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Ferrari-Testfahrer Schumacher : „Ich habe ein gutes Gefühl“

  • Aktualisiert am

Bester Laune: Ferrari-Testfahrer Michael Schumacher Bild: dpa

Als einen von drei Testfahrern hat Ferrari Michael Schumacher am Freitag beim Neujahrsempfang in Madonna di Campiglio vorgestellt. Vermutlich wird sich der 39 Jahre alte Rheinländer auch 2008 ans Steuer des neuen Boliden setzen, um bei der Weiterentwicklung zu helfen.

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          Als einen von drei Testfahrern hat Ferrari Michael Schumacher am Freitag beim Neujahrsempfang in Madonna di Campiglio vorgestellt. Vermutlich wird sich der 39 Jahre alte Rheinländer auch 2008 ans Steuer des neuen Boliden setzen, um bei der Weiterentwicklung zu helfen. Doch die Rolle des einstigen Chefpiloten, der den Posten als Ferrari-Teamchef ablehnte und glaubt, nicht genügend Talent für ein Tourenwagen-Engagement zu haben, reicht wesentlich weiter.

          Was halten Sie vom neuen Ferrari 2008?
          Ich habe ein gutes Gefühl. Das Auto macht einen guten Eindruck. Allerdings werden wir das wahre Kräfteverhältnis erst nach zwei bis drei Rennen kennen.

          Werden Sie wie im vergangenen Dezember auch den neuen Boliden testen?
          Das kann gut sein, dass ich testen werde. Ferrari weiß, dass ich da bereit bin, wenn sie mich brauchen. Aber es gibt noch keine feste Planung.

          Welche Rolle nehmen Sie im Team ein?
          Die Rolle ist eigentlich sehr klar, auch wenn sie zu Beginn des vergangenen Jahres etwas vage schien: Ich bin Berater von Ferrari und werde vor allem für die Weiterentwicklung der Straßenautos eingesetzt, was mir viel Spaß macht. Zusätzlich bringe ich meine Erfahrung aus der Formel 1 in das Rennteam ein.

          Das Interesse am früheren Formel-1-Weltmeister ist ungebrochen

          Dazu müssen Sie bei den technischen Briefings dabei sein, oder?
          Ja. Am Ende von Testfahrten werden die Ergebnisse gebündelt besprochen, das sind wichtige Momente, bei denen ich dabei sein muss. Dann übersetze ich schon mal die Infos, die die Fahrer rüberbringen.

          Interpretieren Sie auch die Resultate, geben Sie eine Richtung vor?
          Bei Kimi (Räikkönen) habe ich das schon gemacht, als er in der Eingewöhnungsphase im vergangenen Jahr war. Als man sich die Frage stellte, wie man mit ihm arbeiten muss. Da habe ich viel Input geben, dem Team helfen können, um das Ganze besser zu verstehen.

          Der Rennstall hat eine neuen Teamchef, Stefano Domenicali. Was halten Sie von dieser Entscheidung und dem damit verbundenen Rückzug ihres Freundes Jean Todt, dem Architekten der Schumacher-Ära?
          Ich kenne Stefano, seit ich bei Ferrari bin (1996). Er kennt sich sehr gut aus im Team und hat sehr gute Ideen. Insofern ist das eine gute Entscheidung. Zudem ist Jean Todt im Hintergrund immer noch da. Aber ein frischer Wind tut immer gut.

          Werden Sie in der neuen Saison häufig zu den Rennen kommen?
          Nein, die Besuche sind kein großes Thema. Sicher werde ich zum ersten Rennen in Europa kommen, aber ich habe keine besondere Lust mehr, zu einem Grand Prix nach Australien zu fliegen.

          Kimi Räikkönen hat gesagt, er und sein Teamkollege Felipe Massa werden nur dann nicht Testarbeiten übernehmen, wenn sie verhindert sind. Fühlen Sie sich als Lückenbüßer?
          Nein. Testfahrten sind nicht Teil der Abmachung zwischen mir und Ferrari. Bis zum Ende des vergangenen Jahres war das auch kein Thema. Wegen der Regeländerung (Der Einsatz der Traktionskontrolle ist ab dem ersten Grand Prix in Melbourne am 16. Märze verboten), kam das Team auf mich zu. Eine dritte Meinung war willkommen und ist hilfreich gewesen.

          Ist es schwer für Sie, die Formel 1 am Fernsehen zu verfolgen?
          Komischerweise geht das ohne große Emotionen. Ich habe nicht das Gefühl, dabei sein zu müssen, in keinster Weise. Das Fahren macht mir zwar immer noch sehr viel Spaß. Aber den ganzen Rest drum herum, den brauche ich nicht mehr.

          Was für Informationen erhalten Sie vom Team während eines Rennens?
          Ich bekomme alle Daten live mit und kann den Teamfunk hören.

          Wer wird Ferraris schärfster Gegner 2008?
          Ferrari und McLaren werden wohl im Mittelpunkt stehen. Aber man darf Renault und BMW nicht aus den Augen verlieren. Die Schritte für diese Teams, die notwendig sind, um Anschluss zu bekommen, sind jederzeit möglich.

          Ihr Bruder scheint, obwohl gut sieben Jahre jünger, nun doch vor Ihnen in den Ruhestand zu gehen. Oder würden Sie ihm raten, ein Angebot der Deutschen Touren-Wagen-Masters anzunehmen?
          Nein, zur DTM würde ich ihm nicht raten. Ich glaube, wir haben nicht genug Talent, um ein DTM-Auto (erfolgreich) zu fahren. Ich habe jedenfalls nicht genügend. Ich bin ja schon mal gefahren. Vielleicht kommt man zurecht, wenn man sich viel Zeit nimmt, zwei Jahre, dann vielleicht. Die meisten, die aus der Formel 1 gekommen sind, haben es aber nur zu Achtungserfolgen geschafft. Man muss in dieser Serie mit dem auskommen, was einem hingestellt wird. Man hat nicht den Einfluss. Die DTM ist eine andere Welt.

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