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Formel-1-Finale in Abu Dhabi : Explosiver Fund in Ferraris Tank

  • -Aktualisiert am

Ferrari im Fokus: Es geht um den Tank und die Benzinmenge bei Charles Leclerc. Bild: EPA

Hamiltons finale Triumph-Fahrt wird überlagert von einem Vorwurf gegen Ferrari: Im Boliden von Leclerc findet die Fia mehr Benzin, als von der Scuderia angegeben.

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          Ein Feuerwerk empfing den Mann des Tages, der Saison, den sechsmaligen Weltmeister, den Sieger des Großen Preises von Abu Dhabi zum Finale der Formel-1-Saison. Lewis Hamilton gewann im Mercedes den 21. und letzten Grand Prix 2019 vor Max Verstappen (Red Bull) und Ferrari-Pilot Charles Leclerc, der sich dem Zugriff von Valtteri Bottas im zweiten Silberpfeil noch entziehen konnte. Bottas sprengte die Ferrari-Phalanx überraschend, weil er Sebastian Vettel (5.) abhängte.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Die Freude der Sieger, selbst der nicht ganz freiwilligen Aussteiger wie Nico Hülkenberg (Renault, 12.), eine harte Saison, eine beachtliche Karriere gemeistert zu haben, wurde überlagert von einem Vorwurf gegen Ferrari. Die Scuderia, das hatte der Internationale Automobil-Verband Fia kurz vor dem Rennen mitgeteilt, hat mehr Benzin in Leclercs Boliden gefüllt, als den Regelhütern angegeben. Bei der Siegerehrung, im Flutlicht nach der Sause hinein in die arabische Nacht, sah der Aufsteiger des Jahres blass aus. Doch statt einer kolportierten Disqualifikation Leclercs verlangt die Fia ein Bußgeld: 50.000 Euro.

          Aus Sicht von Hamilton entwickelte sich die Dienstreise nach Abu Dhabi zum passenden Finale, zum würdigen Triumphzug des Königs der Autofahrer: „Ich bin sehr stolz.“ Der Brite bot alles, was nötig ist für die meisterliche Abrundung seiner Dominanz. Hamilton zog von der Pole-Position aus davon, gewann zum elften Mal in dieser Saison, zum 84. Mal in nun 250 Formel-1-Wettläufen, fuhr die schnellste Rennrunde – und ließ seine Verfolger in gebührendem Abstand um den weitaus Zweitbesten des Tages kämpfen. Leclerc überholte Verstappen in der ersten Runde und konnte sich zunächst absetzen. Vettel drängte, musste den Niederländer aber ziehen lassen.

          In der 13. Runde tauchten beide Ferrari überraschend nacheinander an der Box auf. Leclerc hätte mit der härteren Reifen-Mischung eigentlich länger als Vettel (auf den weichen Pneus) kreisen können. War der taktische Fehler, den Hessen am Samstag beim Qualifying mit den (ungewöhnlich) langsameren Softgummis auf die Pole-Jagd zu schicken, doch nicht so fatal? Er war zumindest die erste in einer Reihe von Pannen.

          Am Samstag war Leclerc beim letzten Versuch im Startplatzrennen wegen eines Missgeschicks bei der Kalkulation nicht vor Ablauf der Zeit über die Startlinie gesaust. Feierabend vor der Endrunde. Am Sonntag blieb Vettel beim ersten Reifenwechsel 6,9 Sekunden statt der üblichen 2,5 hängen, weil das rechte Vorderrad klemmte. Er fiel auf Rang sieben zurück. Sein zehn Jahre jüngerer Teamkollege musste sich 18 Runden später Verstappen geschlagen geben. Gleichzeitig stürmte Bottas auf neuen Reifen von hinten heran, mit den schnellsten Rundenzeiten, als Leclerc und Vettel zum zweiten Boxenstopp abbogen (39.), wieder kurz nacheinander. Ein Husarenritt des Finnen, der wegen eines Motorenwechsels vom letzten Startplatz hatte losbrausen müssen.

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