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Probleme in der Formel 1 : „Das schmerzt unheimlich“

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Wann findet der Heim-Grand-Prix von Lewis Hamilton statt? Noch ist die Formel 1 nicht in die Saison gestartet. Bild: dpa

Wegen der abgesagten und verschobenen Rennen in der Formel 1 ist der Unmut weiterhin groß. Nun meldet sich ein Streckenarchitekt zu Wort. Und das Heimrennen von Lewis Hamilton steht möglicherweise auch auf der Kippe.

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          Formel-1-Streckenarchitekt Hermann Tilke bedauert die ausgefallene Premiere des Grand Prix von Vietnam an diesem Wochenende. „Das schmerzt unheimlich, denn daran arbeiten viele Leute von uns. Wir haben sogar noch immer Ingenieure und Architekten vor Ort, die den Abbau machen. Darin steckt seit fast anderthalb Jahren so viel Herzblut, auch weil bei einem Bau nicht immer alles reibungslos läuft“, sagte Tilke (64) der Deutschen Presse-Agentur im Interview.

          Der Diplom-Bauingenieur hat auch den neuen Stadtkurs in Hanoi für die Motorsport-Königsklasse entworfen. Wegen der Coronavirus-Krise wurde die Premiere aber verschoben. Insgesamt wurden die ersten acht Rennen des eigentlich 22 Grand Prix umfassenden Formel-1-Kalenders gestrichen. „Es schmerzt sehr, dass dieser krönende Abschluss fehlt. Wenn das erste Auto beim ersten Freien Training auf die Strecke fährt und das Rennen am Sonntag gestartet wird, sind das immer Highlights“, sagte Tilke, der mit seinem Büro alleine 19 Formel-1-Kurse entweder komplett selber gebaut oder maßgeblich mitgestaltet hat.

          Insgesamt handelt es sich sogar um 92 Rennstrecken. „Bauen ist immer für eine kleine Ewigkeit bestimmt, ob es ein Einfamilienhaus oder eine Rennstrecke ist“, sagte Tilke, der einst mit Ausbesserungen am Nürburgring anfing.

          Einer der Gestalter der Formel 1: Streckenarchitekt Hermann Tilke

          Eine Entscheidung über den Formel-1-Klassiker in Silverstone muss derweil bis spätestens Ende dieses Monats fallen. Der Große Preis von Großbritannien, Heimrennen von Titelverteidiger und sechsmaligem Weltmeister Lewis Hamilton soll am 19. Juli stattfinden. Hinter dem Rennen steht wegen der Coronavirus-Pandemie aber auch ein großes Fragezeichen.

          „Wir versuchen, die richtige Antwort zu finden, aber zwölf Wochen brauchen wir, um alles vorzubereiten“, wurde Silverstone-Manager Stuart Pringle am Donnerstag in britischen Medien zitiert. Die Formel-1-Verantwortlichen arbeiten derzeit an einem neuen Kalender. Geschäftsführer Chase Carey sprach jüngst von 15 bis 18 Rennen – 22 und damit so viele wie nie – hätten es eigentlich in diesem Jahr sein sollen.

          Wie der neue Kalender aussehen könnte, ist unklar. Carey geht aber auch schon davon aus, dass der Plan zeitlich über das letzte November-Wochenende, an dem eigentlich das Finale in Abu Dhabi stattfinden soll, hinausgeht.

          Als erstes Formel-1-Team schickt McLaren in der Mitarbeiter in den Zwangsurlaub. Die beiden Piloten Lando Norris und Carlos Sainz haben sich zudem wie auch das höhere Management des englischen Traditionsrennstalls zu einem freiwilligen Verzicht auf Teile des Gehalts entschieden. „Diese Maßnahmen zielen darauf ab, kurzfristig Arbeitsplätze zu sichern, damit unsere Angestellten wieder in Vollzeit zurückkehren, wenn sich die Wirtschaft erholt“, bestätigte ein Sprecher aus dem Rennstall des deutschen Teamchefs Andreas Seidl auf Nachfrage.

          Von den Maßnahmen sind Berichten zufolge jedoch mehr als 100 Mitarbeiter der McLaren-Gruppe ausgeschlossen, die angesichts der Pandemie an der Herstellung von Beatmungsgeräten beteiligt sind.

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