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Benzin-Affäre in Formel 1 : Das verdächtige Spiel des Weltverbandes

  • -Aktualisiert am

Jean Todt ist Präsident des Internationalen Automobil-Verbandes und war früher bei Ferrari. Bild: dpa

Das Verhalten in der Benzin-Affäre von Ferrari erinnert an die dreisten Verschleierungsversuche anderer Sportverbände. Wer die Öffentlichkeit scheut, muss etwas zu verbergen haben – und sei es nur die eigene Unfähigkeit.

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          Glaubt der Internationale Automobil-Verband (Fia) ernsthaft, dass er mit diesem Spiel durchkommt? Sein Verhalten in der Benzin-Affäre von Ferrari erinnert an die dreisten Verschleierungsversuche anderer Sportverbände bei einem Manipulationsverdacht.

          Es scheint inzwischen undenkbar, dass ein hinreichend etwa des Dopings verdächtiger Athlet, der (bewiesen) falsche Angaben gemacht hat, sich hinter verschlossenen Türen mit denen auf eine bessere gemeinsame Zukunft einigt, die sein Geschäft organisieren. Lance Armstrong, der Superdoper, hat das seinerzeit getan und ist munter weitergeradelt, vollgestopft und unentdeckt. Dem Rad-Weltverband ließ er zwei Spenden überweisen – für bessere Kontrollen beim Kampf gegen Doping.

          Ob es so zynisch in der Formel 1 zugeht, ist (noch) nicht geklärt. Aber wer sich so verhält wie die Fia, fordert diesen Vergleich geradezu heraus: Das Verschweigen der Details, die Verweigerung, das Ergebnis der Ferrari-Untersuchung en detail, nachprüfbar zu präsentieren, die für Ferrari teure neue Kooperation, der Zeitpunkt der Veröffentlichung dieser Nachricht, die Nähe des Fia-Präsidenten Todt zum Ferrari-Fahrer-Manager, seinem Sohn, das alles sind keine Beweise für einen Betrug im großen Stil. Aber wer in einem solchem Fall die Öffentlichkeit scheut, muss etwas zu verbergen haben. Und sei es nur die Unfähigkeit, herauszufinden, was wirklich geschehen ist.

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

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