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Formel 1 : „Heimspiel“ mit Schattenseiten - Schumacher macht Alonso nervös

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Ungewohnt nachdenklich: Fernando Alonso Bild: dpa/dpaweb

Er wird in Spanien verehrt wie König Juan Carlos, doch vor dem Heimspiel in Barcelona bringt die „Alonsomania“ erste Schattenseiten für den Formel-1-Weltmeister. Außerdem machen ihn die guten Leistungen von Vorgänger Michael Schumacher nervös.

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          Er wird in Spanien fast schon verehrt wie König Juan Carlos, doch vor dem Heimspiel in Barcelona bringt die „Alonsomania“ die ersten Schattenseiten für den Formel-1-Weltmeister. „Wenn ich in einem anderen Land ankomme, werde ich mit Respekt behandelt. Aber hier werde ich bis ins Restaurant verfolgt und kann mich nicht frei bewegen“, beschwert sich Fernando Alonso vor dem Großen Preis von Spanien (Sonntag, 14 Uhr) vor allem über die heimische Presse.

          Zudem schwelt weiter der erste Zwist des Champions mit seinem Renault-Team, das er zum Saisonende verlassen wird. Nachdem er schon am Nürburgring nach der zweiten Niederlage in Folge gegen Michael Schumacher bei der Siegerehrung eine Leichenbittermiene zur Schau gestellt und danach von seinem Rennstall Verbesserungen in allen Bereichen gefordert hatte, verschoß er nun den nächsten Giftpfeil.

          „2007 habe ich das beste Auto“

          Bei einer Sicherheitskampagne von Renault für Kinder im Straßenverkehr schwärmte Alonso von seinem künftigen Dienstwagen, dem Silberpfeil von McLaren-Mercedes. „Ich bin davon überzeugt, daß ich 2007 das beste Auto der Formel 1 haben werde“, sagte Alonso, der nach den guten Auftritten von Ferrari-Star Schumacher offenbar nervös geworden ist. Möglicherweise sieht er insgeheim auch schon für sein Heimrennen, bei dem ihm ein Sieg noch fehlt und viel bedeuten würde, seine Chancen schwinden. Dazu kommt noch der große Erwartungsdruck der eigenen Fans, den er nach eigener Aussage aber abschüttelt. „Wenn ich im Auto sitze und das Visier runterklappe, spielt das ohnehin keine Rolle mehr“, sagte Alonso.

          Am Nürburgring war ihm nicht nach Lachen zumute

          Erst einmal muß er aber im Auto sitzen. Bis dahin muß er sich - wie früher Schumacher in Hockenheim oder am Nürburgring - irgendwie seinen Weg durch die Fans bahnen. „Es sind so viele Fans da. Das kann schon ein bißchen stressig sein. Aber ich versuche, das Wochenende zu genießen“, meinte er. Dazu kommen für den kleinen Mann aus der Region Asturien, aus der am Sonntag allein 2000 Mitglieder seines Fanklubs auf den Tribünen sitzen werden, noch zahlreiche zusätzliche Sponsoren- und PR-Termine. Zudem hat sich für den Sonntag auch noch der höchste Besuch überhaupt angesagt. Der König, der Alonso sonst nach Siegen schon mal auf dem Handy anruft, wird selbst zur Rennstrecke kommen. Juan Carlos ist bereits in Barcelona, wo der begeisterte Segler am Wochenende an einer Regatta teilnimmt.

          Neuer Zuschauerrekord

          Die blaue Begeisterung - blau als Farben von Renault und Asturien - nimmt zudem langsam Formen an wie die Schumacher-Begeisterung in Deutschland vor mehr als zehn Jahren. Die spanischen Fans, die sich vor ein paar Jahren nur für Motorrad-Rennen begeisterten, sorgen von Jahr zu Jahr für Zuschauerrekorde. 130.000 werden es in diesem Jahr am Sonntag sein, dank neuer Zusatztribünen rund 15.000 mehr als 2005.

          Auch bei der Flucht vor den eigenen Fans orientiert sich Alonso an Schumacher. Als sich der Kerpener kurz nach dem Beginn seiner einzigartigen Karriere in Deutschland nicht mehr frei bewegen konnte, siedelte er zuerst nach Monte Carlo und später in die Schweiz über, wo er sein Privatleben völlig abschottet. Alonso wohnt jetzt bereits in Oxford und hat sich zudem kürzlich ein Chalet in Chateaux d'Oex zugelegt, wenige Kilometer entfernt von der Villa von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone in Gstaad. Eines weiß Alonso aber jetzt schon ganz genau. „Michael Schumacher fährt bereits seit 15 Jahren in der Formel 1“, meinte der Spanier: „So lange sehe ich mich nicht in der Königsklasse.“

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