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Formel 1 in Sotschi : Freies Training wird zur Farce

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Freie Fahrt kaum möglich: Nico Rosberg im Dauerregen von Sotschi Bild: AFP

Erst verschmutzt ein defektes Reinigungsfahrzeug die Strecke, dann macht der Dauerregen ein richtiges Training für Vettel, Rosberg und Co. unmöglich. Vor dem Rennen in Sotschi am Sonntag bleiben somit viele Fragen offen.

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          Ein Feuerwehr-Einsatz und Dauerregen haben Sebastian Vettel und auch alle anderen Fahrer wichtige Trainingszeit für Vorbereitung auf den Großen Preis von Russland in Sotschi an diesem Sonntag (13 Uhr / Live auf RTL, Sky und im Formel-1-Ticker auf FAZ.NET) gekostet. An einem chaotischen Formel-1-Freitag am Schwarzen Meer ist die erste Kraftprobe des Ferrari-Stars mit WM-Spitzenreiter Lewis Hamilton und Nico Rosberg im Mercedes buchstäblich ins Wasser gefallen. „Es war ziemlich schwierig, aber ich wollte da nochmal raus. Das hat dann schon Spaß gemacht“, sagte Vettel, nachdem er zumindest ein paar Mal durch das Sotschi-Autodrom gerutscht war.

          Zunächst hatten Einsatzkräfte am Vormittag die Strecke wegen Dieselspuren mit Hochdruck-Schläuchen reinigen müssen, damit den Trainingsbetrieb empfindlich gestört und die Testzeit für die Fahrer um eine halbe Stunde verkürzt. Am Nachmittag zog dann ein Regengebiet über den Kurs, der dazu führte, dass die Fahrer die meiste Zeit in der Garage verbrachten. Das war kein sehr nützlicher Tag, es gab nicht viel zu lernen“, bilanzierte Rosberg. Die drei schnellsten Runden des Tages von Nico Hülkenberg im Force India, Rosberg und Vettel hatten daher kaum Aussagekraft mit Blick auf das Rennen.

          Kurz vor der Konstrukteurs-WM

          48 Punkte Vorsprung auf Teamkollege Rosberg und 59 Zähler auf Vettel hat Titelverteidiger Hamilton mit ins Sotschi-Autodrom nach Russland gebracht. Zudem kann der Brite gemeinsam mit seinem Team schon im fünftletzten Rennen der Saison abermals die Konstrukteurs-WM gewinnen. „Wir spüren den Druck von Ferrari, aber mit Blick auf die Resultate war Mercedes dieses Jahr sogar noch dominanter“, sagte Hamilton.

          Doch ob Mercedes wie beim Doppelerfolg im Vorjahr wieder so überlegen sein wird, blieb auch nach den beiden Übungseinheiten am Freitag völlig offen. „Wir dürfen uns nicht wieder überraschen lassen, müssen vorsichtig sein“, warnte Rosberg vor einem ähnlichen Schwächeanfall wie vor drei Wochen in Singapur. Damals hatte Vettel bei ähnlichen Streckenverhältnissen die gesamte Konkurrenz düpiert.

          Der Ferrari-Hoffnungsträger sieht das Mercedes-Duo in Russland zwar wieder in der Favoritenrolle, meint aber mit Blick auf die Prognosen: „Man kann sich die Wahrscheinlichkeiten ganz leicht ausrechnen, aber auf der Strecke ist es immer ein bisschen anders.“ Für derartigeRechnungen hatten sowohl Vettel als auch seine Rivalen am Freitag unfreiwillig viel Zeit. Ziemlich gelangweilt saßen die Piloten zumeist in den Boxen. „Kann irgendjemand Tee und Kekse bringen“, twitterte das Mercedes-Team ironisch zu einem Bild der beschäftigungslosen Hamilton und Rosberg.

          Der Deutsche hatte sich zwischenzeitlich die Zeit zumindest mit Startübungen vertrieben, nachdem er zuletzt in Japan seine Pole Position nicht gegen Hamilton hatte verteidigen können. „Heute war die Gelegenheit dazu. Es hilft immer, weil wir ja keine Testfahrten haben“, erklärte der 30-Jährige. Rosberg muss jede Chance nutzen, wenn er doch noch die Wende im Titelkampf schaffen will.

          Umso ärgerlicher war für ihn die Diesel-Panne am Vormittag, die das Training um eine halbe Stunde verzögerte. Ein Kehrwagen hatte offenbar bei der Fahrt über den Asphalt Treibstoff verloren. Nach dem Eingreifen der Feuerwehr war der Kurs an mehreren Stellen so nass, dass die Piloten lange Zeit nur mit Mischwetter-Reifen fahren konnten. Die Streckenbetreiber kündigten eine interne Ermittlung an. „Was für ein Durcheinander“, klagte Vettel am Boxenfunk und brachte damit den Tag auf den Punkt.

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