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Crashtest - die Formel-1-Kolumne : Das Pferd springt

(Fast) Alles beim Alten: Alonso fährt hinterher Bild: dpa

Alles neu in der Formel 1? Von wegen: Ferrari fährt immer noch hinterher und Boss di Montezemolo schimpft. Hat da jemand zu lange aufs eigene Markenemblem geschaut?

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          Alles neu in der Formel 1? Red Bull bleibt liegen, Mercedes gewinnt, der schnellste Finne heißt Valtteri Bottas und nicht Kimi Räikkönen. Letzteres bedeutet allerdings: Ferrari fährt weiter hinterher, da hat sich nichts geändert. 

          Trotz aller Reglementsänderungen, trotz neuer Motorentechnik: Ferrari wird abgehängt, nun eben nicht von Sebastian Vettel, sondern von Nico Rosberg (und Kevin Magnussen, Daniel Ricciardo und Jenson Button). 35 Sekunden Rückstand hatte Fernando Alonso auf den Sieger des ersten Großen Preises der Saison, nochmal 22 Sekunden später kam Kimi Räikkönen ins Ziel, in seinem ersten Rennen in einem Ferrari seit 2008. 

          Ob Luca Cordero di Montezemolo etwas geahnt hatte? Wir hatten ihn schon an anderer Stelle zitiert: Der Klang der aktuellen Boliden im Generellen und der in Rot lackierten im Speziellen enerviert den piemontesischen Edelmann. Wie am Taxistand fühlte sich Montezemolo im Fahrerlager schon vor dem Rennen. Kaum auszuhalten danach, dass es Ferrari nun offenbar ein weiteres Mal nicht gelungen ist, die schnellste Droschke zu bauen. 

          Einstweilen jedenfalls hat die Scuderia sich offenbar zu sehr vom eigenen Emblem verleiten lassen, Stichwort Springendes Pferd: Beim Anbremsen wirkt Taxi F14T reichlich wild. "Wir müssen die Stabilität des Autos beim Bremsen verbessern", analysierte der neue Technikchef James Allison. „Unsere Wettbewerbsfähigkeit war inakzetabel."  

          Stefano Domenicali ist zwar den professionellen Umgang mit Kummer gewohnt, immerhin ist unter seiner Regie noch nie ein Ferraripilot Weltmeister geworden, trotzdem geht er in seine siebte Saison als Teamchef unter di Montezemolo. Aber seine Warnung klingt deutlich: "Jetzt müssen wir unsere Probleme konsequent lösen, mit klaren Verantwortlichkeiten. Da gibt es gar keine Diskussion", zitiert die Fachseite "Motorsport Total" Domenicali. 

          Sprunghaft: Taxi F14T beim Anbremsen
          Sprunghaft: Taxi F14T beim Anbremsen : Bild: dpa

          Zum Vergleich: Im vergangenen Jahr hatte es bis zum Sommer gedauert, bevor Domenicali ähnlich alarmiert geklungen hatte. Dann allerdings kam die Aufregung zu spät: Vettel drehte einsam seine Kreise, die Pferde aus Maranello sprangen überhaupt nicht mehr und alsbald wurde alle Kraft auf die Entwicklung des neuen Modells gelegt. Mit mäßigem Erfolg, wie sich in Melbourne nun zeigte.

          "Da darf nun niemand die Schuld auf andere schieben. Wir als Team müssen zusammenstehen und die Probleme angehen. Das ist der Appell an meine Techniker", sagte Domenicali noch. Die Schuld auf andere schieben, das bleibt in Maranello Montezemolo vorbehalten. Geht es nicht schnellstens aufwärts bei den Taxis in rosso, wird sich der avvocato alsbald um andere Probleme als den Motorenklang kümmern. 

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