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Formel 1 in Malaysia : Nur Hamilton ist schneller als Vettel

Der schnellste Mann auf nasser Strecke: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton startet von der Pole Position Bild: dpa

Bei widrigen Bedingungen präsentiert sich der deutsche Weltmeister im Qualifying von Sepang stark verbessert. Nur Dauerrivale Lewis Hamilton ist um einen Wimpernschlag schneller. Auftaktsieger Rosberg startet von Platz drei.

          2 Min.

          Am Ende war es enger, als es die meisten für das Qualifikationstraining zum Großen Preis von Malaysia an diesem Sonntag (Start: 10 Uhr MESZ / RTL, Sky und im FAZ.NET-Liveticker) vorhergesagt  hatten – und das lag vor allem an zwei Komponenten: Starkregen wirbelte am Samstag vieles durcheinander, und Sebastian Vettel (Red Bull) demonstrierte ein weiteres Mal, dass mit ihm unter widrigen Bedingungen ganz besonders zu rechnen ist: Platz zwei für den Weltmeister – nur fünf Hundertstelsekunden hinter Lewis Hamilton (Mercedes). „Ich hätte mir gewünscht, noch einen Versuch für eine schnelle Runde zu haben, weil ich das Gefühl hatte, dass es vielleicht noch schneller gegangen wäre.“ Immerhin hat Vettel damit das Silberpfeil-Duo gesprengt, Nico Rosberg blieb nur der dritte Platz. „Es waren unglaublich schwierige Bedingungen da draußen“, sagte Hamilton. „Auf meiner letzten Runde konnte ich die Strecke überhaupt nicht mehr sehen, ich wusste nicht, wo ich bin.“ 

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Um 15.20 Uhr Ortszeit setzte der Regen ein, innerhalb von Minuten stand die Strecke unter Wasser. Der Start des Qualifikationstrainings wurde verschoben. Erst um eine Viertelstunde, dann um eine weitere und noch einmal, so dass die Rennwagen schließlich erst um 16.50 Uhr auf die Strecke gingen. Schon kurz danach bekam Vettel einen Funkspruch zu hören, der ihm nicht gefallen konnte: „Komm rein, Sebastian, es gibt ein Problem mit dem Auto.“ Wieder war es der Renault-Motor, der den Ingenieuren Sorgen machte. Ihre Erste-Hilfe-Maßnahme: Sie fuhren das gesamte System herunter und hofften darauf, dass die Software danach korrekt funktionieren würde. Und offenbar zeigte dies Wirkung. Der Sechsundzwanzigjährige setzte die beiden Mercedes-Piloten in jedem der drei Qualifikationsdurchgänge unter Druck. Im ersten Sektor, wo es vor allem auf den Topspeed ankommt, verlor er dabei an Zeit. Doch die beiden anderen Sektoren sind kurvenreicher, Red Bull setzte beim Setup der Boliden deshalb auf jede Menge Anpressdruck – und prompt machte Vettel in diesem Teil Boden gut. 

          Beim Rennen soll es ähnliche Bedingungen geben wie während des Qualifikationstrainings. Vettel ist entsprechend optimistisch: „Wir haben ein schnelles Auto. Lassen wir uns überraschen, was passiert“, sagte er. „Mercedes hat derzeit sicher das beste Paket, sie haben über den Winter einen richtig guten Job gemacht. Deshalb sind sie im Moment die Favoriten,  aber dahinter ist es ausgesprochen eng.“ Schon in den Trainingsfahrten war Vettel der einzige, der den Silberpfeilen folgen konnte – drei Zehntelsekunden trennten ihn durchschnittlich pro Runde bei der Rennsimulation. Ferrari-Star Fernando Alonso, der als Vierter direkt hinter ihm startet, sollte deshalb keine Gefahr sein. Der Spanier erlebte einen aufregenden Samstag. Im zweiten Durchgang geriet er mit dem Russen Daniil Kwjat (Toro Rosso) aneinander, dabei brach die Vorderradaufhängung seines Renners. Die Reparatur aber dauerte nur wenige Minuten, und Alonso qualifizierte sich zum zweiten Mal in diesem Jahr vor seinem Teamkollegen Kimi Räikkönen (6.).

          Aus den Fehlern des Auftakts gelernt: Sebastian Vettel und sein Team haben wieder Chancen auf den Sieg

          All diese Männer hat Nico Hülkenberg (Force India/7.) beim Start direkt vor sich. „Wenn man sich die Abstände nach vorn anschaut, fehlt uns vielleicht ein bisschen Abtrieb am Auto“, sagte der Deutsche. „Es war ziemlich schwierig, man musste ziemlich viel Abstand halten wegen der Gischt. Wenn es so im Rennen ist, wird es schwierig mit dem Überholen.“ Das sind auch für den vierten Deutschen im Feld schlechte Nachrichten. Adrian Sutil (Sauber) startet lediglich als Siebzehnter und holte danach vor den Fernsehkameras aus zum verbalen Rundumschlag. Wie das Auto war? „Unfahrbar eigentlich. Da haben wir noch viel Arbeit, die auf uns wartet, ehe wir eine gute Runde zusammenbekommen. Wir machen das Schritt für Schritt.“

          Alle Termine und Startzeiten der Formel-1-Saison 2014

          Die Startreihenfolge

          1. Lewis Hamilton (Mercedes)
          2. Sebastian Vettel (Red Bull)
          3. Nico Rosberg (Mercedes)
          4. Fernando Alonso (Ferrari)
          5. Daniel Ricciardo (Red Bull)
          6. Kimi Räikkönen (Ferrari)
          7. Nico Hülkenberg (Force India)
          8. Kevin Magnussen (McLaren Mercedes)
          9. Jean-Eric Vergne (Toro Rosso)
          10. Jenson Button (McLaren Mercedes)
          11. Daniil Kwjat (Toro Rosso)
          12. Esteban Gutiérrez (Sauber)
          13. Felipe Massa (Williams)
          14. Sergio Perez (Force India)
          15. Romain Grosjean (Lotus)
          16. Pastor Maldonado (Lotus)
          17. Adrian Sutil (Sauber)
          18. Valtteri Bottas (Williams) (wegen Behinderung von 15 auf 18 versetzt)
          19. Jules Bianchi (Marussia)
          20. Kamui Kobayashi (Caterham)
          21. Max Chilton (Marussia)
          22. Marcus Ericsson (Caterham)

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