https://www.faz.net/-gtl-vey3

Formel 1 auf dem Nürburgring : Alonso triumphiert im Regenchaos

  • Aktualisiert am

Raus mit der Freude: Fernando Alonso Bild: REUTERS

Wolkenbrüche, Rennabbruch, Massenausfälle und ein zwischenzeitlicher Sensations-Spitzenreiter: Der Große Preis von Europa mit Sieger Fernando Alonso wird als eines der denkwürdigsten Rennen in die Formel-1-Geschichte eingehen. Mit FAZ.NET-Bildergalerie.

          3 Min.

          Regenchaos, Rennabbruch, Massenausfälle, zahlreiche Boxenstopps und ein zwischenzeitlicher Sensations-Spitzenreiter: Der Große Preis von Europa wird als eines der denkwürdigsten Rennen in die Formel-1-Geschichte eingehen.

          McLaren-Mercedes-Mann Fernando Alonso sorgte nach einem mitreißenden Überholmanöver gegen Felipe Massa kurz vor Schluss mit seinem dritten Saisontriumph für die sportliche Krönung beim Heimspiel der Silberpfeile. Der Spanier entriss dem lange klar führenden Ferrari-Rivalen in der viertletzten Runde den scheinbar sicheren Sieg. Mark Webber (Australien) erreichte am Sonntag im Red Bull Rang drei.

          Heidfeld auf Platz sechs

          Nick Heidfeld, der als einziger des deutschen Quintetts durchkam, belegte in diesem verrückten zehnten Saisonlauf den sechsten Platz. Nach der Geburt seines Sohnes Joda in der Nacht zum Samstag hatte der 30 Jahre alte BMW-Sauber-Pilot damit bei seinem Heimrennen zum zweiten Mal Grund zu Freude. Auf Kimi Räikkönen lastet dagegen weiterhin der „Nürburgring-Fluch“. Der finnische Ferrari-Pilot, der die beiden zurückliegenden Grand Prix gewonnen hatte, rollte in der 35 Runde mit Hydraulikproblemen aus. Statt des scheinbar sicheren Podiumsplatz musste der „Iceman“ im Titelrennen einen weiteren herben Rückschlag hinnehmen.

          Raus mit der Freude: Fernando Alonso Bilderstrecke

          Alonso gewann nach 308,863 Kilometer in 2:06:26,358 Stunden mit 8,155 Sekunden Vorsprung vor dem Südamerikaner. Wieder einsetzender Regen und seine bravourösen Schlussattacken im letzten Rennabschnitt brachten den Titelverteidiger noch nach vorn. Lewis Hamilton (70 Punkte), der in der Qualifikation am Samstag bei einem schweren Unfall Glück hatte (Siehe auch: Unverletzt, schmerzfrei, fröhlich: Lewis Hamilton), verteidigte trotz seines Nullers als Neunter knapp die WM-Führung. Der McLaren-Mercedes-Mann hat allerdings nur noch zwei Zähler Vorsprung vor seinem Teamkollegen Alonso (68). Massa (59) ist nun Dritter vor Räikkönen (52). Heidfeld (34) bleibt Fünfter.

          Schumacher: „Es ist unfahrbar“

          Wolkenbruchartiger Regen im Südteil der 5,148 Kilometer langen Strecke unmittelbar nach dem Start führte zu einem absoluten Chaos: Gleich ein halbes Dutzend Fahrer rutschte auf der unter Wasser stehenden Piste in der gleichen Kurve in der dritten Runde ins Kiesbett, darunter WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton, Nico Rosberg (Wiesbaden) im Williams-Renault und Adrian Sutil (Gräfelfing) im Spyker. „Wir haben die falschen Reifen drauf gezogen“, räumte Rosberg einen entscheidenden Fehler ein. „Beim Aquaplaning fing das Auto an zu schwimmen. Da kannst du nichts mehr machen.“ Ralf Schumacher sprach von „einer Katastrophe für alle Fahrer.“ Heidfeld schimpfte: „Es ist unfahrbar.“

          Einziger Gewinner dieser Wetter-Wirrwarrs war Markus Winkelhock: Der Formel-1-Frischling aus Berglen-Steinach fuhr noch vor dem Start in die Box und wechselte sofort auf Regenreifen. Innerhalb kürzester Zeit pflügte sich der 27-Jährige dank dieses taktischen Geniestreichs durchs gesamte Feld und übernahm die Führung.

