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Formel 1 in São Paulo : 2:0 für Rosberg gegen Hamilton

  • -Aktualisiert am

„Ein sehr guter Tag, wir sind sehr schnell“: Nico Rosberg Bild: AFP

Im Formel-1-Trainings von São Paulo fährt der Deutsche WM-Rivale Lewis Hamilton vor der Nase her. Doch was sagt das schon aus? Einiges! Freitags wird die Basis gelegt für Siege.

          2 Min.

          2:0 für Nico Rosberg. So kann man den ersten Tag des zweiteiligen Finales um die Formel-1-Weltmeisterschaft werten. Beim Training für den Großen Preis von Brasilien am Sonntag in Sao Paulo (17.00 Uhr MEZ / Live bei RTL, Sky und im Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) fuhr der deutsche Mercedes-Pilot seinem Rivalen um den Titel vor der Nase her.

          Anno Hecker
          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Jeweils gut zwei Zehntelsekunden lag Rosberg am Vor- und am Nachmittag vor seinem Teamkollegen. So einen Tagessieg kommentieren Rennfahrer mit einem Schulterzucken. Was sagt das schon, Testfahrten, Probierstunden, für die es keine Punkte gibt, die harte Währung? Aber innen drin bewegt sich doch was. Freitags wird die Basis gelegt für Siege. Und wenn es nur darum geht, Eindruck zu schinden: Ich bin hier schneller.

          Das ist es, was Rosberg in seiner Situation hilft. Hamilton, strotzend vor Selbstvertrauen nach fünf Siegen in Serie, führt mit 24 Punkten Vorsprung zwei Grand Prix vor Ende der Saison. Nichts scheint ihn aus der Balance zu bringen. Die kommode Situation, mit zweiten Plätzen, erst in São Paulo, dann in Abu Dhabi, zum zweiten Mal Weltmeister zu werden, interessiert ihn angeblich nicht: „Ich will beide Rennen gewinnen.“

          Am Freitag sah es nicht nach einem leichten Weg für ihn aus. Von oben betrachtet, von einer Überführung über dem Fahrerlager aus gesehen, wirkte Hamilton ernsthaft, als beide Titelkandidaten fast gleichzeitig hinter der Box von Mercedes einer Gruppe von Reportern Auskunft geben mussten. Hamiltons Kappe (schwarz) bewegte sich kaum.

          In den Trainings von Sao Paulo war der Deutsche schneller als Kollege Lewis Hamilton
          In den Trainings von Sao Paulo war der Deutsche schneller als Kollege Lewis Hamilton : Bild: AFP

          Rosbergs (weiß) wippte auf und ab. Der Deutsche erklärte, gestikulierte, lachte: „Ein sehr guter Tag, wir sind sehr schnell.“ Der Engländer sprach bedächtig, rührte sich kaum und ging früher. „Wir können noch ein paar Verbesserungen am Auto machen, ich habe einfach keine Runde zusammen bekommen. Keine große Sache, ist ja nur Training.“

          Es lief noch nicht. Vor allem bei dem Versuch, mit den weichen Reifen Schnellster zu werden. Hamilton schoss über das Ziel hinaus. Prompt relativierte der britische Sender BBC den zweiten Rang des Landsmannes. „Wäre mehr drin gewesen.“ Aber es gehört nun mal dazu, auf der Piste zu bleiben.

          Wie schnell ist er wirklich? Lewis Hamilton
          Wie schnell ist er wirklich? Lewis Hamilton : Bild: AP

          Trotzdem müssen solche Abweichungen von der Ideallinie kein schlechtes Zeichen sein. Typen wie Hamilton probieren schnell aus, wo das Limit liegt. Damit sie im Angriffsmodus, wenn es ernst wird, das gesamte Potential ausnutzen können. In Austin am vergangenen Sonntag kam Hamilton auch von hinten und zog an Rosberg vorbei zum Sieg.

          Aber diesmal ist die Kalkulation schwieriger. Drei Rote Flaggen, unter anderem stellte Fernando seinen brennenden Ferrari ab, warfen die Abstimmungsplanung durcheinander. Sie mussten just geschwenkt werden, als die Teams mit gefülltem Tank die Ausdauerleistung mit Blick auf den Grand Prix am Sonntag testen wollten und Blasen auf dem Reifenbelag in der Hitze entdeckten (41 Grad Celsius Asphalttemperatur).

          Am Samstag und Sonntag ist Rosberg dann auf vier Rädern unterwegs
          Am Samstag und Sonntag ist Rosberg dann auf vier Rädern unterwegs : Bild: AP

          Falls es, wie vorhergesagt, am Samstag regnet, werden die Piloten nicht genau wissen, wie schnell sich ihre vollgefüllten Boliden am Sonntag über die Strecke jagen lassen. Rosberg sah es gelassen. Selbst auf dem „tückischen” neue Asphalt fühlt er sich wohl. Am Freitagabend spürte er, mit dem winzigen Vorsprung im Hinterkopf, Vorfreude: „Es wird ein großer Kampf.“

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