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Crashtest – die Formel-1-Kolumne : Hitzestau bei Red Bull

Mehr geschoben, als gefahren: der Red Bull von Daniel Ricciardo Bild: Reuters

Auch wenn Mercedes schon jetzt die neue Saison dominiert – Langeweile kommt in der Formel 1 bestimmt nicht auf Vor allem Red Bull mosert, wo es nur geht. Heißt es für den Rennstall schon bald: „Rien ne va plus“?

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          Langweilig? Die Formel 1? Nie im Leben. Oder jedenfalls nicht in dieser Saison. Mag ja sein, dass auch am kommenden Wochenende im tropischen Klima von Sepang die beiden Mercedes-Piloten Hamilton und Rosberg derart überlegen ihre Kreise ziehen, dass die einzig spannende Frage ist, ob dieses Mal tatsächlich die gesamte Konkurrenz überrundet wird. Na und?

          So viel Dominanz sorgt bei der Konkurrenz für mächtig Hitzestau – vor allem bei Red Bull entladen sich die Gewitter im Moment regelmäßiger als in jeder Nachmittagsserie. Es ist erst zehn Tage her, dass sich die Führungsregie des Rennstalls um Teamchef Christian Horner, Cheftechniker Adrian Newey und Motorsportdirektor Helmut Marko bei jeder sich bietenden Gelegenheit über die minderwertige Qualität der Triebwerke vom französischen Partner Renault beklagt hatten.

          Lohnt sich das Engagement noch?

          Horner hatte festgestellt, der Motor sei in seiner Kraftentfaltung derart launisch, dass die Autos praktisch unfahrbar seien. Newey wiederum hatte vor dem ersten Rennen der Saison gesagt, Renault müsse endlich liefern, nur um anschließend festzustellen, dass kein Licht am Ende des Tunnels zu erkennen sei. Und Marko hatte schon laut darüber sinniert, dass sich angesichts der eigenen Ergebnisse – in Melbourne hatte es Red-Bull-Pilot Kwjat nicht in die Startaufstellung geschafft und sein Teamkollege Ricciardo war, von Hamilton und Rosberg überrundet, Sechster geworden – ganz grundsätzlich die Frage stelle, ob sich das Formel-1-Engagement noch lohne. Rien ne va plus?

          Nicht mit Renault. Sportdirektor Cyril Abiteboul ließ in einem Interview mit dem französischen Motormagazin „AutoHebdo“ erkennen, dass die Franzosen nicht gewillt sind, nur einzustecken: „Es ist schwierig, mit einem Partner zusammenzuarbeiten, der lügt. Adrian ist ein netter Kerl“, sagte Abiteboul über Newey, „und ein überragender Ingenieur, aber er hat schon immer gerne dem Motor die Schuld gegeben. Und er ist zu alt, um sich noch zu ändern.“ Klingt nach einem Fall für den Scheidungsanwalt – oder wie eine Fernsehserie mit gehörigem Fortsetzungspotential.

          Baut sich Red Bull mit Hilfe des Schweizer Spezialisten Mario Illien künftig selbst den Motor? Kehrt Renault mit einem Werksteam zurück und lässt Red Bull im Regen stehen? Oder verkauft Mäzen Mateschitz Red Bull, Toro Rosso oder gar beide Rennställe – und wenn ja, an wen? Und vor allem: warum – etwa, um die Vermarktung der Serie zu übernehmen? Tausend Gerüchte, keine Antwort. Das ist der Stoff, aus dem erfolgreiche Seifenopern gemacht werden. Die nächste Folge wird spätestens am Freitag gesendet: Abiteboul und Teamchef Horner werden auf der Pressekonferenz des Internationalen Automobilverbandes erwartet. Wer möchte, kann sich schon mal das Popcorn bereit stellen.

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