https://www.faz.net/-gtl-7nvc9

Formel 1 in Malaysia : Silberpfeile schießen zum Doppelsieg

Einmal den Sieger anfassen: Lewis Hamilton steht dort, wo Sebastian Vettel sonst immer stand Bild: REUTERS

Es ist ein Rennen unter Extrembedingungen: Im Ziel von Malaysia freut sich Mercedes über den ersten Doppelerfolg in der neuen Silberpfeil-Ära seit 2010. Neben Lewis Hamilton steht ein alter Bekannter auf dem Podest: Sebastian Vettel.

          4 Min.

          „Phantastisches Rennen, Lewis! Ein fehlerloses Wochenende, du hast deinen Job erledigt“, funkte der Renningenieur an Lewis Hamilton. Und der bedankte sich artig für die Unterstützung seines Teams. Der Brite gewann am Sonntag den Großen Preis von Malaysia vor seinem Teamkollegen Nico Rosberg. Es ist der erste Doppelerfolg von Mercedes in der neuen Silberpfeil-Ära seit 2010. „Gigantisch, was wir heute für ein Auto hatten, um alle wegzuputzen“, sagte Rosberg. „Das ist ein großer Tag für uns.“

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Neben Hamilton und ihm stand ein alter Bekannter wieder auf dem Podium: Sebastian Vettel (Red Bull). Noch im Auto kündigte der Weltmeister an, dass er sich damit noch lange nicht zufrieden geben wird. „Wir sind noch nicht da, wo wir sein wollen. Es gibt noch viel zu tun. Aber wir werden wieder dorthin kommen“, rief er seinem Team zu.

          Eine Viertelstunde vor dem Rennen ruhte die Startaufstellung noch für eine Schweigeminute. Fahrer, Mechaniker, Ingenieure und Zuschauer gedachten der Opfer des verschollenen Flugzeuges von Malaysian Airlines, von dem weiterhin jede Spur fühlt. Die beiden Silberpfeil-Piloten Rosberg und Hamilton traten mit dem Schriftzug „Tribute to MH 370“ an.

          Hamilton widmete seinen Sieg später den Opfern und Angehörigen. In den Tagen vor dem Rennen hatten die Veranstalter befürchtet, dass wegen des Unglücks weniger Zuschauer zum Rennen kommen würden, und tatsächlich blieben auf der Haupttribüne mehr Plätze frei als im vergangenen Jahr. 

          Diejenigen die kamen, erhielten schon beim Start viel geboten. Vorne zog Hamilton davon, dahinter wurde Vettel schnell von Rosberg unter Druck gesetzt. Es war ein deutsch-deutsches Duell am Limit, bei dem Vettel weit nach rechts zog und Rosberg nicht mehr viel Platz ließ bis zur Boxenmauer.

          Auch sein Teamkollege Daniel Ricciardo profitierte davon und schlüpfte am Weltmeister vorbei. Die interne Red-Bull-Rangordnung aber wurde schon in der vierten Runde wieder hergestellt, als Vettel auf der langen Geraden den Heckflügel seines Renners per Knopfdruck flachstellte und mühelos am Australier vorbei zog. Rosberg war da noch in Sichtweite, Hamilton aber schon sechs Sekunden entfernt. 

          Für einen anderen war das Rennen da längst gelaufen: Kimi Räikkönen. Schon in der ersten Runde geriet der Finne mit dem Dänen Kevin Magnussen (McLaren) aneinander, dabei wurde der rechte Hinterreifen am Ferrari aufgeschlitzt. Räikkönen fiel ans Ende des Feldes zurück, wurde letztlich immerhin Zwölfter. Magnussen musste bei seinen Mechanikern vorfahren und den Frontflügel wechseln lassen.

          Außerdem musste er danach ein weiteres Mal in die Boxengasse abbiegen und fünf Sekunden stehen bleiben, dazu hatten ihn die Rennkommissare verurteilt. Vor zwei Wochen in Australien war der Einundzwanzigjährige mit Platz zwei noch die große Überraschung gewesen, nun wurde er lediglich Neunter. 

          Lass dich umarmen: Rosberg kann sich auch über Platz zwei freuen

          Es war ein Rennen unter Extrembedingungen: 32 Grad Celsius in der Luft, 51 Grad auf dem Asphalt, dazu eine Luftfeuchtigkeit von 62 Prozent. Und deshalb war eine Frage: Wie lange werden die sensiblen Pirelli-Reifen halten? Alonso (11. Runde) bog als erster von den Top-Leuten zum Service ab, gefolgt von Ricciardo (12.), Vettel (13.) und Rosberg (14.). Hamilton (15.) hielt am längsten durch.

          Weitere Themen

          Maulkorb für Vettel und Leclerc

          Nach Ferrari-Fiasko : Maulkorb für Vettel und Leclerc

          „Was zur Hölle“: Die beiden Formel-1-Piloten waren kaum zu beruhigen nach dem fatalen Ferrari-Crash beim Großen Preis von Brasilien. Nach dem Rennen aber wurde eine Medienrunde mit Sebastian Vettel und seinem Teamkollegen abgesagt.

          Topmeldungen

          Die israelische Siedlung Migron in der Westbank

          Israel und Palästina : Die Besetzung bleibt rechtswidrig

          Zumindest für den UN-Sicherheitsrat ist die Sache klar: Der Bau israelischer Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten bleibt völkerrechtswidrig – und Israel ist aufgefordert, alle Siedlungsaktivitäten einzustellen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.