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Formel 1 in China : Vettel jagt die Silberpfeile

  • Aktualisiert am

Der schnellste im Qualifying: Mercedes-Pilot Lewis Hamilton auf der Strecke in Schanghai. Bild: Reuters

Mercedes schlägt zurück: Die Silberpfeile erobern mit überlegenen Bestzeiten die erste Startreihe in China. Lewis Hamilton startet vor Nico Rosberg von der Pole Position. Doch Sebastian Vettel ist ihnen auf den Fersen.

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          Nach der dritten Pole Position dieser Saison für seinen Mercedes-Stallrivalen Lewis Hamilton war Nico Rosberg mächtig angefressen. „Das ist sehr ärgerlich bei nur vier Hundertsteln Rückstand“, klagte der gebürtige Wiesbadener mit versteinerter Miene.

          Hamilton hatte hingegen wieder einmal gut lachen. Der Brite verwies am Samstag in Shanghai Rosberg auf den zweiten Platz und sicherte sich die 41. Pole seiner Karriere. „Der Kurs passt irgendwie zu meinem Fahrstil“, sagte der WM-Spitzenreiter gelassen. „Das Rennen morgen wird aber hart. Nico ist schnell und auch Ferrari.“

          Vor allem Vettel. Der Scuderia-Neuling geht hinter den Silberpfeilen als Dritter ins dritte Saisonrennen am Sonntag (8.00 Uhr MESZ/RTL und Sky und im FAZ.NET-Liveticker). „Das war ein sehr guter Tag, ich kann zufrieden sein. Ich freue mich sehr“, erklärte der Malaysia-Sieger. „Die Session hat sehr gut funktioniert. Platz drei war das Optimum.“

          Auf Vettels Jagd nach seinem 41. Grand-Prix-Sieg, wodurch er mit Legende Ayrton Senna gleichziehen würde, ist jedoch weiter Mercedes die Messlatte. „Die beiden waren heute eine Macht. Vielleicht können wir aber näher an sie herankommen“, sagte Vettel, nachdem Mercedes saisonübergreifend auch im 14. Rennen nacheinander den Pole-Setter stellen konnte.

          Hülkenberg frustriert

          Zweifel an seiner Klasse ließ Weltmeister und China-Rekordgewinner Hamilton, der jedoch mit seiner letzten Qualifikationsrunde nicht ganz zufrieden war, in Asien nicht. Der 30-Jährige beherrschte alle Trainingseinheiten und zeigte sich auch von kleineren Problemen mit seinem Sitz ungerührt. Weil ihm während des Abschlusstrainings zu heiß geworden war, ließ er die Schale austauschen.

          „Ich sehe einen harten, härteren Kampf zwischen Lewis und Nico als in den vergangenen beiden Rennen. Und Sebastian wird mitmischen“, prognostizierte Mercedes-Teamaufsichtsrat Niki Lauda im TV-Sender RTL und äußerte Verständnis für Rosbergs Enttäuschung: „Ich weiß, wie er gelitten hat, der Nico über die vergangenen beiden Rennen.“

          Für den anderen Nico unter den deutschen Formel-1-Piloten, Nico Hülkenberg, verlief die Qualifikation so richtig frustrierend. Der Force-India-Pilot geht nur von Platz 16 aus ins Rennen. „Es ist schon bitter und frustrierend, die gesamte Situation. Die Qualifikation ist nicht ganz rund gelaufen“, klagte der Emmericher.

          Alonso weit abgeschlagen

          Hülkenberg hat aber Hoffnung auf Besserung. „Hintenraus kann es besser werden. Im Moment ist es zäh“, sagte er. Spätestens ab dem Grand Prix von Österreich im Juni soll ihn ein modifizierter Wagen wieder weiter nach vorne bringen.

          Nur von Position 17 und 18 starten die McLaren-Honda-Piloten Jenson Button und Fernando Alonso. „Wir sind immer noch nicht voll bei der Performance“, sagte der Spanier, der dennoch einen weiteren Entwicklungsschritt bei seinem Rennstall sah.

          Von der Spitze um die Silberpfeile ist das britische Team aber ganz weit entfernt. Hamilton führt die WM-Wertung mit 43 Punkten vor Vettel (40) an. Rosberg liegt mit 33 Zählern auf Rang drei. Hülkenberg ist mit sechs Punkten Neunter im Klassement.

          Die Startaufstellung

          1. Lewis Hamilton (England) Mercedes 1:35,782 Min.;
          2. Nico Rosberg (Wiesbaden) Mercedes 1:35,824;
          3. Sebastian Vettel (Heppenheim) Ferrari 1:36,687;
          4. Felipe Massa (Brasilien) Williams 1:36,954;
          5. Valtteri Bottas (Finnland) Williams 1:37,143;
          6. Kimi Räikkönen (Finnland) Ferrari 1:37,232;
          7. Daniel Ricciardo (Australien) Red Bull 1:37,540;
          8. Romain Grosjean (Frankreich) Lotus 1:37,905;
          9. Felipe Nasr (Brasilien) Sauber 1:38,067;
          10. Marcus Ericsson (Schweden) Sauber 1:38,158;
          11. Pastor Maldonado (Venezuela) Lotus 1:38,134;
          12. Daniil Kwjat (Russland) Red Bull 1:38,209;
          13. Max Verstappen (Niederlande) Toro Rosso 1:38,393;
          14. Carlos Sainz jr. (Spanien) Toro Rosso 1:38,538;
          15. Sergio Perez (Mexiko) Force India 1:39,290;
          16. Nico Hülkenberg (Emmerich) Force India 1:39,216;
          17. Jenson Button (England) McLaren Honda 1:39,276;
          18. Fernando Alonso (Spanien) McLaren Honda 1:39,280;
          19. Will Stevens (England) Manor 1:42,091;
          20. Roberto Merhi (Spanien) Manor 1:42,842

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