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Zukunft der Rennserie : Angst vor Gleichmacherei in der Formel 1

  • -Aktualisiert am

Mercedes und Ferrari wollen verhindern, dass man ihnen ihren technischen Vorsprung raubt. Bild: AP

In der Formel 1 sollen bald neue Regeln gelten. Das sorgt für Streit. Mercedes und Ferrari fürchten um ihren Vorsprung. Dass sich die Sache kurz vor dem Ende der Frist nun so zuspitzt, ist kein Zufall.

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          Die Uhr tickt. Ende Oktober muss das Formel-1-Reglement für 2021 in Worte gegossen sein. Es soll ein Neubeginn werden. Zum ersten Mal schreiben die Regeln eine Kostendeckelung vor. Die Teams dürfen pro Jahr nicht mehr als 175 Millionen Dollar ausgeben. Ausgenommen sind die Gehälter für die Fahrer, die drei teuersten Angestellten, die Reisekosten und das Motorenleasing. Das Technik-Reglement soll den Autos ein neues, moderneres Gesicht geben. Hauptziel ist es, dass Fahren im Verkehr einfacher wird. Bislang verlieren die Autos in einem Bereich von zwei Wagenlängen hinter einem anderen Fahrzeug rund 50 Prozent Anpressdruck. Das macht Überholmanöver zum Kraftakt. Mit dem 2021er Auto wird der Abtriebsverlust auf 10 Prozent reduziert.

          Doch nur drei Wochen vor Ablauf der Frist gibt es noch viele Fragezeichen. Sechs der zehn Teams wollen, dass die Regeln so bleiben, wie sie sind. Nur Renault, McLaren, Williams und Sauber sitzen mit den Reformern in einem Boot. Bevor der Weltrat des Internationalen Automobilverbandes (Fia) den Regelentwurf absegnet, gibt es kommenden Mittwoch noch eine letzte Zusammenkunft der Streitparteien. Aus Kreisen der Teams ist jetzt zu hören, dass Mercedes, Ferrari und Red Bull einen Gegenvorschlag einreichen wollen, der ihnen in gewissen Bereichen mehr Freiheiten lässt. Formel-1-Chef Ross Brawn bietet an: „Wir sind für jede gute Idee offen, solange sie mit unseren Zielen vereinbar ist.“ Das Problem ist die Zeit. Dieser Vorschlag kommt so spät, dass er nur noch schwer in das Regelwerk aufzunehmen ist. Details kann man noch anpassen, nicht aber einen radikalen Entwurf.

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