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Formel 1 : Der Finne Vatanen fordert Mosley heraus

  • -Aktualisiert am

„Die Zeit ist reif für einen Wechsel”: Ari Vatanen will Fia-Präsident werden Bild: AFP

Ari Vatanen möchte die Nachfolge von Max Mosley antreten und Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes (Fia) werden. Der Finne stellt sich mit Blick auf die monatelangen Streitereien zwischen Fota und Fia als ausgleichende Kraft vor.

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          Der Erste hat sich aus der Deckung gewagt. Ari Vatanen möchte die Nachfolge von Max Mosley antreten und Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes (Fia) werden. Das erklärte der Finne am Freitag im Fahrerlager der Formel 1: „Die Zeit ist reif für einen Wechsel. Viele Mitgliedsverbände der Fia sind auf mich zugekommen und haben mich darum gebeten, deshalb werde ich kandidieren.“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Dazu gehören angeblich Größen wie der amerikanische und der japanische Automobilklub. Fast 18 Jahre hat es kaum jemand gewagt, Mosley herauszufordern. Vatanen, 1981 Rallye-Weltmeister, scheut auch eine mögliche Konfrontation mit dem Engländer nicht. Mosley hatte zwar im Juni nach der Einigung mit der Rennstall-Vereinigung Fota erklärt, bei den Wahlen im Oktober nicht mehr kandidieren zu wollen.

          Nachdem Fota-Präsident Luca di Montezemolo (Ferrari) den Fia-Chef aber als „Diktator“ bezeichnet hatte, spielt Mosley immer wieder mit der Ankündigung eines Rücktritts vom Rücktritt. Auch er will von „vielen Mitgliedern“ aufgefordert worden sein, im Amt zu bleiben. Seine jüngsten Sticheleien gegen die Fota, unter anderem eine Aussperrung der betreffenden Rennställe von einer Abstimmung über das Reglement 2010, ignoriert die Fota inzwischen. Sie glaubt längst an eine neue, alte Formel 1 ohne Mosley.

          „Eine respektable Person”: Für die Formel-1-Teamställe dürfte der Finne als Fia-Präsident akzeptabel sein

          „Vatanen ist eine respektable Person“

          Auf die Wahl des Fia-Chefs, der als Regelhüter des Sports die Geschicke in der Formel 1 zuletzt stark mitbestimmte, haben die Rennställe allerdings kaum einen Einfluss. Der Fia-Präsident wird von den Delegierten der Fia-Generalversammlung gewählt. Sie setzt sich aus Motorsport- und unter anderem aus Automobil-Verbänden nahezu aller Länder der Erde zusammen. Die meisten sind an der Formel 1 eher am Rande interessiert. Vatanen, der nie ein böses Wort über Mosley verlor, stellt sich mit Blick auf die monatelangen Streitereien zwischen Fota und Fia als ausgleichende Kraft vor: „Mein wichtigstes Ziel ist es, zwischen den verschiedenen Meinungen innerhalb der Fia zu vermitteln und im Interesse aller Beteiligten für mehr Transparenz zu sorgen. Es ist die Pflicht des Präsidenten, Milliarden von Autofahrern und unseren großartigen Sport zu verteidigen.“

          Damit trifft der 57 Jahre alte, viermalige Dakar-Sieger die Ansprüche der Delegierten, aber auch der Formel 1. Vatanen kennt sich im politischen Geschäft aus. Er saß zehn Jahre, fünf für Finnland, fünf für Frankreich, als Abgeordneter konservativer Parteien im Europäischen Parlament. Die Fota hat sich aus taktischen Gründen bei der Bewertung der Kandidatur bislang zurückgehalten. BMW-Sportchef Mario Theissen ließ aber durchblicken, dass der Finne kein rotes Tuch sein würde: „Ari Vatanen ist eine respektable Person.“ So ein Urteil bekommt in diesen Tagen nicht jeder Formel-1-Funktionär.

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