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Motorsport im Simulator : Digitales Überholmanöver

Der Simulator am Zürichsee sieht nicht nur so aus wie ein Ferrari – es ist auch der alte Bolide von Sebastian Vettel. Bild: Reuters

Den Aufstieg über die Kart-Szene kann sich kaum noch jemand leisten, in die virtuelle Boxengasse hat jeder Zutritt: Wird der Motorsport der Zukunft simuliert?

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          In einem unscheinbaren Gebäude am Zürichsee steht ein Ferrari SF70H – das Modell, das auch Sebastian Vettel im vergangenen Jahr fuhr. Das Lenkrad wirkt unübersichtlich mit seinen zahlreichen bunten Tasten, aus dem tiefen Sitz geht der Blick direkt über die Fahrzeugnase auf den Asphalt. Ein beherzter Tritt auf das Gaspedal – und schon ertönt der bekannte Formel-1-Sound, während das Auto über die Autodromo Nazionale Monza fliegt und die Tachonadel beständig in Richtung 350 Kilometer pro Stunde klettert. Ein paar Runden und einige Kollisionen später klettert man wieder aus dem Fahrzeug heraus. Das Adrenalin ist echt – die Strecke hingegen ist es nicht, denn der Ferrari ist Teil eines Simulators.

          Madeleine Brühl
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          „Es ist nicht einfach, die feine Linie zwischen herausfordernd und überfordernd zu finden“, sagt Monisha Kaltenborn und blickt auf das rote Chassis neben sich. Die Österreicherin hat Erfahrung mit den Boliden. Von der Jahrtausendwende an war sie 17 Jahre lang beim Formel-1-Rennstall Sauber tätig, von 2010 bis 2017 als Hauptgeschäftsführerin. Sie war die erste Teamchefin der Formel 1. Vergangenes Jahr gründete sie das Formel-4-Rennteam KDC Racing, seit diesem Sommer ist sie Geschäftsführerin der Formula V AG, die derzeit zwei Rennlounges in der Schweiz betreibt. Die Geschäftsidee, durch hochwertige Simulatoren ein immersives Fahrgefühl zu vermitteln und auf diese Art ein möglichst breites Publikum aktiv am Motorsport teilhaben zu lassen, stammt von Millionär und Gründer Francisco Fernandez. Durch die aktive Teilnahme könne ein Fahrer eine viel intensivere Verbindung zum Rennsport entwickeln als durch bloßes Zuschauen, sagt Kaltenborn.

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