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Crashtest - die Formel-1-Kolumne : Im Schatten des Zweirads

Flucht zu Mercedes? Nein, Vettel bleibt Bulle, der Gerüchteküche zum Trotz Bild: dpa

Bis Ende Januar gilt das Fahrverbot. Dennoch kreisen alle auf höchsten Touren. Die Gerüchteküche brodelt - und ein Motorradfahrer stiehlt einem Spanier die Schau.

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          Noch ein paar Wochen müssen wir das Spiel ertragen. Spekulationsblasen, überschäumende Fahrer, Manager, die Alltagsarbeit anprangern: Mercedes versucht Sebastian Vettel abzuwerben, hat Red-Bull-Berater Helmut Marko dieser Tage gesagt. Ja, was denn sonst? Soll der deutsche Rennstall den ersten deutschen Champion seit Michael Schumacher ignorieren? Tut er nicht. Wäre auch höchst fahrlässig. Stattdessen dementiert Stuttgart: Dass es ein Angebot an den Heppenheimer gegeben hat. Was sollte Sportchef Norbert Haug auch anderes sagen. Vielleicht, dass er sich mächtig geärgert hat, weil Vettel einst bei Red Bull verlängerte, anstatt der schwäbischen Werbung zu erliegen?

          Anno Hecker

          Verantwortlicher Redakteur für Sport.

          Es hat sich also anno 2011 wieder nichts geändert. Alle kreisen auf höchsten Touren, trotz des Fahrverbotes bis Ende Januar. Über den Sinn und die Folgen dieser Entwöhnung, Therapeuten würden vom Entzugsdelirium sprechen, muss nachgedacht werden. So eine Pause scheint weder gesund, noch ist sie dem Frieden bekömmlich. Hinter den Kulissen, heißt es, tobt ein Machtkampf zwischen dem Präsidenten des Internationalen Automobil-Verbandes, Jean Todt, und dem Methusalem-Gespann Bernie Ecclestone/Max Mosley.

          In der vergangenen Woche hat das Armenhaus unter den Rennställen, HRT, beleidigt seinen Rückzug aus der Teamvereinigung Fota bekannt gegeben. Weil doch die Kleinen von den Großen überfahren werden. Mallorca scheint nun doch kein Formel-1-Rennen ausrichten zu können vor der Haupttribüne namens Ballermann. Dabei wäre die wohl rund um die Uhr voll. Darf es noch etwas mehr sein von der Formel 1?

          Motorrad im Schnee: Valentino Rossi in Madonna di Campiglio

          Beim Jupiter!

          Es reicht, einverstanden. Der Mensch erfreut sich zwar an schönen Geschichten, selbst wenn sie erfunden sind. Aber irgendwann darf die Welt auch mal mit einer Nachricht beglückt werden. Hier ist sie: Es gibt einen Klimawechsel! Man muss für diese Erkenntnis kein Polarforscher sein, man braucht nicht mal ein Thermometer, um die Erwärmung zu spüren. Es reicht der Besuch beim Neujahrsempfang von Ferrari und Ducati in Madonna di Campiglio. Kaum erschien der Zweiradstar Valentino Rossi am Montag auf Bühne, ging die Sonne auf. So gegen 21.30 Uhr. Eigentlich tanzt das katholische Italien ja um die vierrädrige „Göttin“ aus Maranello. Und seit einem Jahr um den unantastbaren Chefpiloten Fernando Alonso.

          Dieser kleine Neptun (in der Antike nicht nur Gott des Meeres, sondern auch der Pferde), hat nur einen winzigen Makel aus Sicht der Römer: Er ist Spanier. Das mag nur eine Formalität im Europa der Neuzeit sein. Hatte aber Folgen, die an Gotteslästerung grenzen: Wie abgemeldet wirkte Alonso, als der neunmalige Motorrad-Weltmeister Rossi, Göttername Sol (Sonnengott), über seine Zukunft auf der bockigen, unberechenbaren, aber himmlisch verehrten Ducati dozierte.

          Diese neue Konstellation scheint nun die - gefühlt - zweitausendjährige Tradition zu gefährden. Ein Zweirad-Gespann stellt den großen Wagen in den Schatten? Das wird sich der große Lenker, Präsident Luca di Montezemolo, kaum bieten lassen: Denn wie heißt noch das erste Gebot? „Ich bin der Herr, Dein Gott. Du sollst keine anderen Götter neben mir haben.“ Beim Jupiter!

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