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Kritik von Ecclestone : „Schumachers Problem: Er kannte kein Limit“

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Das waren noch Zeiten: Bernie Ecclestone (links) und Michael Schumacher nach dem Rennen in Barcelona im Jahr 2001 Bild: Picture-Alliance

Vor dem 1000. Grand Prix der Rennserie blickt der frühere Formel-1-Chef zurück. Dabei sieht Bernie Ecclestone die große Zeit von Michael Schumacher erstaunlich kritisch. Lob gibt es indes für einen anderen Deutschen.

          Der frühere Formel-1-Chef Bernie Ecclestone sieht die große Zeit von Michael Schumacher eher kritisch. „Sein Problem war: Er kannte kein Limit“, sagte der Brite im Interview von „Sport Bild“ und „Auto Bild Motorsport“. Als eines der Beispiele dafür nannte der 88-Jährige den Rammstoß von Schumacher gegen Jacques Villeneuve im Titelfinale 1997 in Jerez. „Die Skandale brachten zwar viel Publicity, aber nicht unbedingt die, die wir wollten“, sagte Ecclestone vor dem 1000. Rennen der Formel 1 an diesem Sonntag (8.10 Uhr MESZ im F.A.Z.-Liveticker zur Formel 1, bei RTL und Sky) in China.

          Schumacher ist mit sieben Titeln Rekordweltmeister der Rennserie, ging mit seinem großen Ehrgeiz aber bisweilen auch über die Grenze. Wegen des Vorfalls in Jerez 1997 wurden ihm nachträglich alle WM-Punkte aberkannt. Letztlich dauerte es bis ins Jahr 2000, ehe er mit Ferrari seine Serie von fünf WM-Triumphen nacheinander starten konnte. Auch Schumachers Comeback bei Mercedes von 2010 bis 2012 sieht Ecclestone mit gemischten Gefühlen. „Es war gut für die Formel 1, weniger gut für ihn. Aber das meinte ich mit den Limits, die er für sich nicht kannte“, sagte der langjährige Chef der Königsklasse. Schumacher feierte im Silberpfeil keinen Rennsieg mehr, gewann aber viele Sympathien.

          Nach einem Ski-Unfall nach seiner Karriere im Dezember 2013, bei dem er mit dem Kopf gegen einen Felsen prallte, ist Schumacher aus der Öffentlichkeit verschwunden. Seit September 2014 setzt er seine Rehabilitation nach der Entlassung aus dem Krankenhaus zu Hause in der Schweiz fort. Offizielle Angaben zu seinem Gesundheitszustand gibt es nicht. Sein Sohn Mick ist auch Rennfahrer und inzwischen in der Formel 2 angekommen. Zuletzt durfte er einen Formel-1-Wagen von Ferrari testen.

          Unterdessen wird Sebastian Vettel aus Sicht von Ecclestone unterschätzt. „Die Formel 1 braucht einen Sebastian, der gewinnt“, sagte er. Schon bei Vettels erstem Trainingseinsatz in der Rennserie 2006, als er in der Türkei gleich die Bestzeit fuhr, habe ihn der Hesse von seinem Talent überzeugt, versicherte Ecclestone. „Er hat das Wettbewerbs-Gen, das die Fahrer früher auch hatten“, sagte der Brite und meinte: „Die Leute unterschätzen Sebastian.“

          Die wachsenden Zweifel an Vettel nach dem misslungenen Start in seine fünfte Ferrari-Saison hält Ecclestone für ungerechtfertigt. „Er wird sich auch aus seinem aktuellen Tief herauskämpfen“, sagte er. Vettel liegt vor dem dritten Saisonlauf am Sonntag in Schanghai 22 Punkte hinter dem finnischen WM-Spitzenreiter Valtteri Bottas und 21 Zähler hinter Titelverteidiger Lewis Hamilton (beide Mercedes). „Es gibt keinen Grund, warum neben Lewis nicht auch Sebastian Michael Schumachers sieben Titel erreichen kann“, versicherte Ecclestone. Vettel hatte von 2010 bis 2013 vier WM-Triumphe in Serie im Red Bull gefeiert. 2015 wechselte er zu Ferrari, jagt dort aber bislang vergebens einem weiteren Titel hinterher.

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