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Formel-1-Glosse : Bernies Rechenfehler

  • -Aktualisiert am

Bernie Ecclestone verrechnet sich Bild: REUTERS

Es ist ein Megacoup der Arithmetik: Bernie Ecclestone glaubt, dass er trotz der Anklage gegen ihn „zu mehr als einer Million Prozent“ unterstützt wird. Diese Rechnung, das ist sicher, geht nicht auf.

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          Von Charles Bernhard Ecclestone wissen wir seit Jahrzehnten wenigstens drei Dinge: Er hat unglaublich viel Geld, er arbeitet so viel, dass er nicht mal einen Bruchteil davon ausgeben, geschweige denn genießen kann. Und den größten Teil seines Vermögens verdankt er seiner Gedankenschnelle beim Einmaleins.

          Der Chefmanager der Formel 1 brauchte bislang weder Stift noch Papier und schon gar keinen Taschenrechner, wenn er mit Millionen jonglierte. Selbst mit 83 kalkulierte er blitzschnell. Seit Donnerstag aber, seitdem sicher ist, dass ihm in München wegen des Verdachtes der Bestechung der Prozess gemacht wird, offenbart der Brite Probleme mit der Prozentrechnung.

          Nun ist Bernie bei seinen Abrechnungen schon immer zu erstaunlichen Ergebnissen gekommen. Denken wir nur an die Verteilung der Einnahmen aus der TV-Vermarktung der Formel 1: Viele Jahre bekamen die Teams 50 Prozent - und er den Rest.

          Jetzt aber ist Ecclestone der Megacoup der Arithmetik gelungen, just nachdem ihm die Herren aus dem Vorstand des Formel-1-Konzerns überzeugten, sein Direktorenamt ruhen zu lassen. Bernie darf zwar vorerst keine wichtigen Verträge mehr unterschreiben. Aber laut seiner Bilanz muss man weiter mit ihm rechnen: „Jeder aus dem Gremium stützt mich zu mehr als einer Million Prozent.“ Diese Rechnung, das ist sicher, geht nicht auf.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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