          Debütant Winkelhock vorne

          Um Schlimmeres zu verhindern, brachen die Rennkommissare das Regen-Roulette in der vierten von 60 Runden ab. Nach 22 Minuten Pause schickten sie das auf 17 Fahrer geschrumpfte Feld abermals auf die Reise. Die Sonne hatte die Strecke schon teilweise abgetrocknet.

          Der am Samstag im Qualifying schwer verunglückte Hamilton hatte dieses Mal Glück: Obwohl er ebenfalls gestrandet war und mit seinem Silberpfeil schon am Haken des Abschleppwagens hing, durfte er wegen seines noch laufenden Motors wieder antreten.

          Winkelhock ging vor Massa als Erster in den zweiten Teil des Grand Prix, wurde aber nach fünf Umläufen an der Spitze erwartungsgemäß nach hinten durchgereicht. In der 15. Runde musste der Sohn des 1985 bei einem Sportwagenrennen in Kanada tödlich verunglückten früheren Formel-1-Fahrers Manfred Winkelhock seinen Spyker an 16. Stelle liegend wegen eines Motorschadens abstellen. „Ich war etwas perplex, als ich P1 auf dem Boxenschild gesehen habe“, sagte der Schwabe. „Führungskilometer - das kann mir keiner mehr nehmen.“

          Ralf Schumacher verabschiedete sich in der 20. Runde als nächster des deutschen Quintetts unfreiwillig: Heidfeld schob seinen neuntplazierten Landsmann im Toyota in einer Kurve unabsichtlich ins Kiesbett. „Das war ärgerlich, weil unnötig. Pech für mich“, sagte der Kerpener, der Heidfeld aber als fairen Piloten bezeichnete.

          Hamilton war in der Qualifikation wegen eines geplatzten Reifens mit über 200 Stundenkilometer im „Schumacher S“ nahezu ungebremst in einen Reifenstapel gerast. Der 22-Jährige überstand den schweren Unfall unverletzt und bekam von den Ärzten nach eingehenden Untersuchungen fünf Stunden vor dem Start Grünes Licht. Wegen des Crashs vom zehnten Startplatz gestartet und durch das Chaos zunächst ganz nach hinten gespült, reichte es nicht mehr zum zehnten Podestplatz hintereinander, weshalb seine sensationelle Serie riss.

          Weitere Themen

          Dortmund empfängt Paris St Germain Video-Seite öffnen

          Champions-League-Achtelfinale : Dortmund empfängt Paris St Germain

          der Champions League beginnt nun mit dem Achtelfinale die K.o.-Phase des Turniers. Dabei treffen die Spieler von Borussia Dortmund auf das Team von Paris St. Germain. Der Coach des Gäste-Teams ist ein alter Bekannter: Thomas Tuchel war zwei Jahre lang Trainer von Borussia Dortmund.

          Topmeldungen

          Ein Bild aus alten Tagen: Christiane Lieberknecht, damals noch Ministerpräsidentin, spricht am 17. Juli 2014 im Thüringer Landtag mit dem Oppositionsführer Bodo Ramelow.

          Thüringer Krise : Ramelows unwiderstehliches Angebot

          Bodo Ramelow macht der CDU ein Angebot, das sie nicht ausschlagen kann. Es sei denn, sie will den Rest an Glaubwürdigkeit, der ihr geblieben ist, auch noch verlieren.
          Norbert Röttgen will CDU-Vorsitzender werden.

          AKK-Nachfolge : Röttgen will CDU-Vorsitzender werden

          Es ist der vierte Bewerber aus Nordrhein-Westfalen: Nun will auch CDU-Außenexperte Norbert Röttgen Annegret Kramp-Karrenbauer an der Spitze der CDU beerben. Letztere trifft sich heute zum Bewerbergespräch mit Friedrich Merz.
          Der Dorfteich in Seigertshausen: In der Nähe des Stegs hinten rechts zogen Einsatzkräfte die drei ertrunkenen Kinder aus dem Wasser.

          Ertrunkene Kinder im Teich : Muss es einen Schuldigen geben?

          Im hessischen Seigertshausen ertranken 2016 drei Kinder in einem Dorfteich. Nun steht der Bürgermeister des Ortes vor Gericht. Die Dorfbewohner haben wenig Verständnis dafür, ihn für das Unglück verantwortlich zu machen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.