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Ecclestone-Prozess : Gribkowskys schwankende Geschichten

  • Aktualisiert am

Muss sitzen: Bernie Ecclestone richtet seine Krawatte Bild: AFP

Der Angeklagte erkältet, die Ermittlerin im Zweifel: Bevor der Ecclestone-Prozess in München unterbrochen wird, kommen wieder Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen auf.

          Der Schmiergeldprozess gegen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone vor dem Landgericht München ist am Dienstag wegen einer starken Erkältung des 83-Jährigen unterbrochen worden. Auf Bitten von Ecclestones Verteidigern vertagte der Vorsitzende Richter Peter Noll die Verhandlung nach zwei Stunden bis zum Mittwoch.

          Ecclestone muss auch in den nächsten Wochen zweimal wöchentlich zum Prozess nach München kommen. Die Anklage wirft ihm vor, dem bayerischen Banker Gerhard Gribkowsky beim Verkauf der Formel-1-Mehrheit vor acht Jahren 44 Millionen Dollar gezahlt zu haben, um seinen Job an der Spitze der Rennserie zu sichern. Ecclestone wies den Bestechungsvorwurf zurück.

          Zuvor hatte eine Staatsanwältin Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Hauptbelastungszeugen Gerhard Gribkowsky aufkommen lassen. In seiner ersten Vernehmung Ende 2010 habe der Banker verschiedene Versionen über die Gründe für sein ungewöhnlich hohes Millionenvermögen erzählt, sagte Hildegard Bäumler-Hösl am Dienstag als Zeugin. Gribkowsky habe „mit den Geschichten total geschwankt“, sagte sie.

          Der Vorsitzende Richter Peter Noll griff den Begriff umgehend auf. „Die Geschichten des Dr. Gribkowsky - das ist eine schöne Überschrift.“ Trotzdem müsse es gelingen, den „Pudding an die Wand zu nageln.“ Gribkowsky hatte im Jahr 2006 im Auftrag der bayerischen Landesbank die Mehrheit an der Formel 1 verkauft und dabei 44 Millionen Dollar von Ecclestone erhalten.

          Während er das Geld als Bestechungsgeld darstellte und dafür zu achteinhalb Jahren Haft verurteilt wurde, begründete Ecclestone die Zahlungen mit Bedrohungen durch Gribkowsky. Seine Anwälte wollen dem Banker in dem Prozess Lügen nachweisen und zeigten sich sichtlich erfreut von dem Wortwechsel über Gribkowskys „Geschichten“.

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