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Reaktion auf Hamilton-Aktion : Keine Proteste mehr auf dem Formel-1-Podium

Aktionen wie die von Lewis Hamilton sind von nun an in der Formel 1 auf dem Podium untersagt. Bild: Reuters

Lewis Hamilton protestierte bei der Siegerehrung gegen Polizeigewalt. Nun reagiert der Weltverband. Das strenge Protokoll verhindert von nun an Aktionen wie die des Formel-1-Weltmeisters auf dem Podium.

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          Der Internationale Automobil-Verband (Fia) hat das Podium für die Siegerehrungen der Formel 1 wie erwartet indirekt zu einer demonstrationsfreien Zone erklärt. Das geht aus dem Dokument 39 „Prozedere nach dem Rennen“ hervor, das die Fia etwa drei Stunden vor dem Start des Großen Preises von Russland in Sotschi an diesem Sonntag (13.10 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1, bei RTL und Sky) veröffentlichte. Darin schreibt der Weltverband den ersten drei Piloten des Grand Prix vor, während der Zeremonie auf dem Podium „nur den Rennoverall tragen“ zu dürfen, der bis zum „Nacken geschlossen“ sein müsse. „Um Missverständnisse zu verhindern, schließe (diese Vorschrift) das Tragen einer medizinischen Maske oder einer Maske des Teams ein.“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          An anderer Stelle dieses strengen Protokolls schreibt die Fia allen Rennfahrern, die den Grand Prix beendet haben, vor, während der obligatorischen TV-Interviews und der Pressekonferenz der Fia „nur“ ihre „Team-Uniformen“ zu tragen. Im vergleichbaren Dokument des Weltverbandes für das Prozedere nach dem Grand Prix in der Toskana vor zwei Wochen war von diesen Vorgaben mit keinem Wort die Rede. Die Fia hat demnach auf das Verhalten von Lewis Hamilton reagiert. Der Weltmeister hatte nach seinem Sieg in Italien während der Siegerehrung ein schwarzes T-Shirt getragen mit einem weißen, in Englisch verfassten Schriftzug. Die deutsche Übersetzung lautet: „Verhaftet die Polizisten, die Breonna Taylor töteten.“

          Frau Taylor war auf den Tag sechs Monate zuvor von amerikanischen Beamten bei der Erstürmung ihrer Wohnung erschossen worden. Die Polizei hatte angenommen, in dem Apartment ihren gesuchten, ehemaligen Freund zu finden. Taylors neuer Lebensgefährte soll aus Angst vor einem Angriff Krimineller das Feuer eröffnet haben. Die Verfahren gegen die Beamten sind in der vergangenen Woche eingestellt worden.

          Die Fia kündigte an, das Verhalten von Hamilton zu untersuchen, verfolgte den Fall aber nach wenigen Tagen nicht weiter.  Anwälte des Verbandes sollen zu der Einsicht gekommen sein, die Forderung des Mercedes-Piloten sei vom Recht auf Meinungsfreiheit gedeckt.  Intern aber bereitete sie eine Regelung vor, die vergleichbare Auftritte untersagt. Hamilton hatte mit der Reaktion der Fia gerechnet: „Ich höre für gewöhnlich auf mein Herz und werde weiter tun, was er für richtig halte“, sagte er am vergangenen Donnerstag. Ohne seine Aktion wäre es nicht zu einer Diskussion zu diesem Thema gekommen.  

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