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Formel 1 : Silberpfeile greifen beim Ferrari-Heimspiel an

  • Aktualisiert am

Erster Sieger: David Coulthard Bild: dpa

Michael Schumacher fuhr im Aufwärmtraining zum Großen Preis von San Marino (Start heute um 14 Uhr) nur die sechstbeste Zeit. Schnellster war der Schotte David Coulthard im McLaren- Mercedes.

          Michael Schumacher fuhr im Aufwärmtraining zum Großen Preis von San Marino (Start heute um 14 Uhr) nur die sechstbeste Zeit. Schnellster war der Schotte David Coulthard im McLaren- Mercedes. Ralf Schumacher belegte bei dieser letzten Abstimmungsmöglichkeit der Rennwagen den zweiten Rang vor Mika Häkkinen im zweiten Silberpfeil. Sauber-Pilot Nick Heidfeld sorgte als Vierter für eine Überraschung. Er lag damit im Warm up vor beiden Ferrari. Heinz-Harald Frentzen wurde im Jordan-Honda Siebter.

          Bereits im gestrigen Qualifying überzeugte Schumacher nicht. „Ich bin nicht so gefahren, wie ich konnte“, nahm Michael Schumacher nach einem „Ausritt“ ins Gras bei seinem letzten Angriff auf die Bestzeit des Schotten David Coulthard die Schuld auf sich: „In der letzten Runde habe ich vier Zehntel liegen lassen. Aber Ausreden helfen nichts.“

          Zudem war Ralf Schumacher als Dritter im sich immer stärker zuspitzenden Bruder-Duell im 70. Anlauf bei normalen Wetterbedingungen erstmals schneller als Michael. „Ich kann mich nicht daran erinnern“, in der Startaufstellung vor Michael gestanden zu haben - jedenfalls nicht bei einem Grand Prix. Das muss zuletzt auf der Kartbahn in Kerpen der Fall gewesen sein“, sagte der „kleine“ Schumacher.

          Michael Schumacher lag um Welten hinter seinen Bezwingern. In 1:23,593 Minuten trennten den Rheinländer 0,539 Sekunden von Coulthard, der ihm zuletzt beim Großen Preis von Brasilien eine schmerzliche Niederlage beigebracht hatte. Der Schotte entschied das Silberpfeil-Duell mit dem neuen Qualifying-Rekord von 1:23,054 mit 0,228 Sekunden Vorsprung vor Häkkinen zu seinen Gunsten.

          Bestmarke verpasst

          Der Ferrari-Star verpasste durch diese Prestige-Pleite zugleich eine neue Bestmarke: Nach zuletzt sieben Pole-Positions in Serie hätte Michael Schumacher mit einem Erfolg in Imola mit Rekordhalter Ayrton Senna gleichgezogen. Der Brasilianer war 1988/89 acht Mal in Folge Schnellster im Qualifying. Während bei kalten Temperaturen im Autodromo Enzo e Dino Ferrari die enttäuschten Tifosi ihre roten Fahnen traurig einrollten, herrschte bei McLaren-Mercedes Festtagsstimmung.

          Norbert Haug durfte jubeln

          „Ich verspreche, dass ich hier nächstes Jahr nicht mehr die Pole hole“, sagte Coulthard mit breitem Grinsen: „Ich hoffe im Rennen auf einen guten Start und ein zuverlässiges Auto.“ Coulthard hatte 1998 bei seiner letzten Bestzeit in Imola prompt den Grand Prix gewonnen. Aber auch Schumacher sah keinen Grund zu übermäßiger Trauer. „Auch vom vierten Startplatz aus ist alles möglich. Ich glaube sogar, dass Ralf und ich die besten Siegchancen haben“, sagte der geschlagene WM- Spitzenreiter zuversichtlich vor dem vierten Saisonlauf am Ostersonntag (Start: 14.00 Uhr/live in RTL und Premiere World).

          Der zweitplatzierte Mika Häkkinnen, der am 26. August 2000 in Spa- Francorchamps als letzter Fahrer vor Schumacher Trainingsschnellster war, freute sich mit seinem Teamkollegen. „Es macht nichts, dass ich hinter David stehe. Ich war so oft vor ihm. Es ist toll für David“, sagte der Finne. Mercedes-Motorsportchef Norbert Haug jubelte: „Diese erste Startreihe ist eine schöne Belohnung für David, Mika und das ganze Team.“

          Ralf Schumacher zeigte Mitgefühl

          Ralf Schumacher fühlte trotz des Triumphs mit Michael. „Familienmäßig hätte ich lieber jemand anderen neben mir gehabt. Vielleicht sieht beim Rennen ja alles wieder anders aus“, sagte der 25-jährige Williams-BMW-Pilot: „Ich bin sehr happy, denn ich habe nicht erwartet, so schnell zu sein.“ BMW- Motorsportdirektor Gerhard Berger sprach von „einem überraschenden Ergebnis.

          Ralf sei in seinem letzten Umlauf „eine tolle, schnelle Runde“ gefahren. „Schumi II“ benötigte auf dem 4,933 km langen Kurs 1:23,357. Hinter ihren Erwartungen blieben die Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen im Jordan-Honda als Neunter und Sauber-Pilot Nick Heidfeld als Zwölfter. Michael Schumacher droht nun sogar der Sturz von der WM-Spitze. Noch führt der Deutsche mit 26 Punkten und sechs Zählern Vorsprung vor Coulthard. Sein brasilianischer Teamkollege Rubens Barrichello, der als Trainingssechster nicht in die Bresche springen konnte, ist WM-Dritter (10) vor Heidfeld (7).

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