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Casey Stoner : Schluss mit der Raserei

In Schieflage: Casey Stoner steigt am Saisonende von seiner Maschine Bild: AFP

Die Motorrad-Szene reagiert erstaunt auf diese Nachricht: Casey Stoner beendet am Saisonende seine Karriere. Völlig überraschend kommt der Abschied des 26 Jahre alten Piloten aus Australien aber nicht.

          Ein Weltmeister hat genug: „Ich habe keine Leidenschaft mehr dafür, und deshalb ist es an diesem Punkt besser, aufzuhören“, sagte Casey Stoner (Honda). In den Jahren 2007 und 2010 gewann er den Titel in der MotoGP-Klasse, doch nach dieser Saison soll Schluss sein mit der Raserei auf zwei Rädern.

          Michael Wittershagen

          Zuständig für den Sport in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          „Es gab viele Dinge, die mich enttäuscht haben und auch viele Dinge, die ich an diesem Sport geliebt habe, aber unglücklicherweise ging diese Balance jetzt in die falsche Richtung“, sagte der Sechsundzwanzigjährige.

          Die Motorrad-Szene reagiert erstaunt auf diese Nachricht: „Ich denke, es ist eine schlechte Neuigkeit für die MotoGP-Welt, denn am Ende der Saison verlieren wir vielleicht einen der großartigsten Fahrer und besten Rivalen“, sagte der Italiener Valentino Rossi (Ducati). In das Rennen in Le Mans an diesem Sonntag geht Stoner als WM-Führender.

          Immer wieder gab es in den vergangenen Monaten Gerüchte über einen Rücktritt des Australiers, jedes Mal dementierte er. Doch Stoner kritisierte den Sport und die Verantwortlichen auch immer wieder. Nach dem Tod von Marco Simoncelli im Oktober des vergangenen Jahres zweifelte Stoner daran, dass die Sicherheit im Motorradsport noch verbessert werden könne: „Es wird immer einen Risikofaktor geben“, sagte er.

          „Ich habe keine Leidenschaft mehr dafür, und deshalb ist es an diesem Punkt besser, aufzuhören.“

          Auch die Entscheidungen der Rennleitung gefielen ihm nicht mehr: „Es gibt keine Konstanz in ihren Entscheidungen. Einen Tag bestrafen sie dich für etwas, beim nächsten Mal nicht mehr. Racing hat sich definitiv verändert, besonders in den letzten sechs, sieben Jahren“, sagte Stoner. „Es wär schön, noch einmal in den alten Zeiten zu leben, als die Leute sich noch gegenseitig respektierten.“

          Das Ausscheiden eines Top-Fahrers in einem Weltklasse-Team eröffnet anderen neue Perspektiven. Schon wird über eine Rückkehr von Rossi zu Honda spekuliert. Auch dem Dreiunddreißigjährigen wurden zuletzt Motivationsprobleme unterstellt, doch der neunmalige Weltmeister hat noch etwas vor: In Le Mans kündigte er an, weitere zwei Jahre rasen zu wollen - mindestens.

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