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Formel 1 : Frustrierter Barrichello verläßt Ferrari nach sechs Jahren

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Getrennte Wege: Rubens Barrichello (l.) und Michael Schumacher Bild: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Mit dem Wechsel der ewigen „Nummer 1b“ von Ferrari, Rubens Barrichello, zu BAR ist das Fahrerkarussell mit einem Paukenschlag eröffnet worden. Neuer Teamkollege von Michael Schumacher soll Felipe Massa werden, auch wenn die Beteiligten noch schweigen.

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          Das Ferrari-Erfolgsduo Michael Schumacher und Rubens Barrichello wird gesprengt: Der stets im Schatten des siebenmaligen Formel-1-Weltmeisters stehende Brasilianer verläßt die Scuderia nach sechs Jahren frustriert und wechselt zu BAR-Honda. Sein Landsmann Felipe Massa vom Sauber-Team soll in der nächsten Saison Schumachers neuer Teamkollege werden. (Großer Preis von Ungarn im FAZ.NET-Liveticker)

          Mit diesen Paukenschlägen ist das Fahrerkarussell beim Großen Preis von Ungarn nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) gewaltig in Schwung gekommen. Der Cockpit-Coup wirkt sich auch auf Nick Heidfelds Grand-Prix-Zukunft aus. „Es gibt dazu momentan nichts zu sagen. Wir können nicht jedes aufkommende Gerücht kommentieren“, vermied Ferrari-Sprecher Luca Colajanni am Sonntag in Budapest ein klares Dementi. „Wir haben zwei Fahrer mit Verträgen bis 2006.“

          Erfolgreichstes Duo der Grand Prix-Geschichte

          Michael Schumacher war zu keiner Stellungnahme bereit. Der Champion aus Kerpen hatte 2000 im ersten gemeinsamen Jahr mit Barrichello den ersten von inzwischen fünf WM-Titeln mit Ferrari geholt. Das erfolgreichste Duo der Grand-Prix-Geschichte gewann fünf Mal in Serie die Konstrukteurs-WM. Spekulationen über einen vorzeitigen Ausstieg des wegen seines Wasserträgerstatus' frustrierten Barrichello geisterten seit langem im Fahrerlager herum.

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          Formel 1 : Frustrierter Barrichello verläßt Ferrari nach sechs Jahren

          In dieser Saison hatte der Brasilianer Schumacher mehrfach scharf attackiert und damit offen signalisiert, daß er auf dem Absprung ist. Seinen Wechsel zu BAR-Honda wollte Barrichello, wie in der PS-Branche üblich, nicht bestätigen. „Das sind lauter Erfindungen von Leuten, denen langweilig ist“, sagte er genervt. Auch eine BAR-Sprecherin blockte ab: „Kein Kommentar.“ Teamchef Peter Sauber, für den Massa bis zum Saisonende fährt, sagte: „Das mit Barrichello habe ich auch gehört. Bei Felipe ist alles offen.“

          Massa-Transfer systematisch eingefädelt

          So lange wie Barrichello hielt es bislang kein Fahrer unter dem deutschen Superstar aus. Auch wenn die selbst ernannte „Nummer 1b“ immer wieder vom WM-Gewinn während der Schumacher-Ära träumte, kam der neunmalige Grand-Prix-Sieger nie über eine Nebenrolle hinaus. Bei BAR-Honda sieht der 33 Jahre alte Südamerikaner bessere Perspektiven für sich, zumal dort Jenson Button trotz aller Widerstände und der Bereitschaft, sich für drei Millionen Euro aus seinem Vertrag bei Williams freikaufen zu wollen, zu Williams gehen muß.

          Der Massa-Transfer zur Scuderia war seit längerem systematisch eingefädelt worden. Nach einem Aufbaujahr bei Sauber-Petronas holte Ferrari das viel versprechende Talent 2003 als Testfahrer zu sich und nahm ihn gleichzeitig unter Vertrag. Danach kehrte Massa zu dem Schweizer Rennstall zurück. Seit gut einem Jahr managt Nicolas Todt, der Sohn von Ferrari-Teamchef Jean Todt, den Brasilianer. Somit konnten die Verhandlungen im Familienkreis vorangetrieben werden.

          Chance für Nick Heidfeld

          Schumacher will über eine mögliche Fortsetzung seiner Karriere nach Ablauf seines Vertrags Ende 2006 erst Mitte nächster Saison entscheiden. „Es gibt keinen Grund, frühzeitig zu verlängern, weil viele Faktoren für diese Entscheidung wichtig sind“, hatte er schon im Winter verkündet. Einen Wechsel zu einem anderen Rennstall hat Schumacher wiederholt ausgeschlossen. Sein Manager Willi Weber bestätigte in Budapest: „Wir haben schon oft erklärt, daß wir erst Mitte 2006 verhandeln.“

          Für Heidfeld wächst durch den Doppel-Wechsel die Chance, für das künftige BMW-Team zu fahren. Mit Sauber-Mann Massa scheidet ein möglicher Konkurrent aus. Zudem erklärte Frank Williams, daß Button auch gegen dessen Willen zu seinem Team kommen müsse. Da der Brite auf Heidfeld nur eine bis Ende August einzulösende Option mit Rennfahrer-Garantie hat, ist es wahrscheinlich, daß Williams den Mönchengladbacher zum jetzigen Partner BMW ziehen läßt. Heidfeld hielt sich bei diesem heiklen Thema zurück: „Ich darf zu Vertragsinhalten nichts sagen.“

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