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Formel 1 : Die Probleme des Sebastian Vettel

Ist Sebastian Vettel noch gut genug? Bild: EPA

Sebastian Vettel ging bei Ferrari als klare Nummer eins in die Saison. Doch nun ist diese Hierarchie dank Charles Leclerc schon auf den Kopf gestellt. Für die Formel 1 ist das eine gute Nachricht.

          Zwei Rennen, mehr war gar nicht nötig, um die Formel-1-Welt von Sebastian Vettel auf den Kopf zu stellen. Als klare Nummer 1 hatte ihn Ferrari in den diesjährigen Titelkampf mit Mercedes und Lewis Hamilton geschickt, aber nach dem Grand Prix in Bahrein zuletzt steht diese Hierarchie schon wieder in Frage. Charles Leclerc, sein 21 Jahre alter Teamkollege aus Monaco, meldet eigene Ansprüche an.

          Nicht mit Worten, dafür ist er zu zurückhaltend, zu clever. Leclerc lässt den Ferrari tanzen. In der Wüste konnten ihn, überlegen in Führung liegend, nur technische Probleme stoppen, Vettel hatte er da längst überholt, danach distanziert, und dann nahm sich der Deutsche mit einem Dreher bei einem Zweikampf mit Hamilton beinahe noch selbst aus dem Rennen.

          Ist Vettel noch gut genug? Diese Frage steht seit Monaten im Raum, weil der 31 Jahre alte Deutsche seinem Blitzstart in die Formel 1 mit vier WM-Titeln in den ersten sieben Saisons kaum noch etwas folgen ließ. 13 Siege in 82 Rennen für die Scuderia sind nicht das, was die Italiener sich von seiner Verpflichtung versprochen hatten.

          Seit 2007 wartet das Team aus Maranello auf den nächsten Weltmeister im roten Renner. Wer diesen Traum wahr werden lässt, schreibt Geschichte, brennt sich auf Ewigkeit ein in die Ferrari-DNA. Vettel, der an der Historie der Formel 1 wahrscheinlich so sehr interessiert ist wie kein anderer Fahrer, weiß das. Es ist ein Teil seines Treibstoffs, aber nun stellt sich ihm ausgerechnet ein bisschen Zukunft in den Weg.

          Leclerc gilt als kommender Weltmeister. Kimi Räikkönen, der bisherige Teamkollege von Vettel bei Ferrari, war ein ehemaliger Champion auf den Schlussrunden seiner Karriere. Das hat die Sache für den Deutschen deutlich einfacher gemacht. Räikkönen galt als Freund, Leclerc ist ein echter Rivale.

          Für die Formel 1 und ihre Welttournee ist das eine gute Nachricht, verspricht sie doch Spannung und nach Jahren der Mercedes-Dominanz womöglich eine überraschende Wendung. Denn Ferrari hat derzeit das schnellste Auto im Feld, das ist auch den Verantwortlichen von Mercedes bewusst. Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat unlängst angedeutet, dass es egal sei, wer dem Team den Erfolg beschere. Damit ist eines klar: Vettel hat womöglich nur noch eine Chance – und die sollte er nutzen.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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