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Formel 1 : Villeneuve kritisiert Schumacher: „Sei ein Mann“

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Steht als Fußballer seinen Mann Bild: dpa

Jacques Villeneuve hat Michael Schumacher für sein Verhalten bei der Siegerehrung beim Großen Preis von Österreich scharf kritisiert.

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          Neue Kritik, neue Verteidigung - Michael Schumacher hat vor dem Rennen des Jahres in Monaco erneut für die umstrittene Ferrari-Strategie plädiert. Doch sein Rivale Jacques Villeneuve griff den viermaligen Weltmeister für sein Verhalten bei der Siegerehrung beim Großen Preis von Österreich an.

          „Das war inakzeptabel. Auch wenn du die Art und Weise eines Sieges nicht magst, geh' nach oben auf das Podium, nimm die Trophäe und sei ein Mann“, erklärte der Ex-Champion aus Kanada am Mittwoch bei der ersten Pressekonferenz vor dem Grand Prix in Monte Carlo. Der Kerpener vermied einen scharfen Konter. „Es liegt an ihm, es so zu sehen“, so Schumacher: „Ich habe schon lange aufgehört, Jacques' Kommentare zu kommentieren.“

          Rückkehr zur Normalität?

          Dafür sprang Ralf Schumacher seinem Bruder energisch zur Seite. „Jacques ist bekannt für seine blöden und überflüssigen Kommentare. Michael hat das einzig Richtige getan“, sagte der Williams-BMW-Pilot. Auch zehn Tage nach der umstrittenen Stallorder-Aktion von Spielberg bleibt nicht nur der geschenkte Sieg, sondern auch die Podiums- Zeremonie, als Michael Schumacher seinem Kollegen Rubens Barrichello den obersten Platz überließ, ein großes Thema in der Formel 1.

          Deshalb erhofft sich Schumacher für das Highlight des Jahres am Sonntag (14.00 Uhr/live in RTL und Premiere), gleichzeitig sein 100. Ferrari-Jubiläum, die Rückkehr zur Normalität. „In meiner Karriere gab es zu 98 Prozent normale Rennen. Also freue ich mich auf ein normales Wochenende“, meinte der Ferrari-Star, der auch mit dem Abstand einiger Tage die Linie seines Teams verteidigte. „In der Vergangenheit haben wir es auch so gehalten. Es hat Ferrari als Team groß und stark gemacht - auch für die Fans.“

          „Neue Erfahrung für mich“

          Man werde sehen, ob ein Titel nicht auch Sympathien bringe. Es gebe keine Sympathien, wenn man den Titel verpasse. „Vielleicht Mitleid.“ Allerdings gab er zu, dass ihn die heftigen Reaktionen schwer getroffen haben: „Eine völlig neue Erfahrung für mich.“ Barrichello, der an diesem Donnerstag seinen 30. Geburtstag feiert, blickt den Auftritten in Monaco gelassen entgegen.

          An negative Reaktionen auf Ferrari vom Publikum wie in Österreich glaubt er nicht: „Ich denke nicht, dass es Buh-Rufe geben wird.“ Der Anhörung vor dem FIA-Weltrat am 26. Juni sehen beide Ferrari-Piloten ruhig entgegen. „Da werde ich mich genauso überraschen lassen wie ihr“, sagte Schumacher den Journalisten.

          Frustabbau beim Fußball

          Am Vortag hatte es für ihn einen (angenehmen) Vorgeschmack auf die Stimmung der Fans gegeben. Der 33-Jährige wurde beim Prominenten- Fußball mit rauschendem Beifall empfangen. Als er sich gegen eine Star-Auswahl um Prinz Albert den Frust der vergangenen Tage von der Seele lief, wurde der fünfmalige Monte-Carlo-Sieger einmal mehr als strahlender Held gefeiert.

          Er verbeugte sich vor seinem Publikum. Dabei hatte Schumacher gerade einen privaten Traum aufgeben müssen. Der geplante Umzug nach Wolfhalden in die deutschsprachige Schweiz ist geplatzt. „Die gerichtliche Durchsetzung würde in unserer Situation zu lange dauern. Daher haben wir uns zum Entschluss durchgerungen, zu bleiben, wo wir sind“, teilte er mit.

          Kein Domizil am Genfer See

          Umwelt- Verbände hatten gegen das 17 Hektar große Projekt opponiert. Nun bleibt die Familie im bisherigen Domizil am Genfer See. Ein „normaler“ Sieg im Fürstentum könnte die Diskussionen im Formel-1-Zirkus um Schumacher und Ferrari abkühlen. Schon im Vorjahr war es ähnlich gewesen, als die „Roten“ auf dem Stadtkurs in den Häuserschluchten ohne Stallregie einen Doppelerfolg feierten - mit Schumacher vor Barrichello.

          „Wenn nix Großartiges passiert, wird Michael das Rennen von Monaco gewinnen, und dann redet niemand mehr vom A1-Ring“, glaubt sein Bruder Ralf. In der WM-Wertung ist der Wahl-Österreicher mit 23 Punkten Dritter hinter seinem Teamkollegen Juan Pablo Montoya (Kolumbien/27) und Bruder Michael (54).

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