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Formel-1-Pilot Wehrlein : Newcomer im Zeichen des Sterns

  • -Aktualisiert am

Hoch gehandelt: Schon vor dem ersten Start ist Pascal Wehrlein in Melbourne ein beliebtes Motiv. Bild: AFP

DTM-Sieger Pascal Wehrlein soll beim kleinen Rennstall Manor für die ganz große Formel-1-Karriere üben – danach soll es bei Mercedes weitergehen. Wird er der nächste Vettel?

          Ob jemand Pascal Wehrlein in Melbourne nun um ein Autogramm bitten wird, weil er jetzt erstmals in der Formel 1 antritt und doch DTM-Sieger ist? „DT-what?“ Am Mittwoch wussten ein paar versprengte Neugierige mit Deutschlands jüngstem Tourenwagenmeister noch nicht viel anfangen. Aber die Nationalität weckt vor dem Start in die neue Formel-1-Saison in Melbourne am Sonntag (Start: 6 Uhr MEZ / Live auf RTL, Sky und im Formel-1-Ticker auf FAZ.NET) Erwartungen. „Schumäker“, der Rekord-Weltmeister, Vettel, schon viermal Champion und nun bei Ferrari. „Oh, I see, Wehrlein, the next German Champion?“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Das ist der Plan – oder sein Plan tief im Hinterkopf. Vorerst versucht der neue, ehrgeizige Deutsche, der Vierte im Bunde mit Rosberg, Vettel und Nico Hülkenberg (Force India), über die Runden zu kommen. So wie ehemalige Formel-1-Piloten in der DTM mehr oder weniger gescheitert sind, so setzten sich die Aufsteiger bislang nicht durch. „Das Gewicht der Autos ist viel geringer“, sagt Wehrlein und tastet sich vorsichtig heran: „Die Kurvengeschwindigkeiten sind viel höher, und ja, das Bremsen. Heftig.“

          Mehr als 3000 Testkilometer

          Ganz zu schweigen von der größeren Variabilität bei der Abstimmung der Rennwagen. „Aber ich kenne das“, sagt Wehrlein. Er ist von Mercedes als Ersatz- und Testfahrer für die Formel 1 verpflichtet worden. Mehr als 3000 Kilometer hat er im Silberpfeil hinter sich. Nun soll er beweisen, dass diese Erfahrung in einem kleinen Rennstall die Basis für eine Karriere in der Königsklasse ist. „Er soll die Führung im Team übernehmen“, sagt Mercedes-Sportchef Toto Wolff, zunächst bei Manor.

          Bei einem Hinterbänkler-Rennstall, der nach Jahren am Ende des Feldes endlich Anschluss zum Mittelfeld finden will. Das nötige Geld für eine Beschleunigung bringt unter anderem der Teamkollege mit, Indonesiens erster Formel-1-Pilot Rio Haryanto. Wehrlein wird nicht als sogenannter Paydriver betrachtet. Das Talent des Sigmaringers reicht. Aber hinter ihm steht oder steckt eine vermutlich viel größere Kraft als eine geldwerte Zahl mit sechs Nullen. Der Manor wird erstmals vom Mercedes-Antrieb beschleunigt, dem besten, was es vor dem ersten Qualitätsvergleich am Wochenende auf dem Markt gibt. Die Verhandlungen hat Wolff geführt. Erst über den Einsatz der Maschine, dann über den des Menschen.

          Wehrlein wird von Mercedes betreut, beraten, geschätzt, protegiert. Es gibt Hilfe und Zugriff in fast allen Lebenslagen: Als er bei einer PR-Aktion während des Trainingslagers der Fußball-Nationalmannschaft 2014 Rosberg ausweichen musste und einen Zuschauer anfuhr, schottete ihn Mercedes ab. Als er die DTM im Werkswagen gewann, setzte die Vermarktungsmaschinerie ein. Der Stern kreist um Wehrlein. Wolff meint es auch ernst: „Wir müssen nach vorne schauen“, sagte er mit Blick auf die fast zehn Jahre älteren Stammpiloten Hamilton und Rosberg: „Dass Pascal mal in den Silberpfeil einsteigt, ist das Ziel.“ Die Wehrlein-Variante bietet Mercedes im Erfolgsfall genügend Ansätze, unbotmäßige Stammpiloten ein- oder notfalls sogar auszubremsen.

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