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Formel 1 : Speedy Lewis ist der schnellste Mercedes von Mexiko

  • Aktualisiert am

Jubelnder Sieger: Lewis Hamilton gewinnt in Mexiko Bild: AP

Ein langweiliges Rennen in Mexiko bringt ein bisschen Spannung in den Kampf um den WM-Titel. Lewis Hamilton wahrt mit seinem Sieg seine Chance. Nico Rosberg hat nach Rang zwei aber weiter alles in der Hand. Und Vettel wird nach dem Rennen bestraft.

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          Noch zwei Rennen, noch 19 Punkte voraus, noch einmal Zweiter und einmal Dritter: Für Nico Rosberg rückt die Stunde seines ersehnten Erfolges näher. Aber der Kampf um die Formel-1-Weltmeisterschaft bleibt spannend. Am Sonntag gewann Lewis Hamilton den Großen Preis von Mexiko, sein 51. Sieg, souverän vor seinem Teamkollegen Rosberg im Mercedes. „Es ist erst vorbei, wenn nichts mehr möglich ist. Warten wir ab, was noch passiert“, sagte Hamilton und schaute lächelnd auf seinen Rivalen.

          Ein Motorschaden könnte alles beenden, aber die Gefahr steckt nicht immer in der Maschine, manchmal auch im Rennoverall. Das sah zumindest aus Sicht der Deutschen so aus: Max Verstappen, das ungestüme Supertalent von Red Bull, kam sowohl Rosberg als auch Vettel so nahe, dass die beiden um ihren Erfolg fürchten mussten.

          Sebastian Vettel kam im Ferrari nach einer Fünf-Sekunden-Strafe gegen Verstappen zunächst nachträglich auf den dritten Platz. Dann wurde ein verbotenes Bremsmanöver des Heppenheimers jedoch mit einer Zehn-Sekunden-Strafe geahndet, wodurch er auf den fünften Platz zurückrutschte. Die Red-Bull-Piloten Daniel Ricciardo und Max Verstappen schoben sich auf den dritten und vierten Rang vor.

          Startduell gewonnen

          Ein paar Sekunden dauerte es, bis die Formel 1 in Mexiko auf Touren kam. Das Sprintduell vom Start bis zur ersten Kurve hatte Hamilton von der Pole Position aus gegen Rosberg gewonnen. Aber der Engländer schoss mit Tempo 320 über den Bremspunkt hinaus, die Vorderräder blockierten und zwangen ihn, die Kurve abzukürzen, mit einer Tour über den Rasen. Rosberg hätte davon profitieren können, wenn ihn nicht ein Zweikampf mit dem aufmüpfigen Verstappen gebremst hätte. Der Niederländer suchte – auf gleicher Höhe – seine Chance innen. Er jagte jedoch mit so viel Schwung in den Rechtsbogen hinein, dass sein Bolide von den Fliehkräften gegen den Silberpfeil gedrückt wurde und Rosberg in die Grünfläche abschob.

          Vorneweg und hinterher: Lewis Hamilton gewinnt zwar in Mexiko, hat in der WM-Wertung aber weiter Rückstand

          „Das ist auch für uns haarig, es geht um die WM, da muss man den Kontakt vermeiden“, sagte Mercedes’ Teamchef Torger Wolff. Die Streckenkommissare aber sahen von einer Bestrafung des Enfant terrible ab. Vielleicht auch, weil sich an der Reihenfolge nichts änderte. Rosberg blieb vor Verstappen und weiter im Rennen mit Hamilton um den Titel.

          Warum aber kam es überhaupt zu diesem Zwischenfall auf Biegen und Brechen? Ist der Red Bull nicht mit einem schwächeren Antrieb ausgerüstet, der den Unterschied ausmacht auf der Geraden? Die Reifen waren es. Rosberg und Hamilton starteten mit der soften Gummimischung, Verstappen raste auf supersoften Pneus los. Der Haftungsvorteil und ein bisschen Windschatten reichten für die Attacke aus. Aber die Klebfähigkeit lässt schneller nach. Und so musste Verstappen seine Jagd unterbrechen und relativ früh zum ersten Boxenstopp abbiegen.

          Rosberg muss sich erwehren

          In der Mercedes-Box sah man entspannte Gesichter zu diesem Zeitpunkt. Zumindest auf der einen Seite der Garage. Der anderen Gruppe, dort wo Hamiltons Bolide betreut wird, kam die Nähe eines Red Bull wohl nie so wertvoll vor wie am Sonntag. Denn der Weltmeister auf Abruf braucht Hilfe, einen Typ seines Kalibers, der sich den Rivalen im eigenen Team schnappt, wenn es schon nicht mehr reicht, auf und davon zu fahren: Verstappen oder irgendein anderer als Puffer, als „Punktedieb“ zu Gunsten von Hamilton. Da bot sich den Optimisten zwischenzeitlich der rote Punkt auf der Strecke an. Vettel vorne, aber noch ohne Boxenstopp. 33 Runden auf der mittleren Mischung, immer noch ein paar Zehntelsekunden schneller als Hamilton hinter ihm auf frischen, wenn auch härteren Reifen.

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