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Formel-1-Kolumne Crashtest : Die schönste Frau im Fahrerlager

31 Jahr, blondes Haar: Nico Rosberg steht kurz davor, Weltmeister zu werden Bild: dpa

Rosberg musste lange kämpfen und einigen Spott ertragen. Doch nun steht er dicht vor seinem größten Triumph als Rennfahrer. Und für seinen Verfolger Hamilton gibt es eine schlechte Nachricht.

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          Ja, das war ganz schön lustig damals in der Formel 1. Wer die schönste Frau im Fahrerlager sei? „Nico Rosberg“, sagte Sebastian Vettel da und lachte herzhaft. Seinerzeit konnte er das noch, schließlich sauste er im Red Bull der Konkurrenz von 2010 bis 2013 auf und davon und sicherte sich einen WM-Titel nach dem nächsten. Vettel war so überlegen, dass genügend Zeit blieb für derlei Scherze. Nur Rosberg, der Millionärssohn aus Monaco, konnte nicht darüber lachen und beschwerte sich sogar über den Witz auf seine Kosten.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Inzwischen haben sich die Kräfteverhältnisse verändert. Vettel kämpft im Ferrari um Anschluss, Rosberg seit drei Jahren um den Titel. An diesen Sonntag könnte er der dritte deutsche Weltmeister nach Michael Schumacher und Sebastian Vettel werden. Ein dritter Platz beim Rennen in Abu Dhabi (Start: 14.00 Uhr MEZ / Live bei RTL, Sky und Formel-1-Ticker bei FAZ.NET) genügt ihm dafür. Und ein dritter Platz im überlegenden Mercedes scheint ihm doch so sicher wie die Trockenheit in der Wüste. Oder? „In diesem Sport ist nichts einfach, auch dieses Mal nicht“, beteuert Rosberg: „Ich muss erneut alles geben, um ein gutes Ergebnis einzufahren.“

          Noch kein Regen in diesem Jahr

          Aber was soll schon passieren? Frage an den Taxifahrer auf dem Weg vom Flughafen zum Yas Marina Circuit: Wann hat es hier eigentlich das letzte Mal geregnet? Der Mann überlegt, er überlegt sehr lange, aber es fällt ihm einfach nicht ein. „Also“, sagt er schließlich: „In diesem Jahr noch nicht, ich kann mich jedenfalls nicht erinnern.“ Ein Rennen ohne Regen ist eine ziemlich vorhersehbare Angelegenheit – sowohl für die Fahrer als auch für die Experten an den Kommandoständen. Und kein anderes Auto kann es unter diesen Bedingungen mit dem Silberpfeil aufnehmen.

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          Für Lewis Hamilton ist das eine schlechte Nachricht. Der Brite benötigt ein kleines Wunder, um doch noch seinen dritten Titel in Serie nach 2014 und 2015 zu gewinnen. Genau genommen ist er sogar auf das Pech seines Rivalen angewiesen. Denn ein technischer Defekt am Rosberg-Mercedes würde die Aussichten von Hamilton, der mit zwölf Punkten Rückstand in das Saisonfinale geht, ganz gehörig verbessern. Dass das Weltmeister-Auto anfällig ist, hat Hamilton in diesem Jahr selbst erlebt. Auch die Verantwortlichen von Mercedes sprachen deshalb zuletzt auffällig oft davon, dass es zunächst das oberste Ziel sei, beiden Fahrer in Abu Dhabi ein Auto mit auf den Weg zu geben, mit dem sie problemlos das Ziel erreichen können.

          Für Rosberg jedenfalls werden sich die 55 Runden anfühlen wie eine Ewigkeit. Jedes ihm merkwürdig erscheinende Geräusch wird er analysieren und hoffen, dass es wieder vergeht. Er weiß, dass er es in der Hand hat – sofern ihn das Schicksal denn lässt. So nah jedenfalls stand er noch nie vor dem großen Triumph. Er musste lange dafür kämpfen und Ausdauer beweisen. In Abu Dhabi bestreitet er seinen 206. Grand Prix – so oft ist vor ihm noch kein anderer Mann im Kreis gefahren, ehe er zum ersten Mal Formel-1-Champion wurde. Rosberg ist 31 Jahre alt. Schumacher war bei seinem ersten Titel 25, Vettel 23. Es wird ihm egal sein. Und der Spott im Fahrerlager ist ohnehin längst verschwunden.

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