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Formel 1 in England : Mercedes fährt allen davon, Vettel völlig abgehängt

Wieder der Schnellste: Lewis Hamilton fährt in Silverstone auf die Pole Position. Bild: AFP

In der Qualifikation für den Großen Preis von Großbritannien sind Lewis Hamilton und Valtteri Bottas wieder nicht aufzuhalten. Der Vorsprung diesmal aber ist erstaunlich. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel erlebt die nächste Enttäuschung.

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          Der Abstand zwischen Mercedes und dem Rest der Formel 1 wächst und wächst und wächst. Am Samstag betrug er schon mehr als eine Sekunde: Lewis Hamilton startet zum siebten Mal in seiner Karriere von der Pole Position in den Großen Preis von Großbritannien. Teamkollege Valtteri Bottas war rund drei Zehntelsekunden langsamer als Hamilton, der mit seiner Runde zur 91. Qualifikationsbestzeit seiner Karriere in 1:24,303 Minuten einen Streckenrekord auf dem 5,891 Kilometer langen Silverstone Circuit setzte. Max Verstappen im Red Bull brauchte 1:25,325 Minuten für seine schnellste Runde.

          „Es ist ein Riesenabstand zwischen uns und den anderen“, sagte Hamilton anschließend, „aber Valtteri hat mir Druck gemacht.“ In der Tat hatte der Finne, der den Saisonauftakt in Spielberg gewonnen hatte, danach aber Hamilton unterlegen war, wie der schnellere der beiden Männer in den überlegenen Autos gewirkt. Hamilton hatte, just in dem Moment, als Bottas erstmals einen ersten, nur kurze Zeit gültigen Streckenrekord gefahren war, mit einem Dreher im zweiten Abschnitt für eine Unterbrechung gesorgt: „Es geht im Qualifying darum, das Selbstbewusstsein aufzubauen, deshalb musste ich da tief durchatmen.“

          Dem Weltmeister-Team kam am Samstag in Northamptonshire zudem entgegen, dass es sich über Nacht abgekühlt hatte. „Das tut uns gut“, sagte Teamchef Toto Wolff anschließend. Über den Kurs, auf dem 1950 das erste Formel-1-Rennen überhaupt ausgetragen wurde, wehte auch am Samstag Wind aus wechselnden Richtungen. Kein Problem für den W11, sagte Wolff: „Unser Auto schluckt den Seitenwind gut.“ Er sei stolz, dass es seiner Mannschaft gelungen sei, ein Auto zu entwickeln, das sowohl auf dem vergleichsweise langsamen Kurs bei Budapest wie auch auf einer High-Speed-Strecke wie Silverstone, auf der am kommenden Wochenende ein weiterer Grand Prix der Corona-Saison ausgetragen wird, das Maß der Dinge ist. „Es gibt nichts auszusetzen. Das war wirklich gut.“ Für das Rennen am Sonntag (15.10 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1 sowie bei RTL und Sky) blieb Verstappen dennoch kämpferisch: „Sie sind einfach viel zu schnell in der Qualifikation, aber in der ersten Kurve gibt es immer eine Chance.“

          Formel 1

          Höchst enttäuschend verlief die Qualifikation für Sebastian Vettel im Ferrari, dessen schnellste gewertete Runde nur für Platz zehn reichte. „Ich bin das ganze Rennen nicht richtig in den Rhythmus gekommen. Viel schlimmer kann es nicht werden“, sagte Vettel anschließend. Teamkollege Charles Leclerc wurde Vierter.

          Der Rückkehrer des Wochenendes, Nico Hülkenberg, kam im Racing Point auf Platz 13. Der Krankheitsvertreter des an Covid-19 erkrankten Mexikaners Sergio Perez verpasste den Sprung unter die besten Zehn, der ihm zugetraut worden war. „Nicht optimal, aber es ist utopisch anzunehmen, dass es sofort optimal läuft“, sagte Hülkenberg zum ersten Qualifying nach acht Monaten Formel-1-Pause. Ende 2019 war Hülkenberg aus der Formel 1 ausgestiegen, nachdem sein Vertrag bei Renault nicht verlängert worden war. „Ich wollte ein Auto, aber nicht auf diese Weise“, hatte Hülkenberg zu seiner überraschenden Rückkehr gesagt, nachdem er sich mit dem Mexikaner ausgetauscht hatte. Perez war zwischen 2014 und 2016 sein Teamkollege im Rennstall, der damals Force India hieß und für das Hülkenberg 2012 in Australien den ersten Formel-1-Grand Prix seiner Karriere gefahren war.

          Bereits die ersten Kilometer hinterließen Eindruck bei Hülkenberg: An den bisherigen 177 Grand–Prix-Wochenenden seiner Karriere sei es nie so schnell zu gegangen wie an diesem Wochenende: „Das ist das Schnellste, was ich je erlebt habe“, sagte der Sieger des 24-Stunden-Rennens von Le Mans 2015. Entsprechend beansprucht sei die Nackenmuskulatur. Sein Teamkollege Lance Stroll startet von Platz sechs im Racing Point RP 20, dem Auto, dem der Siegerwagen des vergangenen Jahres als Blaupause zu Grunde liegt: Da siegte Hamilton im Mercedes W10 vor Bottas.  

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