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Formel 1 in Barcelona : Wie sich Lewis Hamilton selbst spielt

Halb Fahrerlager, halb Laufsteg: Lewis Hamilton schätzt den großen Auftritt Bild: dpa

Kein Weltmeister vor ihm hat Sport und Show so sehr vereint: Vor der Qualifikation zum Großen Preis von Barcelona (14 Uhr) glaubt Lewis Hamilton, nur noch einen Gegner zu haben. Den aber mag er ziemlich gern.

          Etwas mehr als zwei Wochen im Leben eines Superstars: von Bahrein nach London, weiter nach Rom, Mallorca, Monza, London und Los Angeles, zurück nach London, dann nach Las Vegas, New York, wieder nach London und schließlich Barcelona – rund 45.000 Flug-Kilometer, etwas mehr als sechzig Stunden in der Luft. „Wenn man zurückblickt, klingt das schon ein wenig surreal“, erzählt Lewis Hamilton. Er war in seinem feuerroten Privatjet unterwegs, einer Bombardier CL-600. Geschätzter Kaufpreis: 23 Millionen Euro. Raum und Zeit spielen darin keine Rolle mehr.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Vor einer Woche also saß Hamilton im MGM Grand Casino in Las Vegas und schaute sich den Boxkampf zwischen Floyd Mayweather und Manny Pacquiao an. Dritte Reihe, bester Blick auf den Ring. Direkt aus der Halle twitterte Hamilton ein Bild von sich und den beiden ehemaligen Basketball-Stars Charles Barkley und Reggie Miller. „Die Atmosphäre war umwerfend“, sagt der Dreißigjährige nun vor Qualifikationstraining zum Großen Preis von Spanien in Barcelona an diesem Samstag (14 Uhr / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Liveticker bei FAZ.NET). „Ich hatte das Gefühl, dass Pacquiao gewonnen hat. Er war der aktivere, der aggressivere Kämpfer“, sagt Hamilton. „Ich habe mehr Gemeinsamkeiten mit ihm.“

          Rosberg übt sich in Zweckoptimismus

          Drei von vier Grands Prix hat Hamilton in diesem Jahr gewonnen, zeitweise wirkte es gar so, als spiele der Champion nur mit seinen Gegnern. Schon 2014 gewann er elf von neunzehn Rennen, stand weitere fünf Mal auf dem Podium. „Wenn man eine Saison erlebt hat, wie wir sie im vergangenen Jahr erlebt haben, dann ist es nicht einfach, so weiterzumachen oder sich sogar noch zu verbessern“, sagt Hamilton. „Das Erstaunliche ist, dass es tatsächlich besser läuft als im vergangenen Jahr.“

          27 Punkte trennen den Briten bereits von seinem Teamkollegen Nico Rosberg, der derzeit mehr mit sich selbst als mit seinem Gegner zu kämpfen scheint. Am Freitag fährt Rosberg im ersten Training Bestzeit, Hamilton im zweiten. Der Deutsche übt sich in Zweckoptimismus, er schaut ein bisschen verkrampft und spielt mit seinen Fingern, als er versichert: „Ich denke für mich, dass ich locker bin.“

          Hamilton allerdings strahlt diese Lockerheit aus. Schon im vergangenen Jahr betonte er bei jeder Gelegenheit, dass der Silberpfeil der beste Rennwagen sei, in dem er jemals gesessen habe. Und das jüngste Modell aus der Mercedes-Manufaktur sei noch besser. „All die guten Charaktereigenschaften dieses Autos sind noch ausgeprägter.“ Am Ende der Saison läuft der Kontrakt von Hamilton aus. Seit Wochen liegt ihm ein neues Vertragsangebot von Mercedes vor, unterschrieben aber hat der Brite noch nichts. „Kein Kommentar“, sagt er in Barcelona, versicherte aber, das etwa achtzig Seiten umfassende Vertragswerk schon mehrmals gelesen zu haben.

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