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Formel-1-Motoren : Wer will noch Prügelknabe sein?

  • -Aktualisiert am

Die Formel 1 diskutiert über ein neues Motorenkonzept. Bild: AFP

An der Diskussion um das künftige Motorenkonzept in der Formel 1 soll sich auch Le-Mans-Sieger Porsche beteiligen. Es sind noch viele Fragen offen – auch jetzt vor dem Rennen in Baku.

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          Die Formel 1 sucht einen Motor. Ein Konzept, das von 2021 an die aktuelle Hybrid-Formel ablösen soll. Ganz wird die Elektrifizierung des Antriebs nicht verschwinden, aber sie soll einfacher werden. Um die Kosten zu senken und die Technik verständlicher für die Fans zu machen. Die Hersteller haben ihre Vorschläge eingereicht. Auch solche, die noch nicht in der Königsklasse vertreten sind. Aston Martin schickte Vertreter im Auftrag von Red Bull, Lamborghini im Auftrag des VW-Konzerns.

          Jetzt liegt es am Automobil-Weltverband (Fia) und den neuen Besitzern der Formel 1, bis Jahresende aus den Wünschen der Teilnehmer und Notwendigkeiten für einen gesunden Sport ein Paket zu schnüren, das mindestens bis 2026 trägt. Ross Brawn, einer der drei Chefs des neuen Formel-1-Vorstands, bezeichnet die Motorfrage als Schlüssel für die Zukunft der Formel 1. „Von ihr wird abhängen, wie sich die Technik drum herum entwickelt. Und in welche Richtung der Sport generell geht. Wir stehen gewissermaßen am Scheideweg.

          Mit Lewis Hamilton und dem Motor im Mercedes kann aktuell nur Ferrari mithalten.
          Mit Lewis Hamilton und dem Motor im Mercedes kann aktuell nur Ferrari mithalten. : Bild: Reuters

          Die Automobilwelt verändert sich gerade rasant, richtet sich auf Elektromobilität, Brennstoffzellen und autonomes Fahren aus. Das ist aber nicht unbedingt das, was man unter Formel 1 versteht. Wir müssen uns sehr gut überlegen, wie viel Technik wir zulassen. Zu viel kann vom Sport ablenken und die Fans vergraulen.“ Chase Carey, Ross Brawn und Sean Bratches von Liberty Media sowie Fia-Präsident Jean Todt treibt auch jetzt vor dem Rennen in Baku (15.00 Uhr / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) eine entscheidende Frage um: Wie viel Technik können der Sport und der Zuschauer verkraften, wie viel Show muss sein?

          Technologie ist Teil des Sports

          Carey ist Medien-Manager und hat keine Motorsport-Vergangenheit. Er sieht das Thema deshalb pragmatisch: „Wir wollen Technologie, weil sie Teil des Sports ist. Sie soll aber am Ende nicht die Fahrer überstrahlen. Deshalb braucht Technologie einen sinnvollen Rahmen, der es jedem ermöglicht, erfolgreich teilzunehmen.“ Der 63-jährige Amerikaner folgt dem Rat des Motorsport-Experten in seinem Kompetenz-Team: „Ein neues Motorkonzept entwickelt man nicht in sechs Monaten. Wir nehmen uns ohne die bislang übliche Bürokratie Zeit, um sicherzustellen, dass das nächste Motorkonzept das richtige ist. Beim aktuellen Motor wurden einige Dinge nicht bis zu Ende gedacht. Er ist ein bisschen zu kompliziert und ein bisschen zu teuer. Und er ist zu leise.“

          An der nächsten Gesprächsrunde der Motorkonzeptfindungs-Gruppe will auch Le-Mans-Sieger Porsche teilnehmen. Für die Schwaben stellt sich unter Umständen bald schon die Frage, in welcher Rennserie man seine Pferde laufen lässt. Le Mans passt zur Marke, doch die Zukunft der Langstrecken-WM steht auf tönernen Füßen. Da haben die Fia und der Le-Mans-Veranstalter ACO die Frage nach der Zukunft bereits beantwortet. Man bleibt dem Hightech-Gedanken treu und setzt mit einem Ausbau auf einen Plug-in-Hybrid noch einen Stein drauf. Von 2020 an müssen die Autos nach jedem Boxenstopp einen Kilometer elektrisch fahren. Grundsätzlich jubeln Hersteller, wenn man ihnen solche Geschenke macht. Doch in Le Mans jubeln nur zwei. Toyota und Porsche haben einen solchen Wissensvorsprung, dass jeder Neuankömmling Jahre brauchen würde, auf dieses Niveau zu kommen. Das Gleiche trifft in der Formel 1 auf Mercedes und Ferrari zu.

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