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Chronologie : Der Regelstreit in der Formel 1

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Der Wortführer der Rebellen: Ferrari-Chef Luca di Montezemolo Bild: dpa

Die Teamvereinigung Fota will im Streit mit dem Automobil-Weltverband Fia um die freiwillige Budgetobergrenze in der Formel 1 nicht nachgeben und hat eine eigene Rennserie angekündigt. FAZ.NET dokumentiert die Entwicklung des Konflikts.

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          Die Teamvereinigung Fota will im Streit mit dem Automobil-Weltverband Fia um die freiwillige Budgetobergrenze in der Formel 1 nicht nachgeben und hat eine eigene Rennserie angekündigt. „Diese Teams haben keine andere Alternative, als mit den Vorbereitungen für eine neue Meisterschaft zu beginnen, die die Werte ihrer Teilnehmer und Partner widerspiegelt“, teilten die acht Rennställe um Wortführer Ferrari in einer am Freitag veröffentlichten Presseerklärung mit. Der Konflikt schwelt bereits seit Monaten.

          17. März: Der Motorsport-Weltrat der Fia beschließt für die Saison 2010 die Einführung einer freiwilligen Budget-Grenze. Zudem soll der Weltmeister anhand der Anzahl der Siege ermittelt werden. Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo bezeichnet den Beschluss zwar als „Risiko“, ein offizieller Protest aber bleibt aus.

          20. März: Nach heftigen Protesten knickt die Fia bei der Weltmeister-Regel ein. In dieser Saison gewinnt wie bisher der Fahrer mit den meisten Punkten den Titel. Die neue Regel wird auf 2010 verschoben.

          24. April: Vor dem Großen Preis von Bahrain fordert Fia-Chef Mosley die verärgerten Rennställe auf, eine aus ihrer Sicht akzeptable Regelung für eine Budget-Grenze vorzuschlagen.

          Der Hardliner: Fia-Chef Max Mosley

          29. April: Der Motorsport-Weltrat erhöht das Etatlimit auf rund 45 Millionen Euro, legt die Details der Regel fest und präzisiert Ausnahmen. Di Montezemolo hatte den Beschluss mit einem Brandbrief vergeblich zu verhindern versucht und auf ein Ferrari zugesichertes Veto in Regelfragen verwiesen.

          12. Mai: Ferrari droht nach einer Vorstandssitzung mit einem Rückzug aus der Formel 1, wenn die neuen Regeln umgesetzt werden. Tags zuvor hatte Dietrich Mateschitz eine Anmeldung seiner Teams Red Bull und Toro Rosso für 2010 unter dem geplanten Reglement ausgeschlossen.

          13. Mai: Auch Renault will aussteigen, wenn die Regeln nicht geändert werden.

          15. Mai: Ein Krisengipfel in London bleibt weitgehend ergebnislos. Mosley gibt den Teams sieben Tage Zeit, einen Gegenvorschlag auszuarbeiten. Während des Treffens wird bekannt, dass Ferrari bei einem Pariser Gericht eine Einstweilige Verfügung gegen die Regelreform erwirken will. Die Scuderia pocht auf ein angebliches Veto-Recht, das ihr Mitsprache in Regelfragen zugestehen soll.

          19. Mai: Ferrari präsentiert bei einer Anhörung in Paris seine Argumente.

          20. Mai: Das zuständige Pariser Gericht weist den Antrag auf Einstweilige Verfügung ab.

          22. Mai: Krisengipfel in Monte Carlo. Nach stundenlangen Beratungen gehen Fota und Mosley ohne Ergebnis auseinander.

          25. Mai: Die Rennställe fordern einen Aufschub des neuen Regelwerks. Sollte die Fia zustimmen und die Königsklasse auch 2010 unter den bislang gültigen Regeln weiterfahren, wollen sich alle Teams im Gegenzug längerfristig an die Formel 1 binden.

          25. Mai: Williams schert aus. Der englische Rennstall schreibt sich vorbehaltlos und als erstes der zehn aktuellen Teams für die Saison 2010 ein.

          27. Mai: Wegen seiner Nennung für 2010 wird das Williams-Team vorübergehend aus der Fota ausgeschlossen.

          29. Mai: Am letztmöglichen Tag schreiben sich die Fota-Rennställe ein - allerdings geknüpft an zwei Bedingungen: Ein neues Concorde Agreement muss bis zum 12. Juni unterschrieben sein und gefahren werden muss 2010 unter denselben Regeln wie 2009. Insgesamt sollen sich zehn neue Teams beworben haben.

          31. Mai: Ferrari-Teamchef Stefano Domenicali stellt klar: Lehnt die Fia die Fota-Vorschläge ab, bleibt die Einschreibung der Teams ein Muster ohne Wert.

          3. Juni: Hoffnung auf Frieden platzt. Mosley nennt die Fota-Bedingung nach einem neuen Concorde Agreement bis 12. Juni „unrealistisch“.

          5. Juni: Es wird bekannt, dass sich auch Force India ohne Bedingungen eingeschrieben hat. Die Zahl der in der Fota vereinigten Teams reduziert sich auf acht.

          7. Juni: Einen Tag vor dem Großen Preis der Türkei schwört die Fota die Piloten ein. Im Fall einer Spaltung sollen sie ihren Rennställen die Treue halten.

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