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Ärger bei McLaren : Alonso fühlt sich benachteiligt

  • Aktualisiert am

Trost von BMW-Sportdirektor Theissen für Alonso in Melbourne Bild: dpa

Spaniens Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso hat mangelnde Unterstützung bei McLaren-Mercedes beklagt. Er habe sich „von Anfang an nicht wohl gefühlt“. Als „englischer Fahrer in einem englischen Team“ würde Lewis Hamilton bevorzugt.

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          Ausgerechnet Formel-1-Weltmeister Fernando Alonso hat den Betriebsfrieden bei McLaren-Mercedes gestört. Der 25-Jährige fühlt sich in dem in diesem Jahr dominierenden Team gegenüber Senkrechtstarter Lewis Hamilton benachteiligt. „Ich bin in einem englischen Rennstall und habe einen englischen Kollegen. Er bekommt vom Team alle Unterstützung, alle Hilfen sind für ihn“, sagte Alonso am Dienstag dem spanischen Radiosender Cadena SER. „Ich habe mich von Anfang an nicht wohl gefühlt.“ Er wolle sich auch nicht beklagen. „Mir war dies von Anfang an klar.“

          Der zweimalige Champion räumte ein, dass Hamilton seine Sache „genial“ mache. Der 22 Jahre alte Brite hatte am Sonntag in Montréal seinen ersten Grand Prix gewonnen und die alleinige Führung in der WM-Wertung übernommen. Alonso machte in dem Rennen ungewohnt viele Fehler und landete nur auf dem enttäuschenden siebten Platz.

          Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug wollte Alonsos Bemerkungen nicht überwerten. „In der Hitze des Gefechts wird hie und da was gesagt, was bei genauer Betrachtung keinen Bestand hat“, sagte Haug. „Wir haben zwei vollkommen gleichberechtigte Fahrer.“ McLaren-Mercedes sei für diese Fairness bekannt, „und dabei wird es auch bleiben“.

          Zwei Fahrer, kein Team: Lewis Hamilton (r.) und Fernando Alonso

          Noch in Monaco klagte Hamilton

          Vor dem Großen Preis der Vereinigten Staaten am Sonntag (19.00 Uhr MESZ) rangiert Titelverteidiger Alonso (40 Punkte) acht Punkte hinter dem Senkrechtstarter (48). Bei den Konstrukteuren liegt McLaren-Mercedes (88) weiter vor Ferrari (60) und BMW-Sauber (38). Nach seinem zweiten Platz beim Großen Preis von Monaco hinter Alonso hatte sich noch Hamilton enttäuscht über seine Rolle im Team geäußert. „Ich habe die Nummer 2 auf meinem Auto. Ich bin der Nummer- 2-Fahrer. Damit muss ich leben“, hatte der Jungspund gesagt. Teamchef Ron Dennis war von britischen Medien vorgeworfen worden, per Stallorder einen möglichen Sieg Hamiltons verhindert zu haben. Der Automobilverband FIA sprach Dennis aber von allen Vorwürfen frei.

          Alonso war vor Beginn der Saison vom Weltmeister-Team Renault zu den Silberpfeilen gekommen. Der Spanier sollte den britisch-deutschen Rennstall nach sieben titellosen Jahren wieder an die Spitze führen. Nach sechs Rennen hat ihm Hamilton aber nicht nur teamintern den Rang abgelaufen. „Ich bin ruhig, ich fühle mich gut, obwohl ich weiß, dass es eine Ungeduld gibt, an die Spitze zurückzukehren und zu dominieren“, meinte Alonso.

          Seine Antwort auf die Herausforderung durch Hamilton ist einfach: Er werde künftig einfach schneller fahren müssen. „Ich darf mich nicht allein auf meinen Teamkameraden konzentrieren, sondern ich muss auf alle anderen Fahrer achten“, sagte der zweimalige Saisonsieger.

          Alonso: Nach Strafe ohne Chance

          Der Weltmeister bekräftigte, dass er in Kanada durch das Reglement benachteiligt worden sei. „Dieses Jahr darf man nicht mehr an die Boxen fahren, wenn das Safety Car im Einsatz ist. In der 24. Runde hatte ich aber kein Benzin mehr. Mir blieb nur die Wahl, an die Boxen zu fahren oder ohne Benzin auf der Strecke liegen zu bleiben.“ Durch die verhängte Stop-and-Go-Strafe gegen ihn habe er keine Chance mehr auf den Sieg gehabt.

          Zum Hype um Hamilton in Großbritannien meinte Alonso: „Diese Kommentare lassen mich kalt. Wenn Hamilton in Kanada Probleme mit dem Safety Car bekommen hätte, wäre er nicht Erster geworden, sondern Achter oder Neunter.“

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