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Formel 1 : Ermittlungen gegen McLaren-Mercedes

  • Aktualisiert am

Klare Aussage: Lewis Hamilton hält sich für die 1 Bild: REUTERS

Der Zweifach-Sieg von McLaren-Mercedes beim Großen Preis der Formel 1 in Monte Carlo hat ein Nachspiel. Angeblich hatte Hamilton die Anweisung erhalten, Alonso nicht anzugreifen. Stallorder ist in der Formel 1 verboten.

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          Den Silberpfeilen droht ein Nachspiel am grünen Tisch: Einen Tag nach der Triumphfahrt in Monte Carlo muss McLaren-Mercedes um den Doppelsieg beim 5. WM-Lauf des Jahres bangen. Wie der Automobil-Weltverband (Fia) am Montag bestätigte, wird untersucht, ob die Silberpfeile gegen das Regelwerk verstoßen haben. „Die Fia prüft Vorkommnisse, die sich beim Rennen in Monaco ereignet haben. Dabei geht es darum, ob die Regeln möglicherweise gebrochen worden sind“, teilte die Fia mit. Laut britischen Medien geht es um den Vorwurf der Teamorder.

          Bei McLaren-Mercedes sieht man die Situation entspannt, was die Fia-Untersuchung hinsichtlich der Rennstrategie in Monaco angeht, wie das Team in einer gemeinsamen Presseerklärung verlauten ließ: „Alle Entscheidungen vor und während des Rennens haben absolut den Regeln entsprochen.“ Weltmeister Fernando Alonso (Spanien) hatte den 5. WM-Lauf dieser Saison vor seinem britischen Teamkollegen Lewis Hamilton gewonnen. Stallorder ist in der Formel 1 seit der Saison 2003 verboten.

          Damit leben, die Zwei auf dem Auto zu haben

          Die Fia wollte sich nicht näher äußern und verwies nur darauf, „zum richtigen Zeitpunkt eine weitere Bekanntgabe zu machen“. Auch wenn die Fia den Vorwurf noch nicht präzisieren wollte, scheint klar, dass es sich um Stallorder handelt. So soll McLaren nach Informationen des Internetanbieters Motorsport-Total.com seine Fahrer nach dem ersten Boxenstopp angewiesen haben, die Positionen zu halten. Damit wollte man den Doppelsieg sicherstellen und die Punkteausbeute maximieren.

          Strippenzieher bei McLaren: Ron Dennis (l), mit Hamiltons Vater Anthony

          Den Stein ins Rollen brachte ausgerechnet McLaren-Teamchef Ron Dennis, der zugab, dass der Zweikampf zwischen seinen beiden Fahrern nicht hundertprozentig sportlich auf der Strecke entschieden wurde: „In diesem Rennen geht es für die Fahrer nur darum, wirklich schnell zu fahren und uns die Möglichkeit zu geben, den Ausgang zu bestimmen - und das ist mein Job“, sagte der Brite. Eigentlich sei es nicht seine Art, Fahrer einzubremsen und sie zu frustrieren, sagte Dennis, schob aber gleich nach: „Aber so muss man in Monaco agieren, wenn man gewinnen will, und dafür werde ich mich nicht entschuldigen.“

          Den Ruf des Sports nicht schädigen

          Angeblich hatte Hamilton die Anweisung erhalten, Alonso nicht anzugreifen, was Dennis bestätigte: „Es wird Zeiten und Strecken geben, auf denen sie frei fahren dürfen, aber nicht hier.“ Hamilton hatte nach dem Rennen trotz des zweiten Platzes seinem Ärger Luft gemacht. „Ich muss eben damit leben, dass ich die Zwei auf dem Auto habe“, sagte der Formel-1-Neuling. Dennoch wollte er nicht von Teamorder sprechen: „Sie haben ja nicht gesagt, dass ich hinter Fernando bleiben soll, aber das Ziel des Teams ist es, so viele Punkte wie möglich zu holen.“

          Angesichts der Negativ-Schlagzeilen in England, wo man Hamilton gerne als kommenden Weltmeister feiern würde, sieht sich die Fia nun wohl gezwungen, zumindest eine Untersuchung einzuleiten, denn nach Artikel 151 c des International Sporting Code dürfen die Teams den Ruf des Sports nicht schädigen. Dazu zählt seit dem geschenkten Sieg durch Rubens Barrichello an den Ferrari-Teamkollegen Michael Schumacher in Zeltweg/Österreich 2002 auch die Stallorder. Dennis hatte nach dem Rennen erklärt, dass man keine Stallorder ausgegeben, sondern lediglich eine Teamstrategie angewandt habe, um den Grand Prix zu gewinnen: „Eine Teamorder hingegen ist dazu da, einen Grand Prix zu manipulieren.“

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