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Formel 1 : Brawns Diffusor regelkonform

Bild: dpa

Im Aerodynamik-Streit der Formel 1 haben die Berufungsrichter des Automobil-Weltverbands FIA den umstrittenen Doppel-Diffusor für legal erklärt. Damit dürfen die Rennställe Brawn GP, Toyota und Williams ihre Punkte aus den ersten beiden Saisonrennen behalten.

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          Ross Brawn zeigte sich als glücklicher und zufriedener Mann. „Wir sind froh über die Entscheidung. Damit ist die Sache abgeschlossen“, sagte der Teamchef von Brawn GP am Mittwoch. Der 54 Jahre alte Brite hatte endlich Gewissheit darüber, dass er das Reglement der Formel 1 zwar in all seinen Grauzonen interpretiert, jedoch nichts Verbotenes entwickelt hat.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Streitpunkt der achtstündigen Berufungsverhandlung des Internationalen Automobil-Verbandes (FIA) in Paris war der sogenannte Doppeldiffusor: ein Bauteil am Heck der Boliden, das für eine Beschleunigung des Luftflusses unter den Autos sorgt und einen Saugeffekt bewirkt, der wiederum den Anpressdruck verstärkt. Neben Brawn GP setzen auch Toyota mit Timo Glock und Williams mit Nico Rosberg auf so einen Diffusor, der einen Zeitvorteil von rund einer halben Sekunde pro Runde bringen soll. Ferrari, BMW-Sauber, Renault und Red Bull hatten in Melbourne und Kuala Lumpur protestiert, die Einsprüche wurden jedoch schon vor Ort von den Renn-Kommissaren abgewiesen - und Jenson Button gewann im Brawn GP001 beide Rennen.

          Wer Brawn schlagen will, braucht einen ähnlichen Diffusor

          Der 29 Jahre alte Engländer Button wird also auch an diesem Wochenende beim Großen Preis von China in Schanghai der Maßstab sein und ist mit dem Urteilsspruch sogar zum Favoriten für den Gewinn des Weltmeistertitels aufgestiegen. Wollen sich die anderen sieben Teams mit ihm und seinem Teamkollegen Rubens Barrichello messen, kommen sie um den Einsatz eines eigenen Modells nicht herum.

          Schnell - und regelkonform: der Brawn GP

          Entwicklungskosten:ein zweistelliger Millionenbetrag

          Schon vor der Verhandlung in Paris hatten sie mit der Entwicklung begonnen, bis es jedoch zu einem Einsatz auf der Rennstrecke kommen kann, werden noch einige Wochen vergehen. „Das wird Zeit und Geld kosten“, sagt Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali. Auch Mario Theissen, der Motorsportdirektor von BMW, kritisiert vor allem die finanziellen Folgen des Urteilsspruchs, weil große Investitionen nötig seien, um die Autos entsprechend umzubauen. Die fälligen Mehrkosten beziffert Adrian Newey, der Technische Direktor von Red Bull, auf einen zweistelligen Millionenbetrag.

          Brawn aber lässt diese Argumentation nicht gelten. „Es gibt viele Dinge, die Teams von anderen Rennställen kopieren, ohne über Kosten zu reden.“ Er selbst kann sich in seiner Arbeit bestätigt sehen, zweifelte offenbar aber ohnehin nie an ihrer Richtigkeit. „Die technische Abteilung der FIA, die Kommissare bei den Grand Prix in Australien und Malaysia und jetzt fünf Berufungsrichter haben unsere Einschätzung bestätigt, dass unser Auto immer den technischen Regularien für 2009 entsprach.“

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