiner Formel-1-Karriere. In Abu Dhabi konnte der Niederländer der Konkurrenz im Mercedes, Weltmeister Lewis Hamilton und Valtteri Bottas, endlich mal auf und davon fahren: „Großartig. Das nennt man schlicht ein wunderbares Rennen.“

          Ein Sieger, der nicht bei Mercedes angestellt ist? Gab es in Abu Dhabi zuletzt 2013: als Sebastian Vettel noch für Red Bull fuhr. Ungewohnte Töne für Abu Dhabis Herrscherfamilie Al Nahyan also. Sie ließ Het Wilhelmus und die österreichische Bundeshymne auflegen, bevor sie in Person des stellvertretenden Premiers den Siegerpokal überreichte.

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          Mercedes musste die Leistung drosseln, schon vor dem Qualifying. Prompt war Verstappen am Samstag Schnellster – eine Position, die am Sonntag nie in Gefahr geriet. Hamilton hatte am Samstag gesagt, er fühle sich nach seiner Covid-19-Infektion „noch nicht hundertprozentig“. Am Sonntag fand er keinen Weg vorbei an Bottas. Hamilton, sein Vorsprung in der WM-Wertung beträgt 124 Punkte, war hörbar unzufrieden. „Fühlt sich nicht wie eine gute Strategie an“, funkte er, als ihm gewahr wurde, dass es nur einen Reifenwechsel geben würde.

          Die in den vergangenen Rennen beobachtete Beschleunigung zum Ende eines Grand Prix blieb aus. Hamilton beendete das letzte Rennen der Saison auf Platz drei. „Red Bull war nicht einzuholen“, sagte der Weltmeister. Er drehte trotzdem ein paar Driftkreisel auf der Zielgeraden vor leeren Tribünen. Auf den Rängen dahinter ging es um mehr: Platz drei in der Konstrukteurswertung.

          Formel 1

          Ein Dreikampf zwischen Racing Point, McLaren und Renault. Der Ausfall von Perez und das Unvermögen des Teamkollegen Stroll, über Runden an Vettel im langsameren Ferrari vorbeizuziehen, bremste die künftigen Arbeitgeber des Deutschen aus. McLaren machte das Rennen. Lando Norris und Carlos Sainz, der bei Ferrari Nebenmann vom Leclerc wird, fuhren auf die Plätze fünf und sechs. McLarens Comeback hat unter dem deutschen Teamchef Andreas Seidl Fahrt aufgenommen. Im kommenden Jahr wird der Mercedes-Motor ins Heck gesetzt. „Wir können weiter Vollgas geben“, sagte Seidl.

          Und Ferrari? Bleibt Platz sechs in der Endabrechnung. Schlechter war die Scuderia zuletzt 1980. Am Persischen Golf fuhren Vettel und Charles Leclerc ohne Aussicht auf Punkte hinterher. Leclerc kam auf Platz 13, Vettel wurde 14. und im WM-Klassement damit insgesamt 13., so schlecht wie nie zuvor in seiner Karriere in einer kompletten Saison. Selbst Kimi Räikkönen im Kundenteam Alfa Romeo war schneller. Den Mechanikern sang Vettel ein Dankeslied über den Funk. Bevor er über das Rennen urteilte: „Heute war nichts Besonderes. So krumm wie das ganze Jahr.“

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