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Der neue Silberpfeil W11 : Ein rasender Meter

Das ist er, das war er: Der neue Mercedes wird in zwei Wochen der alte sein. Bild: dpa

Wie stark er ist? Geheimsache. Doch der neue Formel-1-Renner von Mercedes ist zumindest schön genug, um für Lewis Hamilton in der kommenden Saison zum Rekordmodell zu werden.

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          Bilder von der ersten Ausfahrt, Statements in Hülle und Fülle, Ankündigungen und, passend zum Valentinstag, auch gleich ein herzergreifendes Bekenntnis: Zweifellos sind die Schöpfer auf den ersten Blick hin und weg vom Mercedes. Was für ein Modell! Noch schlanker, noch sportlicher, noch erfolgreicher? Das wird der Beziehungstest ergeben. Aber vorerst, so lautet die Nachricht für alle Welt des Motorsports aus dem Hause Mercedes, siegt der erste Eindruck: „Wir haben uns alle verliebt.“

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          „Petrolheads“, Benzinköpfe, wie in England Enthusiasten der Formel 1 genannt werden, sind leidenschaftlich. Selbst oder gerade weil sich hinter der glänzenden Fassade von Mercedes der letzte Schrei moderner Formel-1-Technik verbirgt. W 11, Mercedes‘ kühn-kaltes Kürzel für Wagen elf, das elfte Modell der Formel-Baureihe seit der Rückkehr in die Königsklasse 2010. Ein Rekordauto könnte es werden, wenn es denn so schön schnurrt, wie sich das Weltmeister Lewis Hamilton vorstellt, und dem Briten in diesem Jahr zum größten Verdrängungsschritt der Formel-1-Geschichte verhilft: Nur noch acht Grand-Prix-Erfolge und er hat Michael Schumacher als Weltrekordhalter im Siegessammeln (91) überholt. Noch ein WM-Titel und Hamilton steht mit dem Rheinländer auf einer Stufe (7). Ob das neue Modell dazu taugt?

          Käme es dabei allein auf das Aussehen an, der Silberpfeil mit roten Tupfern gehörte zu den Topmodellen. Aber der erste Eindruck kann täuschen. Das am Freitag auf der Rennstrecke von Silverstone vorgeführt Auto wird im Laufe der beiden Testphasen über insgesamt sechs Tage bis Ende Februar einem Facelifting unterworfen. Plastische Operationen bis zum Start der Saison am 15. März in Melbourne gehören vom ersten Geburtstag an zum Programm: Niemals wird Hamilton in denselben Rennwagen steigen.

          Weltmeister Lewis Hamilton: Nur noch acht Grand-Prix-Erfolge und er hat Michael Schumacher als Weltrekordhalter im Siegessammeln (91) überholt.

          Wie stark der ist? Dazu gibt es, trotz aller Datenübermittlung, nur ein Emoji mit verschlossenem Mund als Antwort. Geheimsache. Das Hybridsystem dürfte um die 1000 PS anbieten, die das Auto in einen rasenden Meter, nimmt man die Höhe des Boliden zum Maßstab (95 Zentimeter) verwandeln. Mercedes wirkt wie beschwingt von der hochgerechneten Wirkung der Flügel. Die Aerodynamik soll den Boliden in allen Lagen mit möglichst geringem Luftwiderstand am Boden halten, aber Hamilton, vielleicht auch mit Hilfe des Teamkollegen Valtteri Bottas, in den siebten Himmel katapultieren.

          Und so steigt mit der Erwartung der Mercedes-Fraktion auch die Temperatur. Allerdings wird die Hitze den Ingenieuren keine Schweißperlen mehr auf die Stirn treiben. Mercedes ist im Inneren (des Motors) so cool, mehr Feuer vertragen zu können. Das wird nötig sein, glaubt man an die Idee von Ferrari, mit einem extremen Boliden namens SF1000 vorbei ziehen zu können, ob nun der junge Charles Leclerc oder Sebastian Vettel als viermaliger Champion.

          Auch Max Verstappen lässt seinen nagelneuen Red Bull als ultimativen Feuerstuhl erscheinen. Kurz zuvor hatte er dem Chefpiloten Hamilton die Allmacht abgesprochen: „Gott mag mit ihm sein, aber er ist nicht Gott.“ Sondern der erfolgreichste Rennfahrer der Gegenwart: „Ich war immer bekannt dafür, auf der Strecke Taten sprechen zu lassen“, sagte Hamilton und sprach –, bevor er fuhr: Kampfansagen seien ein „Zeichen von Schwäche“. Vielleicht aber auch ein Gefühl von Nähe. James Allison, Technikchef von Mercedes, sagte, was alle hören wollen, die von einer Verdichtung der Formel 1 träumen: „Es wird keinen Spielraum für Fehler geben.“

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