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Formel 1 in Bahrein : Vettel ist auch auf Platz zwei glücklich

Sebastian Vettel fuhrt im Ferrari auf den zweiten Platz in der Qualifikation. Bild: AFP

Nach dem Debakel von Australien schlägt Ferrari in Bahrein zurück: Die Scuderia belegt im Qualifying die ersten Plätze. Dabei fährt aber nicht der vierfache Weltmeister Sebastian Vettel die schnellste Runde.

          Es wurden schon die tollsten Dinge erzählt über das Talent von Charles Leclerc. Langsam kann man anfangen, sie zu glauben. Der 21 Jahre alte Monegasse startet von der Pole Position in den Großen Preis von Bahrein, weil er in seinem Ferrari im Qualifying fast drei Zehntelsekunden schneller war als Teamkollege Sebastian Vettel. Kaum, dass Ferrari das Siechtum, das die Scuderia in Melbourne befallen hatte, hinter sich gelassen hat, ist das erwartete Duell der Teamkollegen endgültig eröffnet: Leclerc Erster, Vettel Zweiter.

          Dritter wurde Weltmeister Lewis Hamilton in seinem Mercedes, vor dem Sieger des ersten Formel-1-Rennens der Saison in Melbourne, Valtteri Bottas. „Morgen ist das Rennen, morgen gibt es Punkte zu gewinnen, aber es war kein schlechter Start“, funkte Leclerc an die Box, als er sich in seiner letzten Runde noch einmal verbessert hatte. Er ist nun der erste Monegasse, der einen Grand Prix von Startplatz eins aufnimmt – und der zweitjüngste Pilot, der Qualifikationsbestzeit gefahren ist. Jünger, um 93 Tage, war nur Vettel 2008 in Monza.

          Die Ferrari-Piloten waren in allen drei Trainingsläufen klar die schnellsten auf dem Bahrain International Circuit, Leclerc waren dabei zwei Bestzeiten gelungen. Damit sind Leclerc und Vettel die beiden Favoriten auf den Rennsieg am Sonntag (17.10 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1, bei RTL und Sky). Von den vor zwei Wochen unerklärlichen Schwächen, die beide beim Rennen in Australien chancenlos auf Platz vier und fünf ins Ziel hatte kommen lassen, war nichts mehr zu sehen.

          Formel 1

          „Vielleicht war ich ein bisschen schüchtern im zweiten Sektor. Aber ich glaube, Charles hat sehr gute Arbeit geleistet, er verdient die Pole“, sagte Vettel nach dem Qualifying. „Aber ich bin viel glücklicher über das Auto, da gebührt der Dank dem Team. Die erste Reihe zu besetzen belegt ihren Einsatz. Es war nicht ganz mein Tag, aber so ist es nun mal.“ Vettel hatte, im Gegensatz zum Teamkollegen, nur einen frischen Reifensatz für den letzten Qualifikationsabschnitt zur Verfügung, weil er im zweiten Abschnitt zwei schnelle Runden drehen musste. Bei seinem ersten Versuch war er vom Verkehr auf der Strecke behindert, die Zeit nicht gut genug, um sicher den Sprung unter die besten Zehn zu schaffen.

          Die Mercedes-Piloten Hamilton und Bottas, in den Trainingsläufen mit deutlichem Rückstand, waren in der Qualifikation dichter an die Ferrari herangerückt. Hamilton war nur drei Hundertstelsekunden langsamer Vettel. Auf der Gerade sei Ferrari deutlich schneller, aber ein Sieg der Scuderia sei keineswegs zwangsläufig, sagte der Weltmeister anschließend. Auf der härteren Reifenmischung waren die Zeitunterschiede allerdings schon im Training weniger gravierend.

          Deutlicheren Rückstand in der Qualifikation als erwartet hatte Red-Bull-Pilot Max Verstappen. Er war nur fünf Tausendstelsekunden schneller als Kevin Magnussen im Haas. Noch sehr viel enttäuschender verlief der frühe Samstagabend für Nico Hülkenberg. Er war mit seinem Renault, trotz guter Trainingsleistungen, schon nach dem ersten Qualifikationsabschnitt fertig mit dem wichtigsten Teil des Arbeitstages. Er klagte anschließend über Leistungsverluste „zum schlechtest möglichen Zeitpunkt“, ohne Chance noch etwas zu reparieren. Die Konsequenz: Hülkenberg geht nur von Platz 17 ins Rennen.  

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